Fünf simple Geldtipps für Ihre Vorsorge

1. Sparen Sie regelmässig Geld

Ab 20 Jahren monatlich Fr. 200.- zur Seite legen, somit sind mit 65 Jahren rund Fr. 100’000.- angespart (Zinsen und Zinseszinsen nicht berücksichtigt) – Definieren Sie ihren Sparbetrag!

2. Parkieren Sie das Geld «richtig»

Die Auswahl ist sehr gross – Aktien, Fondssparpläne oder Säule 3a – die Entscheidung hängt von der eigenen Risikofreudigkeit ab. Für anlagen an den Finanzmärkten ist ein langer Zeithorizont wichtig, denn nur so können Schwankungen an der Börse ausgeglichen werden. Zahlen Sie bei der Säule 3a wenn möglich immer den Maximalbeitrag ein, damit Sie zudem ca. CHF 2’000.- Steuern im Jahr sparen.

3. Vergleichen Sie die verschiedenen Finanzprodukte

Unterschiede der Finanzprodukte zwischen den vielen Anbietern ist gross. Bei langfristigen Investitionen können sich kleine Beträge zu grossen Summen anhäufen – Mit der richtigen Wahl können sie viel Geld sparen!

4. Vermeiden Sie AHV-Lücken

Für eine maximale Rente sind lückenlose Einzahlungen notwendig. Bestellen sie alle fünf Jahre einen Auszug aus ihrem AHV-Konto – Nur so entdecken sie mögliche Lücken, die nachbezahlt werden können!

5. Schliessen Sie keine unnötigen Versicherungen ab

Falsche und unnötige Versicherungen können rasch ins Geld gehen. Haftpflicht- und Hausratversicherung gehören zur Grundausstattung, ebenso eine Unfallversicherung – lassen sie sich von einem unabhängigen Berater informieren!

Wo es noch ein wenig Belohnung für frühes Einzahlen der Steuern gibt

Noch vor wenigen Jahren gaben Kantone den Steuerpflichtigen für ein frühes Einzahlen der Steuern einen ansehnlichen Zins. Die Negativzinsen haben mit dieser Praxis in den meisten Kantonen nun so gut wie Schluss gemacht.

Wer vor ein paar Jahren im Kanton Zürich Anfang Januar dem Steueramt 10’000 Franken überwies, bekam durch das frühe Einzahlen in den Genuss von 2 Prozent Ausgleichszins. Nachdem das Geld so bis zum Einzahlungs-Stichtag am 30. September bereits bei der Behörde war, bezahlte der Kanton – pro rata temporis für neun Monate – 150 Franken.

Heute bekommt man in der gleichen Situation noch 37,50 Franken. Der Kanton Zürich hat den Ausgleichzins über die Jahre auf 0,5 Prozent gesenkt.

Zürich gehört dabei noch zu den grosszügigeren Kantonen. Vielerorts liegt dieser Zins heute noch zwischen 0,1 und 0,25 Prozent (siehe Tabelle unten). Gesenkt haben dieses Jahr auf den 1. Januar Nidwalden (0,5 auf 0,1 Prozent) und Basel-Stadt (0,25 auf 0,1 Prozent) sowie Fribourg (0,1 auf 0,05 Prozent) und Graubünden (0,2 auf 0 Prozent). Schon länger bei Null sind die Kantone Bern, Luzern, Neuchâtel, Solothurn, Wallis und Zug. Auch der Bund hat den Ausgleichszins vorletztes Jahr auf Null gesenkt.

Der Kanton Appenzell-Innerrhoden sticht bei den Ausgleichszinsen 2018 noch eisern heraus und behält auch für das Jahr 2018 an 1 Prozent bei. Das ist auch nicht übermässig viel, aber in der übrigen Schweiz unerreicht.

Zug riet zu spätem Einzahlen.

Hintergrund dabei: In Zeiten der Negativzinsen, die vor drei Jahren von der Schweizerischen Nationalbank eingeführt wurden, wollen auch die Kantone mit Zinszahlungen nicht mehr „Bank spielen“. Aber gleichsam wie die die Finanzinstitute wollen sie überflüssige Liquidität vermeiden, denn es resultiert ein Minusgeschäft.

