Erbrecht: Die Verfügungsarten

a) Gewillkürte Erbfolge

Der Erblasser kann auf sein Ableben hin Anordnungen über die Zuwendung der zu seinem Nachlass gehörenden Vermögenswerte treffen (sog. gewillkürte Erbfolge). Diese Anordnungen werden in Verfügungen von Todes wegen getroffen.

b) Verfügungen von Todes wegen

Verfügungen von Todes wegen stellen den Oberbegriff für alle Anordnungen dar, welche erst auf den Tod der verfügenden Person hin Wirkung entfalten. Dazu zählen:

  • letztwillige Verfügungen (Testamente): Dies sind einseitige und jederzeit widerrufbare Erklärungen des letzten Willens des Erblassers
  • Erbverträge: Dies sind zweiseitige und bindende Rechtsgeschäfte mit dem Erblasser
c) Testierfreiheit

Im pflichtteilsfreien Bereich kann der Erblasser grundsätzlich nach Belieben durch Testament oder Erbvertrag die Erbfolge individuell gestalten. Diese Testierfreiheit ist letzter Ausdruck der lebzeitigen Eigentumsfreiheit. Begrenzt ist diese Freiheit wie erwähnt insbesondere durch das Pflichtteilsrecht.

d) Verhältnis zum Gesetz

Trifft der Erblasser keine Anordnungen, was mit seinem Vermögen auf sein Ableben hin geschehen soll, greift die gesetzliche Erbfolge und es werden jene Erben bedacht, welche vom Gesetz berufen sind. Trifft der Erblasser dagegen entsprechende Anordnungen, greift die individuelle Erbfolge und es erben grundsätzlich die vom Erblasser berufenen Erben.
Die individuell geregelte Erbfolge geht der gesetzlichen grundsätzlich vor, obwohl sich beide Ordnungen ergänzen. Individuelle Anordnungen sind oft auf einzelne Objekte beschränkt und regeln nicht den gesamten Nachlass. Sieht der Erblasser keine Regelung vor, kommt in diesem von ihm ungeregelten Bereich die gesetzliche Ordnung zum Zuge (ZGB 481 II).

e) Wirkungszeitpunkt

Aufgrund des Zeitpunkts des Eintritts der Rechtswirkungen werden unterschieden:

  • Rechtsgeschäfte unter Lebenden: Diese wirken bereits zu Lebzeiten, so z.B. schon lebzeitig wirkende Vereinbarungen über Compte- und Depot-Joint-Verhältnisse oder Vollmachten über den Tod hinaus (OR 35 I)
  • Verfügungen von Todes wegen: Diese wirken erst nach dem Tod, so z.B. ein Testament, ein Erbvertrag oder eine Schenkung auf den Tod hin (OR 245 II).
f) Prinzip der Höchstpersönlichkeit

Gemäss dem Prinzip der Höchstpersönlichkeit hat der Erblasser sowohl formal wie auch inhaltlich selbständig alles Erforderliche vorzukehren. Testamentarische Anordnungen dürfen nicht durch Dritte konkretisiert werden. So würde z.B. die erblasserische Anordnung, wonach die Witwe dereinst nach Geeignetheit bzw. Affinität zu bestimmen habe, welcher der Nachkommen als Unternehmensnachfolger in Frage komme oder im Sinne einer Teilungsvorschrift einen bestimmten Sachwert übernehmen dürfe, das Prinzip der materiellen Höchstpersönlichkeit verletzen. Die Anordnung wäre nichtig.

g) Erbeinsetzung

Die erbrechtliche Anordnung kann den Begünstigten als Erben (ZGB 483) einsetzen. Die Erbenstellung wird mit dem Ableben des Erblassers ipso iure erlangt. Aufgrund der Universalsukzession gehen alle Aktiven und Passiven (Schulden) des Erblassers auf den Erben über. Diesem kommt eine dingliche (Gesamt-) Eigentümerstellung zu. Der Erbe haftet zudem für alle Passiven mit seinem eigenen Vermögen.

h) Vermächtnis

Die erbrechtliche Anordnung kann den Begünstigten als Vermächtnisnehmer (ZGB 484) einsetzen. Dem Vermächtnisnehmer ist ein individualisierter Vermögenswert zuge-wiesen. Der Vermächtnisnehmer ist nicht Erbe, sondern hat nur einen obligatorischen Herausgabeanspruch gegenüber der Erbengemeinschaft (ZGB 562) auf Übertragung des Vermögenswerts. Diesen Anspruch kann der Vermächtnisnehmer sofort, insbesondere vor Teilung der Erbschaft geltend machen. Der vermachte Gegenstand geht mittels Singularsukzession auf den Vermächtnisnehmer über. Den Vermächtnisnehmer trifft keine Haftung für Passiven des Nachlasses.

i) Verschaffungsvermächtnis

Beim Verschaffungsvermächtnis ist der Nachlass verpflichtet, bestimmte Objekte zu beschaffen (ZGB 484 III; BGE 101 II 29 f.).

j) Wahlvermächtnis

Das Wahlvermächtnis ermöglicht das «Aussuchen» durch den Vermächtnisnehmer.

k) Vorausvermächtnis

Das Vorausvermächtnis stellt die Begünstigung eines Erben dar, der zusätzlich zu seinem Erbteil (schon vor der Teilung) ein Vermächtnis bekommt (ZGB 486 III). Das Voraus-vermächtnis kann insbesondere auch vor der Erbteilung gefordert werden. Das Vorausvermächtnis ist nicht dasselbe wie ein Vorvermächtnis und mit diesem nicht zu verwechseln.

l) Vorvermächtnis

Beim Vorvermächtnis erwirbt der Vorvermächtnisnehmer ein Vermächtnis unter der Bedingung, das Vermächtnis zu einem späteren Zeitpunkt dem Nachvermächtnisnehmer auszuliefern. Vgl. ergänzend die nachfolgenden Ausführungen zur Vor-/Nacherbeschaft.

m) Auflagen und Bedingungen

Die Stellung eines Erben oder Vermächtnisnehmer kann mit Auflagen und Bedingungen versehen werden (ZGB 482):

  • Auflagen sind Anordnungen, die den Belasteten verpflichten, zu bestimmtem Zweck etwas zu tun oder zu unterlassen (BGE 94 II 91). Das Verhalten der Begünstigten kann im Sinne des Erblassers gesteuert werden.
  • Bedingungen machen die Verfügung vom Eintritt oder Nichteintritt eines zukünftigen ungewissen Ereignisses abhängig (OR 115 ff.). Es können zukünftige Entwicklungen in die erblasserische Anordnung einbezogen werden.
    Schranken für die Anordnung von Auflagen und Bedingungen bilden u.a. das Recht auf den unbeschwerten Pflichtteil der Erben, deren autonome Zukunftsverantwortung und die Einschränkung ihrer Persönlichkeitsrechte.
n) Privatorische Klauseln

Privatorische Klauseln oder Straf- oder Verwirkungsklauseln (BGE 85 II 378, BGE 117 II 243 ff.) wie z.B. «wer dieses Testament anficht, wird auf den Pflichtteil gesetzt» oder « … verliert die ihm zugewendete Begünstigung» bereiten Schwierigkeiten. Insbesondere bei heiklen Fragen, wie z.B. bei Zweifel an der Urteilsfähigkeit des Erblassers kann die Prozessführung durchaus sinnvoll sein. Bei Vorliegen triftiger Gründe zur Prozessführung darf der Klägerschaft ein negativer Prozessausgang daher nicht automatisch zum Nachteil gereichen.

