So verstehen Sie den Pensionskassen-Ausweis (PK)

Auf dem Versicherungsausweis der Pensionskasse, welcher jeweils im Frühling den Versicherten verschickt wird, stehen wichtige Informationen. Leicht zu verstehen, sind dieser leider nicht.

Der Versicherungsausweis der Pensionskasse strotzt von Fachausdrücken. Dabei werden diese Ausdrücke nicht mal einheitlich verwendet. Was die eine Kasse als versicherten Lohn bezeichnet, heisst bei der anderen Vorsorgeeinrichtung koordinierter Lohn. Und auch die Versicherungsausweise der diversen Vorsorgeeinrichtungen kommen unterschiedlich daher.

Nachfolgend das Glossar eines Versicherungsausweises (Tabelle).

Kasse laut Fiktive Kasse mit
BVG-Minimum Überobligatorium
Personendaten      
Name, Vorname Muster Paul Muster Paul
Geburtsdatum 22.02.1967 22.02.1967
Grundlagen      
1 Gemeldeter Lohn          83’520          83’520
2 Koordinationsabzug          24’360          24’360
3 Versicherter Lohn          59’160          59’160
Altersleistung      
4 Voraus. Alterskapital ohne Zins        294’665        375’901
5 Voraus. Alterskapital mit Zins (2%)        383’787        494’110
6 Altersrente ab Alter 65 ohne Zins          20’037          25’561
7 Altersrente ab Alter 65 mit Zins (2%)            6’098          33’600
8 Alterskinderrente mit Zins            5’219            6’720
Todesfallleistung      
9 Jährliche Ehegattenrente          12’022          21’297
10 Jährliche Waisenrente            4’007            7’099
Invaliditätsleistung      
11 Jährliche Invaliditätsrente          20’037          35’496
12 Jährliche Invalidenkinderrente            4’007            7’099
Finanzierung      
13 Sparbeitrag Arbeitnehmer            4’437            4’833
14 Sparbeitrag Arbeitgeber            4’437            5’815
15 Risikobeiteitrag arbeitnehmer            1’035            1’183
16 Rosikobeitrag Arbeitgeber            1’035            1’183
17 Spargutschriften laufendes Jahr            8’874          10’648
Sparguthaben/Freizügigkeitsleistung      
18 Freizügigkeitsleistung per 31.12.2008          95’000        140’000
19 Freizügigkeitsleistung per 31.12.2008 laut BGV          95’000          95’000

1. Der Jahreslohn entspricht dem vertraglich vereinbarten Bruttolohn, manchmal auch AHV-Lohn genannt.

2. Um den versicherten Lohn zu berechnen, wird vom Bruttolohn der Koordinationsbeitrag in Abzug gebracht. Dieser beträgt derzeit 24360 Franken. Koordiniert wird mit der AHV, deshalb entsprach der Koordinationsabzug bis vor kurzem der maximalen AHV-Rente. Um tiefere Einkommen zu begünstigen, wurde der Koordinationsabzug auf 87,5 Prozent der maximalen AHV-Rente beschränkt.

3. Der versicherte Jahreslohn, auch koordinierter Lohn genannt, ist eine der wichtigsten Zahlen auf dem Versicherungsausweis: Auf diesem Betrag werden die Beiträge berechnet. Je höher dieser Lohn, desto besser.

4. Aufgrund der unsicheren Zinssituation gehen mehr und mehr Kassen dazu über, auch das voraussichtliche Alterskapital ohne Zins anzugeben. Es setzt sich aus dem bestehenden Kapital plus all der künftigen Sparbeiträge zusammen.

5. Beim voraussichtlichen Alterskapital mit Zins werden das Kapital und die künftigen Sparbeiträge zu einem bestimmten Satz aufgezinst, normalerweise zum gesetzlichen Mindestzins von derzeit 2 Prozent. Wird der gesetzliche Mindestzins gesenkt, wird der Versicherungsausweis im darauffolgenden Jahr ein tieferes Alterskapital ausweisen, was mitunter zu Verunsicherungen führt.

6. Die Altersrente wird im Leistungsprimat auf der Basis des versicherten Jahreslohns, im Beitragsprimat auf der Basis des voraussichtlichen Alterskapitals berechnet. Im Beitragsprimat spielt der Umwandlungssatz eine zentrale Grösse. Im vorliegenden Beispiel beträgt er 6,8 Prozent. Eine Senkung des gesetzlichen Umwandlungssatzes hat das Schweizervolk vor einem Jahr abgelehnt.

7. Die Altersrente mit Zins dürfte eher der Realität entsprechen als jene ohne Zins. Freilich bildet der Umwandlungssatz eine unsichere Grösse. Er könnte bis zur Pensionierung tiefer sein als heute, was sich in einer tieferen Rente niederschlägt.

8. Hat der Pensionär noch für minderjährige Kinder zu sorgen, erhält er dafür von der Pensionskasse eine Alterskinderrente. Bei mündigen Kindern in Ausbildung erstreckt sich der Anspruch bis zum 25.Altersjahr. Die Kinderrente entspricht im Normalfall einem Fünftel der Altersrente.

9. Die genannten Altersleistungen sind Schätzungen, die je nach Zins- und Lohnentwicklung angepasst werden müssen. Hingegen die Todesfall- und Invaliditätsleistungen sind nicht Zahlen der Zukunft, sondern der Gegenwart. Beim Tod des Versicherten haben Witwen und Witwer, unter Umständen auch Lebenspartner, Anspruch auf eine Rente.

10. Beim Tod des Versicherten zahlt die Pensionskasse pro Kind eine Rente aus. Dies führt häufig dazu, dass bei kinderreichen Familien die Summe aller Renten auf 90 Prozent des Jahreslohns plafoniert wird, weil sonst die Witwe ein höheres Renteneinkommen erzielte als vorher ihr Ehemann, was zu falschen Anreizen führen könnte.

11. Die jährliche Invaliditätsrente ist eine der wichtigsten Zahlen auf dem Versicherungsausweis. Bei Stellenwechseln lohnt es sich, die neue Invaliditätsleistung mit der bisherigen zu vergleichen. Im vorliegenden Beispiel ist der Unterschied zwischen dem gesetzlichen Minimum und der Kasse mit überobligatorischen Leistungen frappant.

12. Hat der Versicherte Kinder, erhält er zusätzlich zur Invalidenrente noch eine Invalidenkinderrente je Kind. Sie beträgt normalerweise 20 Prozent der Invaliditätsrente.

13. Je höher der Sparbeitrag, desto tiefer der Nettolohn. Trotzdem sollte jeder an einem möglichst hohen Sparbeitrag Interesse haben. Siehe weiter bei Punkt 14.

14. Der Sparbeitrag des Arbeitgebers muss mindestens so hoch sein wie der Arbeitnehmerbeitrag. Für den Arbeitnehmer ist es selbstverständlich sehr angenehm, wenn der Arbeitgeber mehr einzahlt als der Arbeitnehmer, wie das bei grosszügigen Arbeitgebern erwartet werden kann.