Vor zwei Jahren erregte etwa der Kanton Zug Aufsehen, als er die Steuerpflichtigen bat, mit der Einzahlung der Steuern zuzuwarten. Der Kanton wolle möglichst keine Negativzinsen auf den Guthaben bezahlen müssen, wie der Regierungsrat Ende 2015 offiziell verlautbarte.

Wer zuviel Steuern einbezahlt, bekommt die überschüssigen Beträge mit Zins zurückbezahlt – in der Regel ist dieser in den Kantonen gleich wie der Ausgleichszins für frühes Einzahlen. Wer nun aber mit dem Gedanken spielt, möglichst viel Geld zu überweisen, um schlicht einen sehr viel höheren Betrag verzinst zu erhalten, wird nicht weit kommen. Der Kanton Zürich beispielsweise überweist Beträge umgehend zurück, wenn diese als unrealistisch erscheinen. Grundlage für einen solchen Entscheid ist die provisorische Einschätzung der Steuerschuld.

Verzugszinsen eher höher

Wer seine Steuern zu spät einbezahlt, hat übriges auch ein Problem. Der Kanton Zürich erhebt Verzugszinsen von 4,5 Prozent, wenn Steuerpflichtige Beträge nicht spätestens 30 Tage nach Erhalt der definitiven Steuerrechung oder Schlussrechnung begleichen.

In andern Kantonen sind sie zum Teil noch einiges höher – was wohl ein bisschen etwas über die Zahlungsmoral in den jeweiligen Regionen aussagt. Verzugszinsen haben die Tendenz, nach oben zu gehen, wenn sie sich verändern. Neuchâtel etwa hat vergangenes Jahr den Verzugszins von 3 auf 8 Prozent erhöht – und ist damit Schweizer Spitze bei diesem „Bestrafungs“-Zins.

 

Deklaration von Bitcoin & Co.

Bitcoin, Blockchain, ICO, Tokens – Die Welt der Kryptowährungen wird immer komplexer und erlebt einen Boom, der sicherlich noch einige Zeit andauern wird. Mittlerweile hat auch der Fiskus festgestellt, dass insbesondere in der Schweiz viel Geld in Bitcoin und Co. investiert wird und entsprechende Richtlinien für deren Versteuerung erlassen. Allerdings decken diese bei weitem noch nicht die ganze Komplexität der Kryptowelt ab.

Die Steuerverwaltung Luzern hat als eine der ersten Verwaltungen zur Deklaration von Bitcoin und anderer Kryptowährungen Stellung genommen. Im Merkblatt vom 15. November 2017 wir festgehalten, dass Nutzer von Bitcoins als sachenrechtliche Eigentümer zu qualifizieren sind. Die Steuerverwaltung Zug hat nun ebenfalls zur Besteuerung von Kryptowährungen publiziert. Beide Kantone bestätigen übereinstimmend, dass Bitcoin & Co. der Vermögenssteuer unterliegen.

Der Kanton Luzern wünscht, dass die Kryptowährungen im Wertschriftenverzeichnis aufgeführt werden. Gleiches will auch der Kanton Zug und zwar, weil das Wertschriftenverzeichnis getrennt von der übrigen Steuererklärung bearbeitet und das Know how in der entsprechenden Dienststelle konzentriert wird. Die Praxis der Kantone ist aber nicht einheitlich. So veranlagt zum Beispiel der Kanton Basel-Stadt Bitcoin-Vermögen entsprechend der sachenrechtlichen Qualifikation unter dem Titel „Bargeld, Edelmetalle und übrige Vermögenswerte“ (Ziffer 835), was bei Token mit fehlendem Eigen- oder Fremdkapitalcharakter steuersystematisch der korrekte Ansatz ist.

Der Nachweis des Bestandes (Eigentumsnachweis) kann der Steuerpflichtige mit einem Ausdruck der Wallets erbringen, halten Luzern und Zug übereinstimmend fest.