o) Teilungsvorschriften

Teilungsvorschriften sind Vorschriften des Erblasser über die Zusammensetzung der auf die einzelnen Erben entfallenden Teile (ZGB 608 I und IIII) und dadurch Anordnungen über die Zuweisung konkreter Objekte. Der Erbe erhält nur seinen Erbteil. Die Teilungsvorschrift wirkt daher nur innerhalb des Erbteils oder der Erbquote. Der Erbe kann das konkrete Objekt aber unabhängig von ZGB 610 ff. übernehmen. Teilungsvorschriften haben die Qualität von Auflagen, sind nicht zwingend und können bei Einstimmigkeit der Erben missachtet werden. Eine gewisse Sicherung ist mittels privatorischer Klauseln möglich. Besser wäre eine erbvertragliche Abmachung unter Einbindung aller Beteiligten.

p) Abgrenzung und Auslegung

Ob Teilungsvorschrift oder Vorausvermächtnis beabsichtigt war, ist durch Auslegung zu ermitteln (BGE 115 II 323). Entscheidend ist, ob die Begünstigung zum Erbteil hinzutreten (zusätzliche Begünstigung = Vorausvermächtnis) oder in diesem mit enthalten sein soll (Anrechnung = Teilungsvorschrift). Bei Unklarheit vermutet ZGB 608 III das Vorliegen einer blossen Teilungsvorschrift.

q) Ersatzverfügung

Mit Ersatzanordnungen trifft der Erblasser Regelungen für die Situation, dass der Begünstigte vor ihm sterben sollte (ZGB 487). Es gibt nur einen Begünstigten. Der Erb-lasser sieht den späteren Begünstigten nur subsidiär für den Fall vor, dass der primär gewollte im Zeitpunkt des Erbgangs weggefallen sein sollte. Bei der Nachbegünstigung bzw. Nacherbeneinsetzung sieht der Erblasser dagegen zeitlich gestaffelt mehrere Begünstigte vor.

r) Vor-/Nacherbeneinsetzung

Mit der zeitlich gestuften, konsekutiven Nachbegünstigung durch Einsetzung eines Nacherben bzw. Nachvermächtnisnehmers kann der ursprüngliche Erblasser Anordnungen über das Schicksal der seinen Erben (Vorerben) angefallenen Werte in einem späteren Zeitpunkt treffen.

Bei der Vor-/Nacherbeneinsetzung erwirbt der Vorerbe eine Erbschaft unter der Bedingung, das Erbe zu einem späteren Zeitpunkt (meist beim Versterben des Vorerben) dem Nacherben auszuliefern.

s) Vorerbe

Der Vorerbe ist faktisch blosser Nutzniesser. Im Rahmen seines Pflichtteils muss er sich eine Nacherbeneinsetzung nicht gefallen lassen. Der Vorerbe ist verpflichtet, die Erb-schaft zu erhalten und diese ordnungsgemäss zu verwalten. Bei Verschulden haftet er. Er hat für die Verwaltungskosten (analog ZGB 755 ff.) aufzukommen. Der Vorerbe kann von der Sicherstellungspflicht befreit werden (ZGB 490 II) und eine Nachbegünstigung bloss auf den Überrest anordnen. Aber selbst bei Nacherbeneinsetzung auf den blossen Überrest ist der Vorerbe nach Treu und Glauben zur schonenden Rechtsausübung verpflichtet.

Der Vorerbe tritt den Vorerbfall mittels Universalsukzession an. Er haftet und wird Eigentümer. Die Vorerbenstellung ist resolutiv bedingt. Der Vorerbe ist verpflichtet, diese im massgeblichen Zeitpunkt (ZGB 489 I) zu Gunsten des Nacherben aufzugeben.

t) Nacherbe

Auch der Nacherbe erwirbt nach dem allgemeinen erbrechtlichen Regeln. Er tritt die Rechtsnachfolge des ursprünglichen Erblassers und nicht des Vorerben an. Bis zum Nacherbfall besitzt der Nachberechtigte eine blosse Anwartschaft. Zu deren Schutz ist ein Sicherungsinventar anzuordnen (ZGB 490 I; ZGB 553).

Zulässig ist nur die einmalige Einsetzung eines Nacherben (ZGB 488 II).

u) Wegfall des Vor-/Nacherben

Bei Wegfall des:

  • Nachberechtigten ist der Vorerbe vermutungsweise sein Ersatzerbe (ZGB 492 II)
  • Vorerben ist der Nacherbe vermutungsweise Ersatzbegünstigter (ZGB 492 III).
v) Stiftungen

Eine Stiftung kann durch eine Verfügung von Todes wegen gegründet werden (ZGB 493). Sie ist nur im pflichtteilsfreien Bereich möglich. Eine derartige sog. «Erbstiftung» entsteht erst durch den Tod des Erblassers. Diese Erbstiftung ist für irgendeinen (ZGB 493 I), gesetzlich zulässigen (ZGB 493 II), und zugunsten familienfremder Dritter auch für einen wirtschaftlichen (BGE 123 III 337) Zweck möglich. Soll die Stiftung dagegen den Familienmitgliedern dienen (sog. «Familienstiftung»), besteht eine Einschränkung des Zwecks auf die Bestreitung der Kosten der Erziehung, Ausstattung oder Unterstützung von Familienangehörigen oder zu ähnlichen Zwecken (ZGB 335).

w) Erbvertrag

Der Erbvertrag ist nicht nur (vertragliche) Verfügung von Todes wegen, sondern auch Gestaltungsmittel, indem Stabilität und Planungssicherheit geschaffen wird. Die Parteien dürfen keinem Willensmangel unterliegen und nicht übervorteilt werden. Wegen der Bindung auf die Zukunft ist die öffentliche Beurkundung des Erbvertrages zwingend (ZGB 512). Der vertragliche Gestaltungsspielraum reicht weiter als die Testierfreiheit. Die Bindung ans Pflichtteilsrecht entfällt bei zustimmender Mitwirkung der Pflichtteilserben.

Es werden positive Erbverträge (sog. Erbzuwendungsverträge) und negative Erbverträge (sog. Erbverzichtsverträge) unterschieden.

x) Erbzuwendungsvertrag

Im Erbzuwendungsvertrag nach ZGB 494 wird vertraglich ein Begünstigter bezeichnet. Im Unterschied zur Vor-/Nacherbeneinsetzung:

  • fällt der Nachlass des Vorverstorbenen ohne jede Einschränkung an den Überlebenden
  • ist der Nachlass des Überlebenden nicht fremdbestimmt, sondern durch diesen erbvertraglich mitgestaltet

Der Umfang der Bindungswirkung ist durch Auslegung, vorab Wortlaut, zu ermitteln.

y) Erbverzichtsvertrag

Im Erbverzichtsvertrag nach ZGB 495 verzichtet ein Erbe zu Lebzeiten auf seine allfällige erbrechtliche Beteiligung am Nachlass des Erblassers. Dogmatisch liegt darin keine erblasserische Anordnung von Todes wegen. Häufig wird eine Abfindung als Gegenleistung für den Verzicht vereinbart (sog. Erbauskaufvertrag). Eine Abfindung ist für die Pflichtteilsberechnung massgebend (ZGB 535 i.V.m. 527 Ziff. 2).