15. Für den Versicherungsschutz gegen Tod und Invalidität wird eine Risikoprämie in Abzug gebracht. Es ist daher wichtig, zu wissen, dass nicht der gesamte Arbeitnehmerbeitrag angespart wird.

16. Nicht nur der Arbeitnehmer, auch der Arbeitgeber zahlt einen Beitrag für den Risikoschutz.

17. Die Spargutschriften ergeben sich aus den Sparbeiträgen des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers. Dazu käme noch die Verzinsung, die aber auf dem Versicherungsausweis häufig nicht ersichtlich ist. Der obligatorische Teil des Pensionskassenguthabens muss derzeit zu mindestens 2 Prozent verzinst werden.

18. Die Freizügigkeitsleistung könnte man auch als individuelles Pensionskassenguthaben bezeichnen. Es ist jener Betrag, der bei einem Stellenwechsel in die neue Pensionskasse zu überweisen ist.

19. Häufig bieten Pensionskassen Leistungen an, die über das gesetzliche Minimum hinausgehen, eben überobligatorische Leistungen. In diesem Fall sind die Pensionskassen verpflichtet, eine Schattenrechnung mit den Leistungen laut BVG zu führen. Die Differenz zum Betrag unter Punkt 18 entspricht den überobligatorischen Leistungen.

 

Fragen sie bei Köppel-Legal AG nach, wir helfen ihnen beim Verstehen des PK-Ausweises.

Die Fachbegriffe der Pensionskassen entschlüsseln

Mit den oftmals komplizierten Begriffen, die in der beruflichen Vorsorge gebraucht werden, wissen viele Bürgerinnen und Bürger nichts anzufangen. Köppel-Legal AG erklärt ihnen die wichtigsten Termini.

Für viele Schweizer Bürger ist die Pensionskasse der grösste Vermögenswert. Laut der Ende Februar erschienenen Broschüre «Die berufliche Vorsorge in der Schweiz» des Statistischen Bundesamts gab es per Ende 2016 in der Schweiz 1713 Vorsorge-einrichtungen, die 2016 Altersrenten im Volumen von 21,9 Mrd. Fr. auszahlten und über Vermögensanlagen im Volumen von rund 824 Mrd. Fr. verfügten. Trotz der enormen Bedeutung der beruflichen Vorsorge gab in einer Wissensstudie der Investmentgesellschaft Axa Investment Managers zur zweiten Säule 2017 fast ein Drittel der Befragten an, nicht am Thema interessiert zu sein. Auch mit den oftmals komplizierten Begriffen, die in der beruflichen Vorsorge gebraucht werden, wissen viele Bürger nichts anzufangen. In der Folge werden die wichtigsten Termini kurz erklärt, die Definitionen basieren zum Teil auf Glossaren der Pensionskasse des Bundes Publica und des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV).

 

Auffangeinrichtung:

Arbeitgeber, die sich nicht einer Vorsorgeeinrichtung anschliessen, werden zwangsweise der Stiftung Auffangeinrichtung angeschlossen. So wird die Versicherungspflicht in der zweiten Säule durchgesetzt. Ausserdem versichert die Auffangeinrichtung Arbeitnehmer und Selbständigerwerbende, die nicht von der obligatorischen beruflichen Vorsorge erfasst werden, die sich aber freiwillig versichern wollen. Des Weiteren werden ihr Austrittsleistungen von Versicherten übertragen, die keine neue Pensionskasse angeben.

Beitrags- und Leistungsprimat:

Beim Beitragsprimat richtet sich die Leistung einer Pensionskasse nach dem vorhandenen Altersguthaben, also den einbezahlten Beiträgen, Einkäufen oder eingebrachten Freizügigkeitsleistungen. Die meisten Pensionskassen werden im Beitragsprimat geführt. Gilt das Leistungsprimat, errechnen sich die künftigen Altersleistungen in Prozenten des versicherten Lohns im Voraus.

Berufliche Vorsorge:

Die berufliche Vorsorge ist neben der AHV und der privaten Vorsorge die zweite von drei Säulen des Schweizer Altersvorsorgesystems. Die berufliche Vorsorge soll erlauben, den Lebensstandard im Alter angemessen weiterzuführen. Während Angestellte obligatorisch bei einer Vorsorgeeinrichtung angeschlossen sind, können Selbständige dies freiwillig tun.

Deckungsgrad:

Diese Kennzahl setzt das angesparte Kapital in der Pensionskasse zu ihren Verpflich-tungen ins Verhältnis. Sind die Verpflichtungen zu mehr als 100% gedeckt, spricht man von einer Überdeckung. Bei einer Unterdeckung sind es weniger als 100%.

Einkauf:

Mit Einkäufen in die Pensionskasse sind freiwillige Einzahlungen gemeint. So können Versicherte höhere Leistungen erreichen, Vorsorgelücken schliessen und dabei überdies Steuern sparen.

Freizügigkeitseinrichtung:

Tritt eine Person aus einem Arbeitsverhältnis aus, wechselt sie im Allgemeinen auch die Pensionskasse. Die erworbenen Ansprüche müssen also übertragen werden. Ist jemand arbeitslos oder macht eine längere Pause, fliesst das Geld in eine Freizügigkeits-einrichtung. Dort ist das Kapital weiterhin gebunden.

Kapitaldeckungsverfahren:

Die berufliche Vorsorge beruht auf dem Kapitaldeckungsverfahren. Die Versicherten sparen also Kapital an, während sie erwerbstätig sind, und die Pensionskassen legen die Gelder am Kapitalmarkt an. Diese Gelder stehen dann für ihre Altersleistungen zur Verfügung.

Koordinationsabzug:

Dieser wird vom massgebenden Lohn abgezogen, um den koordinierten Lohn zu erhalten. Er beträgt für dieses Jahr 24’675 Fr. Durch den Koordinationsabzug verringern sich die Leistungen der Pensionskasse, gerade für Teilzeitarbeitende kann dies die Gefahr bedeuten, zu wenig anzusparen.

Mindestzinssatz:

Die Vorsorgeeinrichtungen müssen die Altersguthaben ihrer Versicherten verzinsen. Dabei schreibt der Bundesrat jährlich vor, wie hoch dieser Zins im obligatorischen Bereich mindestens zu sein hat. Derzeit beträgt er 1%. Im überobligatorischen Bereich ist kein Mindestzinssatz vorgeschrieben.

Obligatorium und Überobligatorium:

Obligatorisch versichert sind in der beruflichen Vorsorge Löhne zwischen 21’150 Fr. und 84’600 Fr. Manche Pensionskassen richten Leistungen über dieses Obligatorium hinaus aus. Dies ist die überobligatorische Vorsorge. Umfassen Vorsorgepläne obligatorische und überobligatorische Leistungen, werden sie «umhüllend» genannt.

Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen:

Solche Einrichtungen sind Pensionskassen, bei denen mehrere Arbeitgeber ange-schlossen sind. Bei Sammeleinrichtungen wird für jeden Arbeitgeber eine eigene Rechnung geführt, sie werden von Versicherungen, Banken oder anderen Anbietern verwaltet. Bei Gemeinschaftseinrichtungen bilden die Arbeitgeber eine Solidar-gemeinschaft, dabei handelt es sich etwa um Berufsverbände.

Technischer Zinssatz:

Dieser Zinssatz wird für die Diskontierung der künftigen Leistungen verwendet. Je niedriger der Satz ist, desto höher muss das Vorsorgekapital einer Pensionskasse sein. Der technische Zins muss laut BSV so gewählt werden, dass er durch den Vermögensertrag finanziert werden kann.

Umwandlungssatz:

Mit dem Umwandlungssatz berechnen Vorsorgeeinrichtungen die Höhe der jährlichen Rente. Der Satz wird beim Renteneintritt mit dem Altersguthaben, das eine Person angespart hat, multipliziert. In der obligatorischen beruflichen Vorsorge beträgt der BVG-Mindestumwandlungssatz derzeit – zu hohe – 6,8%.

Wertschwankungsreserven:

Um die Schwankungen an den Kapitalmärkten auszugleichen, muss jede Pensionskasse Wertschwankungsreserven bilden. Laut BSV betragen diese zwischen 10% und 20% des Vorsorgevermögens, je nach Anlagestrategie.

Wohneigentumsförderung (WEF):

Kapital aus der beruflichen Vorsorge kann für den Erwerb von Wohneigentum genutzt werden. Dadurch werden allerdings die Altersleistungen verringert. Nach einem Vorbezug von Geldern sind aber Rückzahlungen möglich.

 

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Grosses Thema BVG – Der richtige Zeitpunkt für die Überprüfung der bestehenden Pensionskasse

Axa zieht sich aus dem Vollversicherungsgeschäft zurück und wird künftig nur teilautonome Lösungen anbieten. Da laufende Pensionskassenverträge bis Ende Juni auf Ende Jahr gekündigt werden müssen, ist es für alle Unternehmen ein guter Zeitpunkt abzuklären, ob die bestehende Versicherung den Ansprüchen weiterhin genügt oder neu überprüft werden muss.

Die Axa zieht sich 2019 aus dem Vollversicherungsgeschäft zurück. Mit dieser Ankündigung entfachte der zweitgrösste Versicherungsanbieter der Schweiz einen regelrechten Aufruhr in der Schweizer Sozialpolitik. Für die Firmenkunden stellt sich jetzt die Frage, ob sie das Angebot für einen Umstieg in eine teilautonome Lösung akzeptieren oder ob Sie zu einem Mitbewerber wechseln, welcher weiterhin eine Vollversicherung anbietet. Mit dem Rückzug der Axa gibt es in der Schweiz jedoch nur noch fünf Versicherungen, welche eine volle Abdeckung der Anlagerisiken ermöglichen. Weitere Alternativen wären der Abschluss einer teilautonomen Lösung, die von praktisch allen Versicherern angeboten werden.

Teilautonome Lösung kurz erklärt

Bei einer teilautonomen Lösung übernimmt der Versicherer nur das Todesfall- und Invaliditätsrisiko. Das Anlagerisiko wird anders als bei der Vollversicherung vom Arbeitgeber zusammen mit dem Arbeitnehmer übernommen. Die Anlagestrategie wird jedoch von der Stiftung bestimmt und durchgeführt. Wenn die Strategie erfolgreich ist, können gute Renditen erzielt werden. Ist die Strategie nicht erfolgreich und muss die Pensionskasse einen Verlust auf dem investierten Kapital ausweisen, kann sie in eine Unterdeckung geraten. Schlimmstenfalls muss der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer dann allfällige Unterdeckungen mit eigenen Mitteln ausgleichen.

Tarifanpassungen im Frühjahr

Der Abschluss eines BVG ist für AHV-pflichtige Angestellte ab einem Jahreseinkommen von 21’150 CHF obligatorisch. Bei der Wahl der Versicherungsanstalt ist man jedoch frei und hat die Qual der Wahl. Es ist daher verständlich, dass es nicht zu den beliebtesten Aufgaben eines Unternehmers gehört, sich durch den Angebotsdschungel der Versicherungen zu wühlen, um das passende Angebot zu finden. Gerade im Frühjahr, wenn die meisten Pensionskassen ihre neuen Tarife bekannt geben, lohnt es sich jedoch, seine Fühler auszustrecken, um zu evaluieren, ob das bestehende BVG den Ansprüchen noch immer genügt oder ob ein Mitbewerber eine bessere Lösung anbieten kann. Meistens stellt sich dabei heraus, dass die Vorteile den Aufwand überwiegen und eine Evaluation doch nicht so mühsam ist, wie im Vorfeld angenommen.

Kündigungsfristen beachten

Man sollte die Evaluation jedoch nicht zu lange hinauszögern. Denn die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt sechs Monate zum Jahresende. Wer die Möglichkeit in Betracht zieht, die Pensionskasse zu wechseln, hat also nur noch bis zum 30. Juni Zeit. Ein Gesuch zur Verkürzung der Frist ist zwar auf Anfrage beim Versicherer möglich, kann aber nur gewährt werden, wenn dieses nicht allzu kurzfristig gestellt wird. In der Regel wird die Frist dann bis zum 30.9. verkürzt.
Eine neue BVG Versicherung schliesst man mit einer Laufzeit von 2 bis 5 Jahren ab. Während dieser Zeit kann die Versicherung nicht gewechselt werden. Danach kann man jährlich mit einer Kündigungsfrist von 6 Monaten auf Ende Jahr kündigen. Bevor man mit der Evaluation beginnt, sollte man abklären, ob der Versicherungsanbieter überhaupt gewechselt werden kann.

Köppel-Legal AG hilft Ihnen Ihre BVG-Versicherung zu vergleichen, respektive zu optimieren!

Deshalb lohnt sich der Vergleich

Es empfiehlt sich, abzuklären, ob ihre bestehende Pensionskassenlösung optimal ist.
Aus folgenden Gründen könnte sich ein Wechsel zu einem Mitbewerber lohnen:

  • Besserer Kundenservice möglich
  • Auf die aktuellen Bedürfnisse des Unternehmens angepasster Vorsorgeplan
  • Individuelle Lösungen, welche besser auf die verschiedenen Angestelltengruppen eingehen (verheiratete bzw. ledige Personen, langjährige Mitarbeiter, Kadermitglieder, usw.)
  • Einfachere Verwaltung der administrativen Aufgaben, beispielsweise über eine Online Plattform
  • Regelmässige Informationen über den Stand der Vorsorgelösung
  • Kombi- und Sparangebote bei gleichzeitigem Wechsel von UVG und KTG

Allgemein können durch einen Wechsel Ausgaben gespart werden. Um einen sinnvollen Kostenvergleich anzustellen, sollte man jedoch darauf achten, dass man Gleiches mit Gleichem vergleicht. Köppel-Legal AG hilft Ihnen gerne dabei.