Die Eidg. Steuerverwaltung ermittelt seit 2015 einen Durchschnittswert für Bitcoin und publiziert diesen in ihrer Kursliste. Der Kanton Luzern will diesen Kurs für die Bewertung der Jahresendbestände übernehmen, aber bei allen anderen Kryptowährungen (bei denen die ESTV keinen Kurs publiziert) auf den Anschaffungspreis abstellen. Ein Abschlag vom Anschaffungswert, u.a. wegen fehlenden Handels, sei möglich. Der Kanton Zug weicht etwas von der Luzerner Regal ab. Wird kein „offizieller“ Kurs publiziert, will er auf den Jahresendkurs derjenigen Handeslplattform abstellen, über welche die Kaufs- und Verkaufstransaktionen ausgeführt werden. Nur wenn kein Kurs ermittelt werden kann, ist die Kryptowährung zum Anschaffungspreis zu deklarieren. Bedauerlicherweise lässt keiner der beiden Kantone einen generellen Abschlag zu, um der ungewöhnlich hohen Volatilität Rechnung zu tragen.

Einig sind sich Luzern und Zug, dass das Schürfen (Mining) steuerbares Einkommen darstellt. Das gilt u.E. unabhängig davon, ob der Steuerpflichtige selber Rechnerleistung zur Verfügung stellt oder ober er sich finanziell am Mining beteiligt. Zug hält zudem fest, dass Einkommen aus selbständiger und unselbständiger Tätigkeit der Einkommenssteuer unterliegt, auch wenn es in Bitcoin oder einer anderen Kryptowährung ausbezahlt wird. Umgerechnet in Schweizer Franken werden die Beträge zum Kurswert am Tage des Zuflusses. Es ist zu erwarten, dass die anderen Kantone dieser Praxis folgen.

Kapitalgewinne auf Kryptowährungen sind dagegen nur steuerpflichtig, wenn diese im Geschäftsvermögen gehalten werden. Davon betroffen sind alle Privatpersonen, die als gewerbsmässige Händler qualifizieren. Ein Kapitalgewinn ist nach den entsprechenden Buchhaltungsregeln zu bestimmen. In diesem Zusammenhang sei auf die Publikation der ExpertSuisse („Ausgewählte Fragen und Antworten zum neuen Rechnungslegungsrecht“ vom 7. Dezember 2017) verwiesen. Darin wird explizit zur Verbuchung und Bewertung von Bitcoins Stellung genommen.

Ob jemand gewerbsmässig handelt, beurteilt sich nach Ansicht der Luzerner und Zuger Behörden nach den gleichen Kriterien, wie für die Wertschriftenhändler. Dieser Ansicht ist nicht durchwegs zuzustimmen. Aufgrund der nervösen Märkte, der vielen ICO’s und der Tatsache, dass Kryptowährungen (ungleich Aktien oder Obligationen) keine Gegenpartei und damit keine unterliegenden Werte haben, ist jeder Anleger gezwungen, sein privates Portfolio sehr aktiv zu bewirtschaften. Es rechtfertigt sich deshalb nicht, betreffend Transaktionsvolumen und Transaktionenanzahl die Kryptowährungen mit Aktien zu vergleichen.

Mit ihren Publikationen haben die Luzerner und Zuger Steuerbehörden eine Führungsrolle übernommen. Ihre Ausführungen gehen in die richtige Richtung und schaffen die längst gewünschte Klarheit, auch wenn sie in Teilen noch zu diskutieren sind.

 

Das ändert sich 2018

Das Parlament hat auch für 2018 wieder fleissig Gesetze beschlossen und Erlasse geändert. Hier eine kurze Übersicht:

1. Mehrwertsteuer sinkt

So sinkt per 1. Januar 2018 die Mehrwertsteuer von 8 Prozent auf 7,7 Prozent. Grund dafür ist, dass die Reform der Altersvorsorge im September an der Urne gescheitert ist. Das ist aber nicht die einzige Änderung bei der Mehrwertsteuer.

Dank einer vom Parlament beschlossenen Revision werden elektronische Zeitungen, Zeitschriften und Bücher ab 2018 wie die gedruckten Ausgaben zum reduzierten Satz besteuert. Dieser sinkt ebenfalls, und zwar von 2,5 Prozent auf 2,4 Prozent. Gleichzeitig müssen mehrere zehntausend Unternehmen neu Mehrwertsteuer zahlen, weil künftig der weltweit erwirtschaftete Umsatz massgeblich ist für die Steuerpflicht.