Der Erbverzichtsvertrag ist heikel:

  • indem der Erbverzicht gemäss ZGB 495 III auch zulasten der Nachkommen gilt (Vertrag zu Lasten Dritter)
  • hinsichtlich der angemessenen Abfindungssumme, da weder die aktuellen noch künftigen Verhältnisse des erblasserischen Vermögens abschätzbar sind.
z) Numerus clausus

Bei den Verfügungsarten gilt der Grundsatz des numerus clausus. ZGB 482 – 497 regelt die möglichen Verfügungsarten vollständig und abschliessend.

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Der Bundesrat erhöht 2019 die AHV-Renten

Erstmals seit 2015 erhöht der Bundesrat wieder die AHV- und IV-Renten. Die Kosten belaufen sich auf 430 Millionen Franken.

Weil Preise und Löhne steigen, erhöht der Bundesrat die AHV- und IV-Renten. 2019 steigt die Minimalrente um 10 Franken, die Maximalrente um 20 Franken. Die Kosten belaufen sich auf 430 Millionen Franken pro Jahr. Nach den Beschlüssen des Bundesrats vom Freitag beträgt eine AHV/IV-Minimalrente neu 1185 Franken pro Monat, die Maximalrente 2370 Franken. Erhöht werden auch die Beträge für die Deckung des Allgemeinen Lebensbedarfs bei den Ergänzungsleistungen. Selbständigerwerbende und Nichterwerbstätige zahlen etwas höhere Mindestbeiträge.

Der Bundesrat prüft alle zwei Jahre, ob die Renten erhöht werden müssen. Zuletzt hat er sie 2015 angepasst. In den folgenden Jahren sind Löhne und Preise so schwach gestiegen, dass die Renten nicht angepasst wurden. Der Bundesrat stützt seinen Entscheid auf die Empfehlung der Eidgenössischen AHV/IV-Kommission. Er basiert auf dem so genannten Mischindex, dem Mittel aus Preis- und Lohnindex.

Die Rentenerhöhungen kosten insgesamt 430 Millionen Franken. 380 Millionen Franken entfallen auf die AHV, 50 Millionen Franken auf die IV. Die Anpassung der Ergänzungs-leistungen verursacht Zusatzkosten von 1,3 Millionen Franken.
Auch bei der obligatorischen beruflichen Vorsorge hat der Bundesrat Änderungen beschlossen. Der Koordinationsabzug steigt von 24’675 Franken auf 24’885 Franken, die Eintrittsschwelle von 21’150 Franken auf 21’330 Franken. In die Säule 3a können maximal 6826 Franken statt wie heute 6768 Franken eingezahlt werden. Wer keine 2.Säule hat, kann bis zu 34’128 Franken einzahlen. Heute beträgt das Maximum 33’840 Franken.

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Schweizer wählen oft die erstbeste Hypothek

70 Prozent der Hypothekarnehmer finanzieren ihr Eigenheim bei ihrer Hausbank. Damit entgehen ihnen oft Einsparungen von Tausenden von Franken.

Bei der Eigenheimfinanzierung geht es um Hunderttausende bis Millionen von Franken. Schon eine kleine Zinsdifferenz führt deshalb zu erheblichen Preisunterschieden bei der Hypothek.

Trotz des offensichtlichen Sparpotenzials wählen 70 Prozent der Hypothekarnehmer die Hausbank zur Finanzierung ihres Eigenheims. Ein Viertel der Hypothekarnehmer verzichtet komplett auf einen Zinsvergleich der verschiedenen Anbieter. Und nur gerade jeder Zehnte schliesst nicht bei einer Bank ab – obwohl alternative Anbieter wie Versicherungen und Pensionskassen oft günstigere Konditionen bieten. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Online-Vergleichsdienstes Comparis.ch hervor.

Nachlässige Hausbank-Kunden

Über 30 Prozent der Hypothekarkunden holen vor Vertragsabschluss nur eine Offerte ein. Eigenheimkäufer, die bei der Hausbank eine Hypothek abschliessen, zeigen sich besonders passiv: Fast zwei Drittel von ihnen haben nur eine oder zwei Offerten eingeholt. Und 27 Prozent haben nicht einmal die Zinsen der Anbieter verglichen. Bei den Hypothekarnehmern, die nicht die Hausbank gewählt haben, hat nur die Hälfte so wenige Offerten angefordert; und nur gerade 14 Prozent haben sich nicht mit den Zinskonditionen befasst.

Besonders vergleichsfaul: Landbewohner und Romands

Insgesamt sind vor allem die Bewohner der ländlichen Regionen und die Romands vergleichsfaul. Auf dem Land übernehmen mit rund 30 Prozent fast doppelt so viele Hauskäufer unkritisch die erste Offerte wie in städtischen Gebieten. In der Romandie verzichten 28 Prozent vor Vertragsabschluss auf einen Zinsvergleich (Deutschschweiz: 22 Prozent, Tessin: 19 Prozent).
Zudem fällt auf, dass sich vor allem die über 60-jährigen Hypothekarnehmer nicht mit den Angeboten auf dem Markt auseinandersetzen. Fast jeder Dritte dieser Altersgruppe hat keinen Zinsvergleich durchgeführt. Bei den 40- bis 59-Jährigen ist es rund jeder Vierte, bei den unter 40-Jährigen nur noch knapp jeder Neunte.

Bindung zur Hausbank hemmt Vergleichslust

Als wichtigsten Grund für einen Vergleichsverzicht nennen die Befragten ihre Bindung zur Hausbank: Rund jeder zweite vergleichsfaule Hypothekarkunde gab an, sowieso bei seiner Hausbank abschliessen zu wollen. 27 Prozent nannten die persönliche Beziehung zum Berater. Gut jeder zehnte Hypothekarnehmer hat den Anbieter aufgrund einer Empfehlung von Familienmitgliedern oder Freunden gewählt. Knapp fünf Prozent nennen den zeitlichen Aufwand als Hürde für den Zinsvergleich.

Unterschätztes Sparpotenzial

Rund acht Prozent der Befragten erachteten das Sparpotenzial als zu klein. «Der Eindruck, dass sich bei geringen Zinsunterschieden ohnehin nicht viel sparen lässt, täuscht», relativiert Dominik Weber, Banken-Experte bei Comparis.ch. «Gerade bei hohen Hypothekarsummen und langen Laufzeiten lassen sich schnell mehrere Tausend Franken sparen.» Wer beispielsweise eine Hypothek über CHF 700’000.- aufgenommen hat, spart bei einer zehnjährigen Festhypothek mit einem günstigen Anbieter und einem Zins zu 1,4 Prozent gegenüber dem publizierten Richtzins von 1,6 Prozent satte CHF 14’000.-.
Weber empfiehlt, neben Banken auch alternative Anbieter als mögliche Finanzierungs-partner zu prüfen. Denn auch Versicherungen und Pensionskassen bieten Hypotheken an – in vielen Fällen sogar zu besseren Konditionen als die Banken. Gemäss der Comparis-Umfrage schliesst nur gerade jeder Zehnte seine Hypothek nicht bei einer Bank ab.

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Warum sich der Kauf einer Immobilie auszahlt

Für viele Menschen ist ein Eigenheim ein Lebenstraum. Ob man eine Immobilie kaufen soll oder doch lieber zur Miete wohnen will, hängt von vielen Faktoren ab. Das Ein-kommen, die eigenen finanziellen Rücklagen, aber auch das Miet- und Kaufpreisniveau am Wunschort sind Faktoren, die über den Kauf oder die Miete der Immobilie entscheiden.