Eine Evaluation lohnt sich also auf jeden Fall und bestenfalls weiss man im Nachhinein, dass die momentane Versicherung den gewünschten Anforderungen immer noch entspricht. Eine gute Pensionskassenlösung ist schliesslich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sehr wichtig. Ein Unternehmen zeigt so, dass es seine soziale Verantwortung übernimmt, Sicherheit für seine Mitarbeiter schafft und präsentiert sich als attraktiven Arbeitgeber.

Fragen Sie bei Köppel-Legal AG nach, wir unterstützen Sie gerne.

Das traurige Leben eines Steuerzahlers

1,144 Millionen Franken Steuern zahlt ein Normalverdiener in seinem Leben. Was kann der Staat damit kaufen?

Steuern total 1.144 Mio Fr.

Basis:

Otto Normalverdiener welcher in seinem Leben etwa 3.7 Mio. Fr. verdient.
Steuern auf dem Lohn, auf dem Vermögen, auf dem Benzin, auf Zigaretten, auf jedem Joghurt und jedem T-Shirt: Da kommt einiges zusammen. Eine etwas andere Steuererklärung.

Wohin fliesst das Geld:
Diese Gesamtsumme verteilt sich auf Bund, Kanton, Gemeinde, Sozialwerke, Kirche und so weiter.

  • Sozialwerke: 318’000.- Fr.
    aus Lohnabzügen für AHV und Nichtbetriebsunfall sowie Anteilen von Mehrwert-, Spirituosen- und Tabaksteuer.
    Damit lässt sich eine durchschnittliche AHV-Rente während gut 13 Jahren finanzieren.
  • Gemeinde: 241’000.- Fr.
    aus einkommens- und Vermögenssteuer.
    Das reicht für drei Einsatzfahrzeuge der Polizei (zB. Marke BMW).
  • Kanton: 295’000.- Fr.
  • Kanton: 295’000.- Fr.
    aus Einkommens-, Vermögens, Motorfahrzeug-, Hundesteuer und Feuerwehrersatzabgabe. Mit dieser Summe kann ein Bach auf einer Länge von etwa 1km revitalisiert werden.
  • Bund: 194’000.- Fr.
    Aus Mehrwert- und Einkommenssteuer und Mineralölabgabe.
    Zum Beispiel für Kampfkleidung, Schutzwesten und Tragsysteme von 65 Soldaten der Armee.
  • Kirche: 39’000.- Fr.
    Das reicht für eine neue Kirchenglocke.
  • Billag: 29’000.- Fr.
    So viel kosten zwei Folgen von «Glanz & Gloria».
  • Strassenbau: 28’000.- Fr.
    (aus Automobielsteuer, Vigniette und Mineralölabgabe)
    Damit kann man 36cm Autobahn bauen.

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Quellennachweis: NZZ am Sonntag – 17. März 2018

Weiterbeschäftigung im Rentenalter

Steuern – Wer über das ordentliche Rentenalter hinaus arbeitet, sollte alle Möglichkeiten prüfen, die das steuerbare Einkommen senken.

Nach der Pensionierung weiter arbeiten oder nicht? Beim Entscheid müssen verschiedene Aspekte, auch steuerliche, miteinbezogen werden. Köppel-Legal AG hilft Ihnen dabei!

Immer mehr Menschen möchten nach der Pensionierung weiter arbeiten, weil sie Freude am Job haben und sich fit fühlen. Viele Arbeitgeber sind froh darum. Denn das Wissen und die Erfahrungen älterer Mitarbeiter sind für viele Unternehmen wichtiges Kapital. Allerdings kann die Verbindung von Rente und Erwerbseinkommen zu unnötig hohen Steuern führen. Es lohnt sich deshalb zu prüfen, welche Möglichkeiten die AHV, Pensionskasse und die dritte Säule bieten, um die Steuerbelastung zu senken. Vorsorgeguthaben und Renten später beziehen reicht das Erwerbseinkommen zum Leben, ist es in vielen Fällen lohnenswert, den Bezug der Rente und von Vorsorgeguthaben aufzuschieben und weiterhin Beiträge zu leisten. So können Erwerbstätige im Rentenalter ihre Pensionskasse in der Regel fortführen – Männer höchstenfalls bis ins Alter von 70 Jahren, Frauen bis ins Alter von 69 Jahren. Die zusätzlichen Sparbeiträge und Zinsen führen zu einem höheren Altersguthaben, und durch den aufgeschobenen Bezug steigt in der Regel auch der Umwandlungssatz, mit dem die Pensionskassen das Altersguthaben in eine Rente umrechnen. Je nach Pensionskasse sind auch weiterhin freiwillige Einkäufe möglich, die vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können. Allerdings: Wer sein Pensionskassen-Guthaben oder einen Teil davon in Kapitalform beziehen möchte, muss sich spätestens drei Jahre vor der geplanten Pensionierung einkaufen. Sonst sind die Steuern nachzuzahlen, die man dank des Einkaufs gespart hat. Rentenbezüge unterliegen in der Regel keiner Sperrfrist. Ein Aufschub der Pensionskassen-Rente sollte gut geprüft werden. Viele Pensionskassen müssen derzeit ihre Leistungsversprechen überdenken und senken den Umwandlungssatz. Das kann dazu führen, dass der Aufschub den Umwandlungssatz nicht oder nur leicht erhöht.

Die AHV-Rente steigt bis zu 31,5%

Neben dem Bezug von Pensionskassen-Guthaben kann auch die AHV-Rente aufgeschoben werden, nämlich um bis zu fünf Jahre. Nach Ablauf der minimalen Aufschubdauer von einem Jahr kann man die Rente jederzeit abrufen. Schiebt zum Beispiel eine Frau den Bezug ihrer AHV-Rente bis ins Alter von 69 Jahren hinaus erhält sie lebenslang 31,5% mehr Rente! Dasselbe gilt für den Mann, wenn er seine AHV-Rente erst mit 70 Jahren bezieht (siehe Tabelle unten).
Der Nachteil des AHV-Aufschubs ist: Damit sich der Aufschub ohne Steuereffekte lohnt, müssen Frauen mindestens 85 Jahre und Männer 86 Jahre alt werden. Erst dann ist die Summe aller erhaltenen Renten höher als bei einem regulären Bezug.

In die Säule 3a einzahlen

Eine weitere Steuersparmassnahme sind Einzahlungen in die Säule 3a. Wer über das ordentliche Pensionierungsalter hinaus erwerbstätig bleibt, darf auch weiterhin in die Säule 3a einzahlen – Männer höchstens bis 70, Frauen bis 69. Die Beiträge sind auf CHF 6’768.- pro Jahr beschränkt, falls gleichzeitig Beiträge in eine Pensionskasse einbezahlt werden.