2. Strom wird teurer

Strom hingegen wird wegen der neuen Regeln zur Energiestrategie teurer. Der Netzzuschlag steigt um 1,5 Rappen pro Kilowattstunde. Eine vierköpfige Familie bezahlt pro Jahr rund 40 Franken mehr als heute für den Strom.

Aus dem Netzzuschlag wird unter anderem eine neue Subvention für Grosswasserkraftwerke finanziert. Diese können Unterstützung beantragen, wenn sie Strom unter den Gestehungskosten verkaufen müssen.

3. Mehr Geld für Pflegefälle

Mehr finanzielle Unterstützung erhalten Familien, die ein schwerkrankes oder schwerbehindertes Kind zu Hause pflegen. Heute beträgt der so genannte Intensivpflegezuschlag monatlich zwischen 470 und 1410 Franken. Künftig werden zwischen 940 und 2350 Franken gezahlt. Bei der Invalidenversicherung (IV) führt das zu jährlichen Mehrkosten von rund 20 Millionen Franken.

Schätzungsweise 35 Millionen Franken kostet die Neuberechnung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Personen: Weil die gesundheitlichen Einschränkungen im Beruf und im Haushalt künftig gleich gewichtet werden, könnten die Renten von 16’200 Personen steigen.

4. Weniger Lohn für Arzte

Auch im Gesundheitswesen gibt es einige Änderungen. Der Bundesrat hat den Ärztetarif Tarmed auf eigene Faust angepasst. Dadurch werden rund 470 Millionen Franken gespart. Spezialärzte müssen mit empfindlichen Einbussen rechnen. Die Krankenkassenprämien steigen trotzdem um durchschnittlich 4 Prozent. Die Prämien von Berufsmilitärs werden von 292 auf 340 Franken pro Monat erhöht – eine vom Parlament beschlossene Sparmassnahme.

Berufsmediziner sowie Chiropraktiker und Apotheker müssen innerhalb von zwei Jahren ihre Diplome in einem Register eintragen lassen sowie den Nachweis der Sprachkenntnisse erbringen, damit sie ihren Beruf ausüben dürfen. Die Gesundheit profitiert auch dank strengerer Regeln zum Schutz vor Strahlung: So werden zum Beispiel die Referenzwerte für Radon in Wohn- und Aufenthaltsräumen gesenkt und die Hürden für Strahlenbehandlungen erhöht.

5. Ende des Bankgeheimnisses

Ab 2018 ist das Bankgeheimnis mit dem Ausland endgültig Geschichte. Die Schweiz hat den automatischen Informationsaustausch (AIA) im Jahr 2017 mit 38 Ländern und Territorien eingeführt, darunter mit den EU-Staaten. Mit diesen werden 2018 erstmals Daten ausgetauscht.

Im Kampf gegen Schwarzarbeit sollen Behörden einfacher Informationen austauschen können. Mit der Vorlage wird in erster Linie der „Putzfrauentrick“ unterbunden, mit dem das vereinfachte Verfahren für Steuervorteile missbraucht werden kann.

6. Höhere Hürden für Einbürgerung

Einen roten Pass erhalten nur gut integrierte Ausländerinnen und Ausländer, die über eine Niederlassungsbewilligung verfügen und seit mindestens zehn Jahren in der Schweiz leben. Die Sonderabgabe auf dem Lohn von vorläufig Aufgenommenen wird abgeschafft. Für diese Personen lohnt es sich damit mehr, einer bezahlten Arbeit nachzugehen. Das Kontingent für Arbeitskräfte aus Drittstaaten wird um 500 erhöht.

7. Neues bei der Armee

Bei der Armee steht ein grosser Umbau an. Ab nächstem Jahr wird die Armeereform WEA umgesetzt: Die Truppe wird besser ausgebildet und vollständig ausgerüstet. Gleichzeitig soll sie rascher mobilisiert und eingesetzt werden können. Ziel ist es, innerhalb von zehn Tagen 35’000 Armeeangehörige aufbieten zu können. Die RS dauert 18 Wochen, gefolgt von sechs dreiwöchigen Wiederholungskursen. Künftig können Rekruten zudem ohne Begründung zwei Tage frei nehmen.