Vorteile der gekauften Immobilie

Der Erwerb einer Immobilie kann eine gute Altersvorsorge darstellen. Besonders in guten Lagen, ist auch künftig mit Wertsteigerungen der Immobilien zu rechnen. Ob sich ein Immobilienkauf jedoch wirklich lohnt, sollte gründlich nachgerechnet werden. Der sogenannte Mietpreismultiplikator gibt Aufschluss darüber, wie viele Jahresmieten für eine Immobilie für den gesamten Kaufpreis zu zahlen wären. Angenommen eine Wohnung kostet jährlich CHF 28’800.- zur Miete, der Kaufpreis der gleichen Immobilie beträgt CHF 700’000.- und man nun den Kaufpreis durch die jährliche Miete rechnet, ergibt der Mietpreismultiplikator, dass für die Immobilie 24,3 Jahre Miete bezahlt werden muss, bis der Kaufpreis abbezahlt ist. In der Regel sprechen Multiplikatoren, die über 20 liegen, für tendenziell höhere Immobilienpreise, jedoch auch dafür, dass eine hohe Nachfrage besteht. Ein hoher Multiplikator muss daher nicht ein Grund sein, auf den Kauf der Immobilie zu verzichten.

Untersucht werden hierbei die laufenden Kosten beim Kauf eines Eigenheims im Wert von CHF 700’000.- und die Kosten für die Miete im gleichen Objekt.

Ausgehend von den unten dargestellten Zahlen spart der Käufer gegenüber dem Mieter CHF 1374.- im Monat. Des Weiteren lebt der Eigenheimbesitzer im Alter mietfrei. Diese muss der Vermieter oder Hausbesitzer regelmässig zur Seite legen. Im Gegenzug dazu muss der Mieter jedoch jederzeit damit rechnen, dass der Mietzins durch den Vermieter erhöht wird. Ob sich der Kauf einer Immobilie langfristig lohnt, ist zudem davon abhängig, ob die Bedingungen so bleiben, wie sie im Moment sind. Da momentan keine bis sehr tiefe Zinsen von den Banken ausbezahlt werden, lohnt sich die Investition in ein Eigenheim umso mehr.

Fazit

Ob Mieten oder Kaufen günstiger ist, hängt von zahlreichen Parametern ab. Zum einen vom Eigenkapital, das man mitbringt, zum anderen aber etwa auch von der erwarteten Wertsteigerung des Objekts und der künftigen Miete. Sind die Zinsen niedrig, kann sich der Erwerb einer selbst genutzten Immobilie oft finanziell selbst dann lohnen, wenn in vielen Regionen die Kaufpreise steigen. Betrachtet man die laufenden Kosten in einem Objekt jeweils zur Miete und beim Kauf, so ergibt sich wie im Beispiel unten dargestellt, dass sich der Kauf der Immobilie auf längere Sicht durchaus lohnt.

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Wohnrecht und zusätzliche Einkünfte durch Immobilienverrentung

Die Immobilienverrentung ist die ideale Lösung für Rentner, welche gerne in ihrer Immobilie bleiben möchten, jedoch gleichzeitig mit ihren Renteneinkünften kaum leben können. Durch die Immobilienverrentung wird das Eigenheim zwar verkauft, der Verkäufer erhält jedoch ein garantiertes im Grundbuch eingetragenes Wohnrecht.

Das Problem der Finanzierung

Viele Immobilienbesitzer sind damit konfrontiert, dass das Geld im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung gebunden ist. Oft wird eine neue Hypothek benötigt, um allfällige Investitionen an der Immobilie oder die Pflegekosten tragen zu können. Eine neue Hypothek im Rentenalter zu erhalten, gestaltet sich jedoch schwierig, da die vorhandenen Einkünfte oftmals nicht gross genug sind.

Die Immobilienverrentung könnte in diesem Fall eine ideale Alternative darstellen. Anders als beim normalen Verkauf der Immobilie, wird der Kaufpreis nicht als Einmalzahlung ausbezahlt, sondern als monatliche Rente für einen im vornherein vereinbarten Zeitraum. Die Immobilienverrentung stellt daher vor allem für jene älteren Leute eine geeignete Lösung dar, die mehr Einkünfte zur Verfügung haben möchten, oder die einfach mehr Geld für Hobbies und Reisen zur Verfügung haben und die gerne noch einige Jahre in ihrer eigenen Immobilie wohnen möchten.

Die Köppel-Legal AG begleitet Menschen mit einer breiten Palette von Angeboten durch die dritte Lebensphase. Kompetentes Fachwissen, Tipps und Lösungsansätze zum Umgang mit der eigenen Immobilie im Alter zeichnet unsere Kernkompetenz aus. Unter anderem wird auch die Immobilienverrentung thematisiert.

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Der Immobilienverkauf im Alter

Oft fällt es Eigentümern nicht leicht, mit dem Gedanken des Verkaufs der eigenen Immobilie zu spielen und Ausschau nach einer altersgerechten Wohnung zu halten. Ein Verkauf der eigenen Immobilie kann jedoch viele Vorteile mit sich bringen, welche auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich sind. Eine kleinere, besser gelegene Wohnung kann die Lebensqualität deutlich steigern.

Die Vorteile des Verkaufs

Ein Eigenheim bringt viel Arbeit mit sich. Sei es der Garten der gepflegt werden muss, die Reinigungsarbeit, kleinere oder grössere Reparaturarbeiten die anfallen, oder even-tuell stehen sogar Umbau- oder Sanierungsarbeiten an. Zudem ist in vielen Familien nicht klar, ob die Immobilie von der nächsten Generation übernommen wird. Diese Punkte bringen viele Rentner dazu, die eigene Wohnsituation zu überdenken. Oftmals wird dabei festgestellt, dass die Ansprüche an das eigene Zuhause gestiegen sind.

Sofern man die geographische Flexibilität hat und sich emotional von der Liegenschaft lösen kann, ist der Verkauf der eigenen Immobilie und der Wechsel in eine altersgerechte Wohnung der ideale Ansatz. Eine neue altersgerechte Wohnung bringt viele Vorteile mit sich: Sie verfügt über einen Lift und befindet sich in der Nähe von Ein-kaufsmöglichkeiten, Apotheken, dem öffentlichen Verkehr und einem Arzt, was das alltägliche Leben ungemein erleichtert. Durch den Verkauf der eigenen Immobilie, zum Beispiel an eine jüngere Familie, kann vergewissert werden, dass das Eigenheim in gute Hände gerät, denn oftmals behandeln Eigentümer die Immobilie mit grösserer Sorgfalt, als dies Mieter tun würden. Vielen Eigentümern ist zudem nicht klar, was alles durch den Verkauf der Immobilie realisierbar ist und welche neuen Möglichkeiten sich auftun. Durch den Verkauf der Immobilie fallen mögliche Reparaturarbeiten weg und mit dem Erlös lassen sich weitere Wünsche erfüllen.

Die Vorbereitungen für den Verkauf

Ein wichtiger Schritt im Immobilienverkauf ist die korrekte Bestimmung des Marktpreises. Eine Schätzung der eigenen Immobilie lässt sich am besten durch einen Spezialisten realisieren, da durch seine Fachkenntnisse und der nötigen Objektivität, ein befriedigenderes Ergebnis erzielt wird, als bei einer eigenhändigen Festlegung des Marktpreises. Ein zu hoch angesetzter Marktpreis kann den Verkauf schwierig gestalten.