Erwerbstätige, die keine Pensionskassenbeiträge mehr zahlen, dürfen in der Regel bis zu 20% ihres jährlichen Nettoeinkommens in die Säule 3a einzahlen; maximal aber CHF 33’840.-.

Wichtig: In vielen Kantonen ist der allgemeine Versicherungsabzug in der Steuererklärung höher, wenn keine Beiträge mehr an die Altersvorsorge geleistet werden. Das macht eine Einzahlung in die dritte Säule unter Umständen unattraktiv.

Tabelle: Rentenerhöhung in (%) bei aufgeschobenem Bezug:

Jahren         und Monaten
0 bis 2         3 bis 5         6 bis 8         9 bis 11
1                   5,2%           6,6%           8,0%           9,4%
2                 10,8%         12,3%         13,9%         15,5%
3                 17,1%         18,8%         20,5%         22,2%
4                 24,0%         25,8%         27,7%         29,6%
5                 31,5%           –                 –                  –

Lesebeispiel: Wer den Rentenbezug um 2 Jahre und 8 Monate aufschiebt, erhält lebenslänglich einen um 13,9% höhere Rente

 

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Geschäftsauto bzw. Privatauto – Steuern optimieren

Soll ich für das Geschäft den Privatwagen oder ein Geschäftsauto in Firmenbesitz einsetzen? Was ist steuerlich optimal? Grundsätzlich muss der Einsatz eines Fahrzeugs Sinn machen. Der Einsatz eines Geschäftsautos oder auch des Privatwagens für Geschäftszwecke muss man sinnvoll begründen können.

Privatauto

Mit dem Einsatz eines Privatautos für Geschäftszwecke geben sich interessante Potentiale zur Optimierung von Bezügen, auf denen keine Sozialversicherungsabgaben abgeführt werden müssen.
Die nachfolgend aufgeführten Faktoren bestimmen, ob der Einsatz des Privatautos steuerlich vorteilhaft ist:

  • Art des Fahrzeugs:
    Der Einsatz von günstigeren Fahrzeugen ist zentral. Die Kilometerpauschale – selbst wenn die Steuerverwaltung eine höhere Kilometerpauschale als 70 Rappen bewilligt hat, reicht in der Realität nie aus, um die hohen Unterhaltskosten eines teuren Fahrzeugs zu decken. Hingegen ist die Kilometerpauschale für günstigere, sparsamere Wagen der Mittelklasse bzw. darunter attraktiv angesetzt.
  • Kilometerleistung:
    Um hohe, steuerfreie Entgelte zu generieren, muss die Kilometerleistung entsprechend hoch sein.
  • Kilometerpauschale:
    Attraktiv wird es, wenn die Steuerverwaltung höhere Kilometerpauschalen bewilligt. Im Gesuch muss eine schlüssige Begründung vorliegen, warum dies nötig ist. Zum Beispiel kann eine erfolgreiche Anwaltskanzlei anführen, dass internationale Grossklienten Wert auf einen angemessenen Auftritt Ihrer juristischen Vertreter legen – und dafür unter anderem höherwertige Privatfahrzeuge eingesetzt werden müssen.
Pauschale Autospesen

Gelegentlich werden anstatt einer Entschädigung für die effektiv gefahrenen Kilometer auch Spesenpauschalen an Mitarbeiter ausgerichtet, die die geschäftliche Nutzung des Privatwagens entschädigen sollen. Damit kann auf den hohen Aufwand verzichtet werden, der mit der Führung eines Bordbuchs anfällt. Diese Pauschalen sollten ungefähr den Kosten entsprechen, die bei einer effektiven Kostenermittlung nach Kilometerleistung ermittelt werden, sprich, mit einer Spesenpauschale darf keine verdeckte Lohnauszahlung erfolgen. Die Steuerpraxis zeigt, dass diese Pauschalen, sofern sie nicht überhöht angesetzt sind und das Geschäftsmodell die Autonutzung voraussetzt, von den Steuerverwaltungen meist nicht hinterfragt werden. Überhöhte und daher unrechtmässig erfolgte Spesenvergütungen lösen Nachforderungen der Sozialversicherungen und des Steueramtes aus. In gravierenden Fällen ist mit einem Steuerstrafverfahren zu rechnen.
Um das Risiko einer Auseinandersetzung mit dem Steueramt zu minimieren, ist es ratsam, pauschale Autospesen im Rahmen eines Zusatzreglements («Pauschalspesenreglement») vorgängig durch das Steueramt bewilligen zu lassen. Damit bleiben einem böse Überraschungen erspart.

Beurteilung eines Privatautos aus Unternehmenssicht

Vorteile
• Komplexität in der Firmenbuchhaltung wird bedeutend reduziert.
• Keine Bindung von Liquidität der Firma in Fahrzeugen bzw. keine teuren und langfristigen Leasingverträge ohne Handlungsspielraum.

Nachteile
• Mögliche Konflikte bei Schäden/Unfällen zwischen Arbeitnehmer und Unternehmen.
• Unternehmung kann nur begrenzt Einfluss auf die Fahrzeugwahl nehmen.
• Unternehmung kennt die effektiven variablen Kosten der Privatwagen nicht und zahlt u.U. zu hohe Entgelte.
• Keine ganzheitliche Optimierung möglich wie bei einheitlicher Fahrzeugflotte.
• Pauschale Autospesen müssen auf dem Lohnausweis deklariert werden (gilt nicht für effektive Autospesen auf Basis der Kilometerleistung).

Beurteilung eines Privatautos aus Arbeitnehmersicht

Vorteile
• Steuer- und sozialabgabenfreie Bezüge bei entsprechender Fahrzeugwahl
• Fahrzeugwahl verbleibt beim Nutzer
Nachteile
• Mögliche Konflikte bei Schäden/Unfällen zwischen Arbeitnehmer und Unternehmen
• Aufwand für die lückenlose Führung des Bordbuches
• Unternehmung kennt die effektiven variablen Kosten der Privatwagen nicht und zahlt u.U. zu geringe Entgelte

Geschäftsauto

Falls der Wagen nicht privat gehalten, sondern Eigentum der Firma wäre, wird die Betrachtung etwas komplizierter. Der Wagen wird vom Arbeitnehmer auch privat verwendet (im Beispiel jährlich 5’000 km) und nimmt dafür eine Lohnaufrechnung des Privatanteils in Kauf, entweder durch eine pauschale oder effektive Ermittlung des Privatanteils (jährlich 9.6% des Kaufpreises ohne MwSt bzw. 70 Rappen pro privat gefahrenen Kilometer). Die Bruttolohnaufrechnung, welche der privaten Nutzung Rechnung trägt, führt selbstverständlich zu einer höheren privaten Steuerbelastung, auf dem Mehrbetrag sind sämtliche Sozialabgaben zu entrichten.