8. Elektronische Fussfessel

Im Strafvollzug wird die elektronische Fussfessel ab 2018 landesweit gesetzlich verankert. Zudem können Richter wieder kürzere Freiheits- statt Geldstrafen aussprechen, auch unbedingte.

9. Luftverkehr sicherer

Für das Nationalstrassennetz und den Agglomerationsverkehr hat das Stimmvolk im Februar mit dem NAF eine dauerhafte Finanzierung genehmigt, die ab 2018 gilt. Neue Bestimmungen sollen die Sicherheit der Luftfahrt erhöhen. So muss der Funkverkehr im Schweizer Luftraum grundsätzlich auf Englisch abgewickelt werden. Luftfahrtunternehmen sind verpflichtet, den Strafverfolgungsbehörden Passagierlisten auszuhändigen.

10. Homosexuelle dürfen adoptieren

Schliesslich können einige Kinder ab 2018 besser abgesichert werden. Homosexuelle dürfen nämlich künftig Kinder ihres Partners oder ihrer Partnerin adoptieren. Bis anhin war die Stiefkindadoption Ehepaaren vorbehalten. Nun wird sie in allen Paarbeziehungen erlaubt, unabhängig vom Zivilstand und von der sexuellen Orientierung.

 

Das ändert sich 2017

Weiterbildung fördern, Renten kürzen und alkoholisierte Feuerwehrleute zulassen: die wichtigsten rechtlichen Neuerungen für das kommende Jahr.

Steuerhinterziehung: Die Daten werden gesammelt und ausgetauscht

Schweizer Banken müssen ab 2017 Kontodaten ihrer ausländischen ­Kunden (etwa Namen, Kontonummer, Guthaben) ­erheben und der ­Eidgenössischen Steuerverwaltung melden. Diese gibt die Daten ab 2018 an die Steuerbehörden des Wohnsitzlands des Kunden weiter.
Gleich verfahren ausländische Finanzinstitute: Sie leiten die Kontodaten der Schweizer Kunden an ihre Steuerbehörden weiter, die sie ein Jahr später der Eidgenössischen Steuerverwaltung übergeben. Der gegenseitige automatische Informationsaustausch (AIA) soll Steuerhinterziehung verhindern. Er gilt zwischen der Schweiz und der EU, weitere 70 Länder werden folgen.

Eltern: Betreuungsunterhalt bei Ledigen

Unabhängig vom Zivilstand der Eltern muss beim Kinderunterhalt neu ein Beitrag für denjenigen Elternteil geprüft werden, der das Kind nach der ­Trennung betreut. Betroffen sind vorallem unverheiratete Väter, die der Expartnerin bisher persönlich keine Alimente zahlen mussten. Bereits Getrennte ohne Betreuungsunterhalt können ab Januar 2017 eine Anpassung der Kinderunterhaltsbeiträge verlangen.

Scheidung: Aufteilung der Altersguthaben

Die während der Ehe erworbenen Vorsorgeguthaben werden weiterhin zwischen den geschiedenen Ehepartnern aufgeteilt. Ab 2017 ist aber eine abweichende Regel möglich. Als Zeitpunkt für die Berechnung gilt dann die Einleitung des Scheidungsverfahrens und nicht dessen Ende. Neu werden zudem die Guthaben in der Regel auch dann aufgeteilt, wenn ein Ehepartner schon pensioniert ist oder eine IV-Rente erhält. Von dieser Neuerung können unter bestimmten Voraussetzungen auch Geschiedene profitieren, wenn sie bis Ende 2017 beim Scheidungsrichter einen Antrag stellen.