Für das Erstellen eines Vermarktungskonzepts ist es ebenfalls ratsam, sich einen erfahrenen Profi zu Rate ziehen. Ausserdem sollte beachtet werden, dass die Immobilie auf Vordermann gebracht wird und allfällige kosmetische Verschönerungen vorgenommen werden, bevor die ersten Kaufinteressenten zur Besichtigung vorbeikommen.

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Früher in Rente – so klappts bestimmt

Wer auf eine Frühpensionierung hin plant, sollte schon vorher die nötigen Schritte einleiten und wissen, was einen in diesem Moment erwartet.

Für eine Frühpensionierung ist eine Beratung bei einem Vorsorge-Experten, wie der Köppel-Legal AG, unabdingbar.

Obwohl die Lebenserwartung gestiegen ist, sind die meisten Schweizerinnen und Schweizer nicht bereit, länger zu arbeiten. Im Gegenteil: 58 Prozent der Erwerbstätigen gehen vorzeitig in den Ruhestand, wie eine neue Studie von Swisscanto zeigt. Nur rund ein Drittel arbeitet bis zum ordentlichen Rentenalter.

Mit der Frühpensionierung erfüllen sich viele einen Traum. Für etliche andere ist sie jedoch ein Zwang: weil sie gekündigt werden zum Beispiel oder weil das Pensionsalter im Betrieb tiefer ist.

Ein vorzeitiger Ruhestand kostet den Betroffenen eine ziemliche Stange Geld. Zum einen, weil die Erwerbseinkünfte wegfallen. Zum anderen sind die Renten oder Kapitalbeträge aus der Vorsorge tiefer, weil Beitragsjahre fehlen. Ausserdem ist es nicht mehr möglich, nach der Frühpensionierung weiter in die dritte Säule einzuzahlen. Wer es trotzdem tut, wird von der Steuerbehörde aufgefordert, sich die Beiträge zurückzahlen zu lassen. Konkret muss man folgendes beachten:

Das passiert bei der Bank

Wer bei einer Bank mit einer gebundenen Vorsorge gespart hat, stellt einfach die Überweisungen ein – man ist nicht verpflichtet, regelmässig einzuzahlen. Das Konto darf bis zum ordentlichen AHV-Alter bestehen bleiben.
Bei der Auszahlung wird eine einmalige Steuer fällig. Je höher der Betrag, desto höher der Steuersatz. Clever ist, wer schon vorher mehrere 3a-Konten eingerichtet hat, denn mit einer gestaffelten Auflösung lassen sich Steuern sparen. So kann man etwa jedes Jahr ein Konto auflösen. Wer alles auf einem Konto hat, kann das nicht mehr aufteilen und muss das ganze Kapital auf einmal nehmen und versteuern.

Das passiert bei der Versicherung

Vorsorgen lässt sich auch mit einer Lebensversicherung. Anders als bei der Banklösung vereinbart man hier ein fixes Ablaufdatum. Man auferlegt sich einen Sparzwang für die ganze Laufzeit, denn die Prämien müssen regelmässig bezahlt werden. Die Vorteile einer Versicherungslösung sind, dass man etwa die Familie für den Todesfall absichern kann und dass die Prämien bei Erwerbsunfähigkeit bis zum Ablauf der Police weitergezahlt werden.
Doch die Nachteile überwiegen oft. Man ist bis zum Ablauf gebunden, und bei einer vorzeitigen Vertragsauflösung kann man viel Geld verlieren. Die Kosten sind hoch – mit den Beiträgen wird nicht nur zusätzlich für die Versicherungsdeckung bezahlt, sondern auch für die Provision, die der Berater für den Vertragsabschluss bekommt, sowie für Administration und Verwaltung.
Beim Ablauf der Versicherung erhält man, was in der Police steht. Bei normalen Sparversicherungen gibt es ein garantiertes Kapital, bei Fondsversicherungen meist nicht. Dort erhält man einfach den Wert, den die Fondsanteile zu diesem Zeitpunkt haben.
Weil es für die Prämie eine Zahlungspflicht gibt, muss man bei einer Frühpensionierung eine Lösung mit der Gesellschaft suchen. Denn wie auch bei der Bank darf man keine Prämien mehr einzahlen, wenn man keinem Erwerb mehr nachgeht.
Die meisten Versicherungen lassen einem die Wahl, sie prämienfrei weiterzuführen oder sofort aufzulösen. Wenn der Vertrag ohne Prämien bis zum Ablauf weiterläuft, reduziert die Gesellschaft die Leistungen. Bei Auflösung zahlt sie den aktuellen Rückkaufswert und die aufgelaufenen Überschussanteile aus.
Die Versicherung im Rahmen der freien Vorsorge weiterzuführen, bieten nur die wenigsten an. Für die Änderung der Police sollte man frühzeitig mit der Versicherung Kontakt aufnehmen.

Das passiert bei der AHV

Bei der AHV müssen Frühpensionierte weiterhin Beiträge einzahlen, bis sie das ordentliche Rentenalter erreichen. Das gilt auch, wenn man eine gekürzte AHV-Rente ein oder zwei Jahre früher bezieht. Ob man die Rente früher will oder nicht, kann man wählen. Ein Jahr früher bedeutet eine lebenslange Kürzung der Rente um 6,8 Prozent. Zwei Jahre früher bedeutet eine Kürzung um 13,6 Prozent. Obwohl man weiterhin einzahlen muss, erhöht sich die Rente nicht mehr.

Das passiert bei der Pensionskasse

Wer in einer Pensionskasse versichert ist, scheidet bei der Frühpensionierung aus. Man bezieht ab diesem Zeitpunkt eine Rente, das angesparte Kapital oder eine Kombination. Massgebend ist das Reglement der Kasse. Durch die Frühpensionierung fehlen jedoch meist mehrere Beitragsjahre. In der Regel sind das die Jahre mit den höchsten Beitragszahlungen. Ausserdem fallen Zinserträge weg – auch die fallen bei den meist hohen Sparkapitalien ins Gewicht.
Bei einem früheren Rentenbezug aus der zweiten Säule wendet die Kasse zudem einen tieferen Umwandlungssatz an, weil sie länger zahlen muss.

Wie funktioniert die Pensionskasse (PK)

Ein vorzeitiger Ruhestand sollte also wenn immer möglich gut geplant sein. Eine Pensionierungsplanung bei einer Expertin oder einem Experten zeigt schon Jahre zuvor an, was möglich ist und welche Massnahmen noch getroffen werden sollten. So kann man Fehlentscheide vermeiden und finanzielle Engpässe verhindern.

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Pensionskasse (PK) verzinsen Vorsorgegelder tiefer!

Das laufende Jahr ist bisher kein gutes Anlagejahr für die Schweizer Pensionskassen. Angestellte müssen wieder mit einer tieferen Verzinsung ihrer Vorsorgegelder rechnen. Und auch Neurentnern drohen Leistungseinbussen.

Die Verzinsung der aktiv Versicherten dürfte 2018 wieder unter 2,0 Prozent liegen, wie die Anlageberatungsfirma Complementa am Dienstag zu ihrem „Risiko Check-up 2018“ mitteilte. Noch 2017 hatte die Verzinsung mit 2,2 Prozent einen der höchsten Werte seit der Finanzkrise erreicht.

Deckungsgrad sinkt

Damals hatte insbesondere ein Boom an den Aktienmärkten den Pensionskassen eine Rendite von hohen 7,9 Prozent beschert. Doch dieses Jahr müssen die Pensionskassen laut Complementa wieder kleinere Brötchen backen.