Pauschale Ermittlung der Lohnaufrechnung: 9.6% * 35’000 = CHF 3’360
Effektive Ermittlung der Lohnaufrechnung: 5’000 * 0.70 = CHF 3’500

Die private Nutzung von Geschäftseigentum löst eine Korrektur des Vorsteuerabzugs aus. Auf dem Privatanteil schuldet die Unternehmung der Eidgenössischen Steuerverwaltung also die Mehrwertsteuer.

Geschuldete MWST bei der pauschalen Methode: 0.077 * 3’360 / 1.077 = CHF 240.20
Geschuldete MWST bei der effektiven Methode: 0.077 * 3’500 / 1.077 = CHF 250.25

Als logische Konsequenz darf der Firmenwagenfahrer in der privaten Steuererklärung keine Berufsauslagen für den Arbeitsweg geltend gemacht werden, die Firma bezahlt sämtliche Kosten im Zusammenhang mit dem Fahrzeug, also bspw. auch den Treibstoff für private Fahrten (ausgenommen Ferienfahrten).

Da infolge der Annahme der FABI-Vorlage eine Maximalgrenze für Berufsauslagen eingeführt wurde, droht dem Arbeitnehmer bei langem Arbeitsweg eine weitere Lohnaufrechnung. Auf Ebene der Bundessteuern beträgt der Abzug ab 1.1.2016 maximal CHF 3’000 pro Jahr. Im Kanton Zürich wird der Abzug ab 1.1.2018 auf CHF 5’000 begrenzt. Insbesondere für Autopendler mit längerem Arbeitsweg sind dies schlechte Nachrichten.

Beurteilung eines Geschäftsautos aus Unternehmersicht

Vorteile
• Ganzheitliche Flottenoptimierung möglich
• Fahrzeugwahl liegt beim Unternehmen

Nachteile
• Hohe Kosten: Gebundenes Kapital oder langfristige Leasingverträge
• Administrativer Aufwand: Vorsteuerkorrektur und Aufwand in der Buchhaltung

Beurteilung eines Geschäftsautos aus Arbeitnehmersicht

Vorteile
• Motivation und Entlohnungsfaktor für den Mitarbeiter
• Kein Bordbuch notwendig

Nachteile
• Bruttolohnaufrechnung bei privater Nutzung (Privatanteil)
• Bruttolohnaufrechnung bei langen Arbeitswegen (Begrenzung Pendlerabzug/FABI)
• Begrenzter Einfluss auf die Fahrzeugwahl

Fazit

Eine Entscheidung für oder gegen einen Geschäfts- bzw. Privatwagen ist von vielen Faktoren abhängig und nicht einfach zu treffen. Tendenziell sollten die hohen Kosten von teuren Fahrzeugen vom Unternehmen getragen werden (Reduzierung Vorsteuergewinn), kostengünstige Privatfahrzeuge hingegen, die sowieso bereits angeschafft wurden, bieten ein Potential für optimierte private Bezüge.

Quelle: abrechnungen.ch – April 2018

Auf welche Abgrenzungskriterien müssen gewerbsmässige Wertschriftenhändler achten?

Während die Verwaltung des eigenen Vermögens zu steuerfreien Kapitalgewinnen führen kann, ergeben sich bei der gleichen Tätigkeit als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler im Sinn der Steuerpraxis massive steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Kosten. Es kann sich mithin lohnen, den Abgrenzungskriterien genauere Beachtung zu schenken.

Wichtiges zum gewerbsmässigen Wertschriftenhandel

Kapitalgewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren des Privatvermögens einer natürlichen Person sind grundsätzlich steuerfrei, sofern sie innerhalb der einfachen Vermögensverwaltung anfallen. Dabei handelt es sich um eine Ausnahme vom Grundsatz, dass sämtliche einer Person zufliessenden Mittel steuerbare Einkünfte darstellen.
Falls die Verwaltung des eigenen Vermögens hingegen das Ausmass einer gewerbsmässigen und damit selbstständigen Tätigkeit annimmt, werden die bei der Verwaltung des eigenen Vermögens erzielten Gewinne als Erwerbseinkommen aus gewerbsmässigem Wertschriftenhandel besteuert. In diesem Fall fallen auf die Gewinne nicht nur Einkommensteuern an, sondern es müssen darauf auch die Sozialversicherungsbeiträge (AHV, IV, EO etc.) bezahlt werden.
Die Abgrenzung zwischen der schlichten Verwaltung des eigenen Vermögens und dem gewerbsmässigen Wertschriftenhandel ist also regelmässig von grosser finanzieller Bedeutung; mithin auch dann, wenn ein Verlust eingefahren wird, der u.U. mit übrigen Einkünften verrechnet werden könnte.

Die private Vermögensverwaltung

Die einschlägige Rechtsprechung zur Abgrenzung des gewerbsmässigen Wertschriftenhandels ist reichhaltig. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat versucht, die Kriterien der Rechtsprechung herauszuschälen. Ihre Ergebnisse hat sie im Kreisschreiben Nr. 36 vom 27. Juli 2012 (gewerbsmässiger Wertschriftenhandel) veröffentlicht. Demnach sind Gewinne als Resultat der Veräusserung von Wertschriften steuerfrei, wenn sie im Rahmen der blossen privaten Vermögensverwaltung oder in Ausnützung einer sich zufällig bieten den Gelegenheit erzielt werden. Ob dies jeweils der Fall ist, muss anhand der Umstände des Einzelfalls geprüft werden. Die Steuerverwaltung geht im Sinne einer «safen heaven policy» grundsätzlich von einer privaten Vermögensverwaltung und damit von steuerfreien privaten Kapitalgewinnen aus, wenn die folgenden fünf Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind:

  1. Die Haltedauer der veräusserten Wertschriften beträgt mindestens sechs Monate.
  2. Das Transaktionsvolumen (d.h. die Summe aller Kaufpreise und Verkaufserlöse) pro Kalenderjahr beträgt gesamthaft nicht mehr als das Fünffache des Wertschriften- und Guthabenbestands zu Beginn der Steuerperiode.
  3. Das Erzielen von Kapitalgewinnen aus Wertschriftengeschäften bildet keine Notwendigkeit, um fehlende oder wegfallende Einkünfte zur Lebenshaltung zu ersetzen. Das ist regelmässig dann der Fall, wenn die realisierten Kapitalgewinne weniger als 50% des Reineinkommens in der Steuerperiode betragen.
  4. Die Anlagen sind nicht fremdfinanziert, oder die steuerbaren Vermögenserträge aus den Wertschriften (wie Zinsen, Dividenden usw.) sind grösser als die anteiligen Schuldzinsen.
  5. Der Kauf und Verkauf von Derivaten beschränkt sich auf die Absicherung von eigenen Wertschriftenpositionen.

Sind diese Kriterien kumulativ erfüllt, können die Gewinne aus der Veräusserung von Wertschriften steuerfrei realisiert werden. Sind nicht alle diese Kriterien erfüllt, muss hingegen aufgrund der gesamten Umstände im konkreten Einzelfall geprüft werden, ob private Vermögensverwaltung oder ob gewerbsmässiger Wertschriftenhandel vorliegt.