Unfall: Die Renten werden gekürzt

Nach Erreichen des AHV-Alters werden Renten nach dem Unfallversicherungsgesetz gekürzt, wenn der Verunfallte zum Zeitpunkt des Unfalls älter als 45 war. Die maximale Kürzung kann je nach Invaliditätsgrad und Alter bis zu 40 Prozent betragen. Keine Kürzung gibt es für Personen mit einer Unfallversicherungsrente, die spätestens 2024 in Pension gehen. Wer bei der Arbeit wegen Asbest erkrankt, hat Anspruch auf eine Integritätsentschädigung neu ab Ausbruch der Krankheit – nicht erst, wenn die Entschädigung festgesetzt wird.

Schulden: Alte Verlustscheine verschwinden

Am 1. Januar 2017 verjähren Verlustscheine, die vor 1997 ausgestellt wurden – wenn der Gläubiger nichts dagegen unternommen hat (etwa durch eine Betreibung). Im neuen Betreibungsregisterauszug, der für die ganze Schweiz gültig ist, dürfen Verlustscheine, die älter als 20 Jahre sind, nicht mehr erscheinen. Neu kann ein Anteil an einer ungeteilten Erbschaft auch gepfändet werden, wenn der Schuldner im Ausland wohnt und der Verstorbene seinen letzten Wohnsitz in der Schweiz hatte.

Alkohol am Steuer: Die freiwillige Feuerwehr darf

Angehörige der freiwilligen Feuerwehr dürfen sich in ihrer Freizeit wieder ein Bier gönnen und dann trotzdem ein Feuerwehrauto fahren. Für sie gilt wieder die ordentliche Alkoholgrenze von 0,5 Promille – das Anfang 2014 ­eingeführte Alkoholverbot wurde aufgehoben. Dasselbe gilt für Personen, die im Rahmen eines Einsatzes für ­Berufsblaulichtorganisationen aufgeboten werden, ­obwohl sie weder im Dienst noch auf Pikett sind.

Strom: Tarife sinken zum Teil

Die Abgabe für erneuerbare Energie steigt von 1,3 Rappen auf 1,5 Rappen pro Kilowatt­stunde (kWh). Trotzdem haben zwei Drittel der Netzbetreiber ihre Tarife gesenkt, da sie Strom günstiger einkaufen können. Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 4500 kWh pro Jahr wird neu durchschnittlich zwei Prozent weniger für Strom bezahlen. Ersparnis: 20 Franken. Die Strompreistarife der Gemeinden sind abrufbar auf www.strompreis.elcom.admin.ch.

Arbeit: Weiterbildung wird gefördert

Mit dem neuen Weiterbildungsgesetz soll das lebenslange Lernen aller Angestellten gefördert werden. Das heisst nicht zwingend, dass der Chef die Weiterbildung finanzieren muss. Das muss er nur, wenn er die Weiterbildung selber anordnet, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben ist oder wenn sich das Recht darauf aus einem Gesamtarbeitsvertrag ableitet. Eine allgemeine Pflicht zur Weiterbildung wird nicht eingeführt.

Sozialhilfe: Alleinerziehende sollen früher wieder arbeiten

Von alleinerziehenden Müttern und Vätern, die Sozialhilfe beziehen, wird verlangt, dass sie wieder arbeiten oder an einem Integrationsprogramm teilnehmen, sobald das jüngste Kind ein Jahr alt ist. Bisher konnten sie damit warten, bis ihr Jüngstes drei war.

Swissness: «Made in Switzerland» nur für Schweizer Produkte

«Made in Switzerland» darf nur noch für Waren oder Dienstleistungen benutzt werden, die strikten Vorgaben entsprechen. Zum Beispiel müssen bei Lebensmitteln mindestens 80 Prozent der verarbeiteten Rohstoffe aus der Schweiz stammen.
Bei Industrieprodukten (etwa Uhren, Messer) müssen 60 Prozent der Herstellungskosten (etwa Löhne) in der Schweiz anfallen. Das Schweizer Kreuz darf neu auch für Waren – und nicht nur für Dienstleistungen – verwendet werden.

Hundekurse: Nicht mehr obligatorisch

Das vor knapp zehn Jahren schweizweit eingeführte Hundekurs-Obligatorium wird per 1. Januar 2017 abgeschafft. Die Kantone können aber weiterhin Kurse vorschreiben. Zum Beispiel besteht im Kanton Zürich eine Ausbildungspflicht für Halter von grossen und massigen Hunden.