Ihre Anlagen haben unter dem Strich nichts abgeworfen. Per Ende August schätzt Complementa die Rendite auf minus 0,6 Prozent. Zwar können Pensionskassen damit die Rentenauszahlungen weiterhin decken. Doch fällt der Deckungsgrad um 1,8 Prozentpunkte auf 106,2 Prozent.

Als Reaktion auf das anhaltend tiefe Zinsumfeld gehen viele Pensionskassen mehr Risiken ein. Sie legen die Vorsorgegelder vermehrt in Aktien, Immobilien und in alternativen Anlagen an. Der Anteil der als relativ sicher geltenden festverzinslichen Anlagen ist dagegen seit 2007 um 8,5 Prozentpunkte auf ein historisches Tief von 35,1 Prozent gesunken.

Umwandlungssätze unter Druck

Neben den gesunkenen Zinsen sei auch die gestiegene Lebenserwartung der Schweizer Bevölkerung für die Pensionskassen eine grosse Herausforderung, schrieb Complementa. Als Reaktion auf diese Veränderungen sänken die Umwandlungssätze.

Der durchschnittliche Umwandlungssatz, mit dem die jährlich auszuzahlende Rente berechnet wird, liege für das aktuelle Jahr bei 5,8 Prozent. Das heisst, bei einem Pensionskassenvermögen von beispielsweise 100’000 Franken erhält ein Rentner jährlich 5’800 Franken.

Vom gesetzlichen Umwandlungssatz für den obligatorisch versicherten Teil ist der Satz damit weit entfernt. Denn der gesetzliche Mindestsatz liegt bei 6,8 Prozent. Noch vor der Finanzkrise 2007 lagen die tatsächlichen Umwandlungssätze nahe an diesem Wert. Dagegen schätzen Pensionskassen, dass Pensionierte bis 2023 jährlich gerade noch 5,3 Prozent ihres Vorsorgekapitals als Rente ausbezahlt erhalten.

Für die „Risiko Check-up 2018“-Studie hat Complementa Informationen aus den Geschäftsberichten von 421 Pensionskassen ausgewertet. Diese vereinen gemeinsam Vermögenswerte von 674 Milliarden Franken.

 

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Steuern bei Kindern – Teil 2

Die Geltendmachung von Kinderabzügen in der Steuererklärung gestaltet sich oftmals kompliziert. Im vorliegenden zweiten Teil zum Thema Steuern bei Kindern wird die Situation von Konkubinatspaaren und von getrennten sowie geschiedenen Eltern beleuchtet.

Konkubinatspaare werden wie alle Unverheirateten separat veranlagt. Das heisst, jeder Partner gibt eine eigene Steuererklärung ab. Ehepaare werden getrennt veranlagt, wenn sie rechtlich (Trennungsurteil) oder tatsächlich getrennt sind. Der Nachweis der faktischen Trennung ist von den Ehegatten zu erbringen. Faktisch getrennt bedeutet, dass keine eheliche Wohnung und keine Gemeinsamkeit der Mittel mehr besteht. Die Trennung muss von Dauer sein. Bei getrennt veranlagten Eltern muss jeweils bestimmt werden, wer die entsprechenden Abzüge vornehmen kann und bei wem der Elterntarif (direkte Bundessteuer, DBST) zur Anwendung kommt.
Grundsätzlich stehen Konkubinatspaaren und Geschiedenen dieselben Abzüge für Kinder zu wie Verheirateten. Es wird nachfolgend die Unterschiede zu den im ersten Teil aufgezeigten Punkten dargestellt. Die Ausführungen beziehen sich vor allem auf die DBST.

Kinderzulagen

Kinderzulagen sind vom Empfänger zu versteuern. Wer ist anspruchsberechtigt?
Wenn mehrere Personen die Voraussetzungen für den Bezug von Familienzulagen erfüllen, gibt es eine Rangordnung (Anspruchsberechtigung). Für jedes Kind wird nur eine Zulage ausgerichtet. Folgender Ausschnitt aus der Rangordnung zeigt, wie kompliziert die Reihenfolge sein kann (hier sind nicht alle möglichen Fälle abgedeckt):

  1. Die Person, welche die elterliche Sorge innehat oder bis zur Mündigkeit innehatte (Elterliches Sorge Prinzip, bei unverheirateten Eltern steht das Sorgerecht meist der Mutter zu);
  2. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge, oder wenn keine der berechtigten Personen die elterliche Sorge innehat, ist in erster Linie anspruchsberechtigt, wer überwiegend mit dem Kind zusammenlebt oder bis zu seiner Mündigkeit zusammenlebte; bei Trennung oder Scheidung hat deshalb in erster Linie Anspruch, wer das Kind bei sich betreut (Obhutsprinzip);
  3. Leben beide Eltern mit dem Kind zusammen, was bei Konkubinatspaaren die Regel ist, so hat Vorrang, wer im Wohnsitzkanton des Kindes arbeitet (Wohnortsprinzip).
Kinderbetreuungsabzug

Wenn beide Elternteile erwerbstätig sind, wird in allen Kantonen und beim Bund ein Kinderbetreuungsabzug gewährt, der an diverse Bedingungen geknüpft ist. Dasselbe gilt für Einelternfamilien, wenn der erziehende Elternteil erwerbstätig ist. Beim Bund beträgt der Kinderbetreuungsabzug bis zu CHF 10‘100.- pro Kind. Im ersten Teil wurden die Voraussetzungen im Detail aufgeführt.
Diese Bestimmungen gelten im Grundsatz auch für unverheiratete Eltern (Konkubinatspaare), die mit gemeinsamen Kindern in einem Haushalt leben. Diese können den Abzug unter denselben Bedingungen vornehmen. Teilen sich die unverheirateten Eltern die elterliche Sorge, kann jeder Elternteil 50 Prozent des Abzugs geltend machen. Sie können auch eine andere Aufteilung beantragen, sofern sie sich einig sind. Der Antrag muss begründet sein und wird nur bewilligt, wenn der Nachweis für die abweichende Aufteilung gelingt.
Bei Erwerbstätigkeit eines Ehe- oder Konkubinatspaars mit Teilzeitarbeit wird der Abzug nur während des Zeitraums gewährt, in welchem beide Ehegatten/Partner gemeinsam arbeiten oder infolge Aus- und Weiterbildung, Invalidität oder Krankheit nicht in der Lage sind, für die Kinder zu sorgen.
Der Abzug kann nur dann vorgenommen werden, wenn ein unmittelbarer Zusammen-hang zwischen der Drittbetreuung des Kindes und der Arbeit der Eltern oder der alleinerziehenden Person besteht.

Einkommen und Vermögen minderjähriger Kinder

Das Einkommen und Vermögen minderjähriger Kinder ist von jenem Elternteil zu deklarieren, der die elterliche Sorge innehat. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge von unverheirateten Eltern erfolgt die Zuweisung an den Elternteil, der die Obhut ausübt. Bei gemeinsamer oder alternierender Obhut erfolgt eine je hälftige Zuweisung. Einkünfte aus einer Erwerbstätigkeit versteuert das Kind in jedem Fall selbstständig.

Versicherungsprämien und Zinsen von Sparkapitalien

Der Abzug von CHF 700.- für minderjährige Kinder und junge Erwachsene in Ausbil-dung ist grundsätzlich an den Kinderabzug gekoppelt.
Bei nicht gemeinsam veranlagten Eltern steht der Abzug bei minderjährigen Kindern der Person zu, die mit dem Kind zusammenlebt und die Unterhaltszahlungen für das Kind erhält. Leben die Eltern zusammen und werden keine Unterhaltszahlungen geltend gemacht, kann jeder Elternteil den halben Abzug beanspruchen.
Bei volljährigen Kindern in Ausbildung kann der Elternteil den Abzug beanspruchen, der Unterhaltszahlungen an das Kind leistet.