Gewerbsmässiger Wertschriftenhandel

Nach der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichts stehen hier die folgenden Kriterien im Vordergrund:

  • Häufige Wertschriftentransaktionen und eine kurze Besitzdauer zeigen, dass nicht eine mittel- oder langfristige Kapitalanlage angestrebt wird, sondern das rasche Erzielen von Gewinnen im Vordergrund steht. Das spricht für ein gewerbsmässiges Vorgehen.
  • Der Einsatz von erheblichen Fremdmitteln ist ebenfalls ein Indiz für gewerbsmässigen Wertschriftenhandel, besonders wenn Wertschriftengewinne zur Deckung der Schuldzinsen und Spesen benötigt werden.
  • Werden Derivate nicht nur zur Absicherung des eigenen Wertschriftenbestands eingesetzt und wird im Verhältnis zum gesamten Vermögen ein grosses Volumen umgesetzt, ist der Handel mit Derivaten als spekulativ zu betrachten, was auf ein gewerbsmässiges Vorgehen hindeutet.

Im Gegensatz zu den eben genannten Kriterien sind das systematische und planmässige Vorgehen und ein eventueller enger Zusammenhang der Transaktionen mit der beruflichen Tätigkeit des Steuerpflichtigen und mit dem Einsatz von dessen speziellen Fachkenntnissen heute von eher untergeordneter Bedeutung.

Fazit

Die Qualifikation als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler kann zu einer erheblichen Einkommenssteuerbelastung führen. Hinzu kommt, dass auf den erzielten Gewinnen aus der Veräusserung von Wertschriften Sozialversicherungsbeiträge geschuldet sind. Es lohnt sich daher u.U., die Form der Bewirtschaftung des Wertschriftenportfolios zu analysieren und eventuell den Dialog mit den Steuerbehörden frühzeitig zu suchen.

Quelle: WEKA (Print-Newsletter Treuhand) – 25.04.2018

 

Jedes zweite Ehepaar soll künftig weniger Steuern zahlen

Es ist geplant die sog. „Heiratsstrafe“ abzuschaffen. Profitieren würden vor allem Doppelverdiener. Unverheiratete Eltern zahlen zum Teil sogar mehr. Der Bundesrat denkt nicht nur an die Firmen, sondern auch an die Familien: Diese Botschaft wollte die Landesregierung wohl aussenden, indem sie nicht einzig wie erwartet die Steuervorlage 17 für die Unternehmen verabschiedete, sondern auch gleich die Reform zur Beseitigung der Heiratsstrafe bei der Bundessteuer. Mit dieser will der Bundesrat nach vielen erfolglosen Anläufen endlich die letzten Reste der Benachteiligung von Ehepaaren eliminieren. Diese entsteht, weil Verheiratete ihre Einkommen gemeinsam versteuern. Diese werden addiert, womit das Paar in eine höhere Progression gerät als ein Konkubinatspaar mit denselben Einkommen.

6400 statt 3700 Franken

Der Bundesrat will nun, dass die Steuerämter bei Ehepaaren in Zukunft doppelt rechnen: Einerseits sollen sie wie bis anhin die herkömmliche Methode anwenden. Andererseits sollen sie im zweiten Schritt in einem vereinfachten Verfahren berechnen, wie viele Steuern das Paar bezahlen müsste, wenn es nicht verheiratet wäre. In Rechnung gestellt wird schliesslich der tiefere Betrag.
Dieser Vorschlag geht nun an das Parlament. Geht alles gut, kann die Reform 2022 in Kraft treten. Sie bewirkt happige Steuerausfälle von 1,2 Milliarden Franken, wovon eine knappe Milliarde auf den Bund entfällt und der Rest auf die Kantone. Damit sind die «Kosten» für den Bund notabene grösser als bei der Steuervorlage 17 für die Firmen. Der Bund kann sich dies aber dank seiner guten Finanzlage leisten, wie Finanzminister Ueli Maurer gestern klarmachte. Ein neues Sparprogramm sei dazu nicht notwendig.
Nutzniesser wäre etwa die Hälfte der Ehepaare im Land: Laut der Steuerverwaltung müssten insgesamt 850’000 Paare weniger Steuern zahlen als heute. Die grösste Entlastung entfällt auf die Doppelverdiener, die 725 Millionen Franken sparen können. Kleiner wäre der Bonus für die Rentnerpaare (300 Millionen) sowie für die Einverdienerpaare (140 Millionen).
Eine deutliche Sprache spricht eine Tabelle der Steuerverwaltung, die zeigt, wie sich die Entlastung auf die Einkommensklassen verteilt.

Verteilung des Minderertrags nach Einkommensklassen
Steuerbares Einkommen   Minderertrag   Steuerpflichtige Personen
von bis in Mio. CHF in % des
Minderertrages
in % des
Ertrags pro Klasse
in absoluten
Zahlen
in % der
Gesamtzahl
             –        49’900 -3.7 0.3 0.3        2’471’512 54.7
       50’000        99’900 -137.0 11.8 11.8        1’526’087 33.8
     100’000      199’900 -469.2 40.5 40.5           426’589 9.4
     200’000      499’000 -470.0 40.6 40.6            79’483 1.8
     500’000  und mehr -77.9 6.7 6.7            12’164 0.3
 Total   -1157.8 100.0 100.0        4’515’835 100.0

Fast 90 Prozent der Ersparnis kommen Paaren zugute, die steuerbare Einkommen über 100’000 Franken aufweisen. Dabei handelt es sich um eine kleine, feine Minderheit von 11 Prozent der Ehepaare. Das macht es schwierig, die Reform als Wohltat für den Mittelstand zu verkaufen. Allerdings ist die ungleiche Verteilung nicht überraschend, da heute just die Gruppe der Doppelverdiener mit den höchsten Löhnen am stärksten diskriminiert ist – zumal bei der stark progressiven Bundessteuer ohnehin ein kleiner Teil der Steuerzahler den Grossteil der Steuer bezahlt. Als Anhaltspunkt: Ein Ehepaar mit einem gemeinsamen Einkommen von 200’000 Franken brutto bezahlt heute 6400 Franken Bundessteuer. Wäre das Paar ledig, wären es nur 3700 Franken.

Die Kantone bocken

Für eine spezifische Gruppe bewirkt die Reform eine Mehrbelastung: Ledige Paare mit Kindern profitieren heute davon, dass der Bund bei ihnen ebenfalls den günstigen Elterntarif anwendet, obwohl ihre Einkommen gar nicht addiert werden. Das will der Bundesrat nun ändern, womit diese Paare proportional zur Höhe ihrer Löhne mehr Steuern zahlen müssen. Wie viel das ausmacht, kann die Steuerverwaltung nicht sagen, da die statistischen Daten fehlen.
Alleinerziehende hingegen nimmt der Bundesrat von diesem Wechsel aus, da sie ohnehin häufig armutsgefährdet sind. Deshalb plant er neu nebst allen bereits bestehenden Steuerabzügen auch noch einen Alleinerziehenden- Abzug von 11’500 Franken.
Im Parlament sind die Chancen der Reform intakt, weil der Druck, endlich eine Lösung zu finden, gross ist. Gefahr droht am ehesten von den Kantonen: Sie warnen, der Bundesrat mache das Steuersystem nur noch komplizierter. Vor allem regt sie auf, dass ihre Steuerämter wegen der doppelten Berechnung administrativen Mehraufwand haben, den der Bund nicht abgelten will. Ginge es nach ihnen, müsste der Bund ein einfacheres System wie das Splitting einführen, das viele Kantone kennen. Der Bundesrat gibt zu, dass die Kantone in die Informatik investieren und zumindest vorübergehend mehr Personal einstellen müssen.

Quelle: Tages Anzeiger – 22.03.2018

Wie erstellt man eine aussagekräftige Patientenverfügung

Drei Situationen, für die man Vorkehrungen treffen sollte:

  1. Der unmittelbare Notfall, etwa wenn ich auf der Strasse zusammenbreche.
  2. Eine länger dauernde Urteilsunfähigkeit wegen schwerer Krankheit oder
    nach einem Unfall.
  3. Eine bleibende Urteilsunfähigkeit wegen chronischer Krankheit.

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Die Heiratsstrafe wird zur Konkubinatsstrafe – Ehepaare entlasten

Der Bund will Ehepaare steuerlich entlasten und nicht verheiratete Paare mit Kindern müssten künftig mehr bezahlen.
Der Bund will die steuerliche Benachteiligung mancher Ehepaare beseitigen, mehr zahlen müssten dagegen Konkubinatspaare mit Kindern. Der Bundesrat hat die gesetzlichen Grundlagen für eine neue Paarbesteuerung ans Parlament geleitet.
Das Thema beschäftigt die Politik seit vielen Jahren. Eine Volksinitiative der CVP ist vor zwei Jahren knapp gescheitert. Jetzt nimmt der Bundesrat einen neuen Anlauf zur Abschaffung der sogenannten Heiratsstrafe und setzt dabei auf eine Lösung die er bereits vor Jahren vorgeschlagen hatte.
Der Finanzminister Ueli Maurer vor den Medien in Bern sagte: «Wir haben das Gefühl, dieses Modell könnte vielleicht mehrheitsfähig werden und vielleicht führe es zu einem Heiratsboom – wer weiss».
Klar ist, dass die neue Paarbesteuerung zu jährlichen Mindereinnahmen von 1,15 Milliarden Franken bei der direkten Bundessteuer führen würde. Laut Maurer kann das ohne zusätzliche Sparprogramme finanziert werden.

Es gilt der tiefere Betrag

Heute werden manche Zweiverdienerehepaare mit höheren Einkommen und auch viele Rentnerehepaare mit entsprechendem Einkommen gegenüber Konkubinatspaaren benachteiligt. Übersteigt die Mehrbelastung zehn Prozent, liegt gemäss Bundesgericht eine verfassungswidrige Ungleichbehandlung vor. Nun schlägt Bundesrat eine Tarifkorrektur vor.

In einem ersten Schritt berechnet die Behörde die Steuerbelastung der Ehepaare im Rahmen der gemeinsamen Veranlagung. In einem zweiten Schritt berechnet sie diese in Anlehnung an die Besteuerung von Konkubinatspaaren. Das Ehepaar schuldet damit den tieferen der beiden Beträge.

Abzug für Einverdienerehepaare

Diese Steuerberechnung vergrössert die Belastungsunterschiede zwischen Einverdiener- und Zweiverdienerehepaaren. Deshalb will der Bundesrat für Einverdienerehepaare neu einen Abzug in der Höhe von Franken 8100.- einführen. Einverdienerehepaare würden damit künftig weniger Steuern zahlen als nach geltendem Recht.

Der heutige Zweitverdienerabzug soll beibehalten werden. Selbst bei einem nur geringen Zweitverdienst soll dieser mindestens gleich hoch sein wie der Einverdienerabzug. Verhindern soll das, dass sich ein Zweiteinkommen steuertechnisch nicht lohnt. Die Arbeitsanreize für Zweitverdienerinnen und Zweitverdiener würden erhöht, schreibt der Bundesrat. Beibehalten will er auch den Verheiratetenabzug. Alleinstehende sollen wie bereits heute stärker belastet sein.

Unverheiratete mit Kindern

Steigen würde die Steuerbelastung für Konkubinatspaare mit Kindern. Deren übermässige Entlastung sei eine der Ursachen dafür, dass manche Ehepaare benachteiligt seien, meint der Bundesrat. Deshalb soll künftig für unverheiratete Personen mit Kindern bei der direkten Bundessteuer stets der Grundtarif anstelle des Verheiratetentarifs zur Anwendung kommen.

Damit nicht Alleinerziehende darunter leiden, soll für sie die Mehrbelastung mit einem Abzug in der Höhe von Franken 11’500.- kompensiert werden. Für etwa dreiviertel der Alleinerziehenden ändert sich nichts, weil sie wegen ihres tiefen Einkommens ohnehin keine direkte Bundessteuer zahlen.

Konkubinats- statt Heiratsstrafe

Der Bundesrat hält eine «Konkubinatsstrafe» für gerechtfertigt. Es sei schwierig zu bestimmen, unter welchen Voraussetzungen eine Beziehung derart gefestigt sei, dass es sich rechtfertigen würde, sie im Steuerrecht der Ehe gleichzustellen.

Vor diesem Hintergrund sei eine gewisse Schlechterstellung bestimmter Konkubinatspaare gegenüber Ehepaaren hinzunehmen, zumal in der geltenden Rechtsordnung der Ehe und der Familie als wichtiger Grundeinheit der Gesellschaft eine Sonderstellung eingeräumt werde.

Strafe und Bonus

Schon heute werden manche Konkubinatspaare benachteiligt. 370’000 Ein- und Zweiverdienerehepaare profitieren nämlich von einem «Heiratsbonus». Sie müssen weniger Steuern bezahlen als Konkubinatspaare in gleichen wirtschaftlichen Verhältnissen. Dem gegenüber sind noch 80’000 Zweiverdienerehepaare und 250’000 Rentnerpaare gegenüber Konkubinatspaaren steuerlich benachteiligt.

In der Vernehmlassung von 2012 hatten sich die meisten Verbände und Kantone gegen das Modell der alternativen Steuerberechnung ausgesprochen. Die Parteien waren gespalten.

Der Bundesrat bleibt dennoch bei seinen Plänen von damals. Da sich das alternative Berechnungsmodell nur auf die direkte Bundessteuer auswirkt, können die Kantone ihre Lösung für die Ehepaarbesteuerung beibehalten.