Kinderabzug

Der Kinderabzug von CHF 6‘500.- wird für jedes minderjährige, erwerbsunfähige oder in schulischer bzw. beruflicher Ausbildung stehende Kind gewährt, dessen Unterhalt die steuerpflichtige Person zur Hauptsache bestreitet.

Unter Ausbildung wird die berufliche Erstausbildung verstanden. Die Gewährung des Kinderabzugs bei einer Zweitausbildung ist möglich, wenn sachliche Gründe für die Aufnahme einer Zweitausbildung vorliegen. Bei einem Unterbruch der beruflichen Ausbildung kann der Kinderabzug weiterhin geltend gemacht werden, wenn der Unterbruch vorübergehend ist, z.B. infolge Militär, Zivildienst oder Zivilschutz. Bei der Weiterbildung eines volljährigen Kindes wird der Kinderabzug nicht gewährt.

Steuerpflichtige mit gemeinsamem Wohnsitz können beim Bund den Kinderabzug von CHF 6’500.- geltend machen.

Bei getrenntem Wohnsitz ist das Sorgerecht ausschlaggebend. Der Kinderabzug steht der Person zu, welche das Sorgerecht innehat. Bei gemeinsamem Sorgerecht kann jeder Elternteil bei der direkten Bundessteuer den halben Kinderabzug (je CHF 3’250.- ) beanspruchen. Falls jedoch Alimente bezahlt werden, steht der Kinderabzug bis zur Volljährigkeit des Kindes dem empfangenden Elternteil zu, der leistende Elternteil kann im Gegenzug die Alimente in Abzug bringen.

Unterstützungsabzug

Bei minderjährigen Kindern und getrenntlebenden Eltern kann der leistende Teil die Unterhaltskosten geltend machen und der empfangende Elternteil den Kinderabzug. Der Unterstützungsabzug kann nicht zusätzlich geltend gemacht werden.
Bei volljährigen Kindern in Ausbildung kann der Leistende die Kinderalimente nicht mehr abziehen, er kann jedoch den Unterstützungsabzug geltend machen (Art. 35 Abs. 1 Bst b DBG). Dieser beträgt CHF 6’500.- bei der direkten Bundessteuer.

TIPP: Für die Gewährung des Unterstützungsabzugs muss die unterstützte Person erwerbsunfähig oder beschränkt erwerbsfähig sein und die Unterstützung muss mindestens in der Höhe des Abzugs geleistet worden sein. Die Zahlungen müssen belegt werden.

Deklaration von Alimenten

Der Grundsatz ist einfach: Alimente sind beim Leistenden abzugsfähig und stellen beim Erhaltenden steuerbares Einkommen dar. Es gibt jedoch eine Ausnahme:

Besteuerung von Alimenten bei der direkten Bundessteuer und in allen Kantonen

Bezeichnung Beim zahlenden Elternteil Beim empfangenden Elternteil bzw. Kind
Ehegattenalimente abziehbar steuerbar
Kinderalimente bis Alter 18 abziehbar steuerbar
Kinderalimente ab Alter 18 nicht abziehbar nicht steuerbar

Bei Zahlung von Alimenten an den geschiedenen oder getrennten Ehegatten (gerichtlich oder tatsächlich dauernd getrennt lebend) sind diese grundsätzlich durch den Empfangenden zu versteuern und können beim Leistenden vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden. Dies gilt auch bezüglich der Unterhaltsbeiträge während des Bestehens der eingetragenen Partnerschaft sowie der Unterhaltsbeiträge und der vermögensrechtlichen Auseinandersetzung bei Getrenntleben und Auflösung einer eingetragenen Partnerschaft.

Alimente bestehen in der Regel aus Geldleistungen, es ist aber auch möglich, dass Unterhaltsbeiträge in Form von Naturalleistungen oder Zahlungen an Dritte zu Gunsten des Unterhaltsempfängers geleistet werden. Als Beispiele können hier etwa die Zurverfügungstellung des Einfamilienhauses, die Zahlung der Miete an den Vermieter zu Gunsten der Familie oder die Übernahme eines Teils der Hypothekarzinsen herangezogen werden.

Die Ausnahme bilden – wie in der Graphik ersichtlich – Alimente für volljährige, in Ausbildung begriffene junge Erwachsene. Der geleistete Unterhaltsbeitrag für den Monat, in welchem das Kind mündig wurde, kann noch zum Abzug gebracht werden.

TIPP: In einer Trennungs- oder Scheidungskonvention sollten die Ehegatten- und Kinderalimente klar auseinandergehalten werden, damit Klarheit besteht, wem welche Abzüge zustehen

Steuertarife bei der DBST

Es werden drei Tarife unterschieden:

Verheiratetentarif Tarif A
Elterntarif  Tarif A mit Kindern (Abzug von CHF 251.- je Kind vom Steuerbetrag)
Grundtarif Tarif B

Der Elterntarif steht Verheirateten mit Kindern zu, wenn das Kind bei den Eltern wohnt. Bei Nichtverheirateten steht der Elterntarif demjenigen Elternteil zu, der das eheliche Sorgerecht für die Kinder erhält und mit dem das Kind in häuslicher Gemeinschaft lebt. Der Elterntarif sowie die Kinderabzüge können über die Mündigkeit der Kinder hinaus beansprucht werden, wenn diese sich noch in beruflicher Ausbildung befinden. Bei Zuteilung des gemeinsamen Sorgerechts an die getrennten oder geschiedenen Eltern-teile steht der Elterntarif sowie der Kinderabzug demjenigen Elternteil zu, der den Unterhalt des Kindes zur Hauptsache bestreitet. Bei Zahlung von Alimenten ist dies immer die alimentenempfangende Person.

Der Verheiratetentarif steht Verheirateten zu, wenn der junge Erwachsene in Aus-bildung einen selbstständigen Wohnsitz hat.

Der Grundtarif steht bei gemeinsamen Kindern und gemeinsamem Sorgerecht der Person mit dem tieferen Einkommen zu. Bei getrenntlebenden Eltern ist dies der Tarif für den Alimentenleistenden. Bei einem Konkubinat, aber auch bei Einelternfamilien, kommt der Grundtarif zur Anwendung, wenn der junge Erwachsene in Ausbildung einen selbstständigen Wohnsitz hat.

Fazit

Eltern von Kindern können von diversen steuerlichen Entlastungen profitieren. Die Komplexität ist allerdings hoch und beginnt bereits bei der jeweiligen Familienkonstellation. Das Ehepaar mit gemeinsamen Kindern ist heute ein Modell unter Vielen. Es gibt Konkubinatspaare mit gemeinsamen oder nicht gemeinsamen Kindern, geschiedene und getrennte Ehepaare oder Eltern mit oder ohne gemeinsamem Sorgerecht.
Für die korrekte steuerliche Handhabung von Kinderzulagen, Kindsvermögen, Alimenten sowie der verschiedenen Abzüge sind neben der Familienkonstellation das Alter der Kinder sowie deren Ausbildung massgebend. Letztere Differenzierung ist besonders bei Alimenten ein entscheidender Faktor.
Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Grundsätze in Bezug auf die direkte Bundessteuer auf. Wir empfehlen Ihnen, sich zusätzlich über die jeweiligen Bestimmungen in Ihrem Wohnkanton zu informieren. Fragen Sie bei uns nach, wir helfen Ihnen bei weiteren Fragen.

 

Steuern bei Kindern – Teil 1

Kinder und junge Erwachsene machen viel Freude, aber sie kosten auch viel Geld. Aus diesem Grund gewährt der Fiskus diverse Abzüge vom steuerbaren Einkommen. Erfahren Sie, was es in den verschiedenen Konstellationen zu beachten gilt.

Die Steuerautonomie der Kantone und Gemeinden und der sich daraus ergebende Steuerwettbewerb hat grosse Vorteile für die Steuerpflichtigen. Allerdings führt dies dazu, dass jeder Kanton andere Ansätze verfolgt, was zu unübersichtlichen Regelungen und Intransparenz für die Steuerpflichtigen führt. Aus diesem Grund wurde während Jahrzehnten an der Steuerharmonisierung gearbeitet und das Steuerharmonisierungsgesetz (StHG) am 1. Januar 1995 in Kraft gesetzt.
Das StHG hat einige Verbesserungen gebracht, weite Teile der Steuerlandschaft sind jedoch immer noch von nicht koordinierten kantonalen Regelungen geprägt. So sind die Kantone frei, ob und unter welchen Voraussetzungen sie einen Kinderabzug gewähren wollen (Art. 1 Abs. 3 und Art. 9 Abs. 4 StHG). Darum gibt es bei der Staats- bzw. Kantonssteuer viele unterschiedliche Entlastungsmodelle im Zusammenhang mit Kindern. Im vorliegenden Artikel liegt der Fokus daher vor allem auf die Direkte Bundessteuer (DBST) und auf allgemeine wissenswerte Aspekte.

Im ersten Teil wird die Situation von Verheirateten, Einelternfamilien und Registrierten Partnerschaften mit einem Kind oder Kindern thematisiert. Im zweiten Teil wird die Situation mit Kindern von Konkubinatspaaren und geschiedenen und getrennten Ehepaaren thematisiert.

Kinderzulagen

Kinderzulagen und allfällige Familienzulagen sind nicht AHV-pflichtig, sie sind jedoch steuerpflichtiges Einkommen. Die Kinderzulagen von Unselbständigerwerbenden werden unter Ziffer 1 im Lohnausweis, zusammen mit dem Lohn, ausgewiesen. Für den Steuerpflichtigen sind sie deshalb in der Regel nicht sichtbar.
Auch Selbständigerwerbende müssen Kinderzulagen in der Steuererklärung deklarieren. Kinderzulagen werden am besten auf dem Privatkonto verbucht, wo sie bei der Erstellung der Steuererklärung gut sichtbar sind. Werden die Kinderzulagen auf ein privates Konto überwiesen, darf deren Deklaration in der Steuererklärung nicht vergessen werden. Falls die Kinderzulagen erfolgswirksam verbucht werden, wird auf dem entsprechenden Betrag unnötigerweise AHV abgerechnet. Oft sind die Kinderzulagen unter einer Sammelposition «Übrige Einkünfte» zu erfassen.

Kinderbetreuungsabzug

Wenn beide Elternteile erwerbstätig sind, wird in allen Kantonen und beim Bund ein Kinderbetreuungsabzug gewährt, welcher an diverse Bedingungen geknüpft ist. Beim Bund beträgt dieser bis zu CHF 10‘100.- pro Kind. Es ist somit wichtig, die Voraussetzungen zu kennen und diesen Abzug effektiv auch geltend zu machen. Die Beweislast liegt, wie für alle steuermindernden Faktoren, bei den Steuerpflichtigen. Der Überblick in den Kantonen ist schwierig, da der Fremdbetreuungsabzug weder formell noch materiell harmonisiert ist.
Einelternfamilien, Verheirate und Konkubinatspaare können beim Bund den Abzug von CHF 10’100.- pro Kind und Jahr unter folgenden Voraussetzungen geltend machen:

  • Die fremdbetreuten Kinder müssen im gleichen Haushalt leben und der Steuerpflichtige muss für deren Unterhalt sorgen.
  • Bei Verheirateten: Beide Ehegatten gehen einer Erwerbstätigkeit nach, sind in Ausbildung, machen eine berufliche Weiterbildung oder sind aufgrund schwerer Krankheit oder Invalidität nicht in der Lage, die Kinder zu betreuen.
  • Bei Einelternfamilien: Die Kinder im selben Haushalt können infolge Erwerbstätigkeit, Aus- oder Weiterbildung, schwerer Krankheit oder Invalidität nicht betreut werden.
  • Drittbetreuungskosten, die ausserhalb der Arbeitszeit der Eltern angefallen sind, wie bspw. durch Babysitting am Abend oder für Freizeitaktivitäten, können nicht in Abzug gebracht werden. Ebensowenig die Kosten für Aufgabenhilfen, Musikstunden oder für Ferien- oder Sportlager.
  • Abzugsfähig sind nur die reinen Betreuungskosten. Fallen im Rahmen der Drittbetreuung auch Kosten für die Verpflegung oder anderen Unterhalt der Kinder an, sind diese als Lebenshaltungskosten zu qualifizieren und können nicht in Abzug gebracht werden.
  • Besuchen Kinder ein Internat, kann ein angemessener Anteil als Kinderbetreuungskosten geltend gemacht werden.
  • Die effektiven Kosten müssen mittels Beleg nachgewiesen werden. Subventionen und Beihilfen sind von den getragenen Kosten in Abzug zu bringen. Hilfreich ist eine Aufstellung, welche von den Detailbelegen begleitet wird. Neben dem Nachweis der Kosten muss für die Steuerbehörde ersichtlich sein, ob die Beanspruchung des Kinderdrittbetreuungsabzugs tatsächlich gerechtfertigt ist. Der Grund ist zu belegen (Arbeitspensum der Eltern, Aus- und Weiterbildung, Krankheit oder Unfall).
  • Der Betrag, welchen die Eltern als Kosten ausweisen, muss beim Empfänger als Einnahme oder Ertrag verbucht, bzw. versteuert werden. Falls bspw. den Grosseltern ein Betreuungsgeld bezahlt wird, müssen diese die entsprechende Einnahme in der Steuererklärung deklarieren. Allenfalls sind die Pflichten eines Arbeitgebers zu beachten (Lohnausweis, Sozialversicherungen etc.).
  • Der Abzug kann – beim Bund – bis zum Erreichen der Altersgrenze von 14 Jahren geltend gemacht werden (bis und mit dem Monat des 14. Geburtstags).
Aktuelle politische Entwicklung

In Bezug auf die direkte Bundessteuer befindet sich momentan eine Gesetzesänderung in Beratung, welche zum Ziel hat, die Kosten der externen Kinderbetreuung stärker zu berücksichtigen. Die maximal abzugsfähigen Kosten sollen auf CHF 25’000.- pro Kind erhöht werden. Damit wird das Ziel verfolgt, dem inländischen Fachkräftemangel entgegenzutreten und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erhöhen.

Einkommen und Vermögen minderjähriger Kinder

Junge Erwachsene erhalten ihre erste Steuererklärung im Jahr ihrer Volljährigkeit. Das Einkommen und Vermögen der minderjährigen Kinder wird durch die Eltern versteuert. Dabei gibt es eine Ausnahme: Einkommen aus eigener Erwerbstätigkeit (z.B. der Lehrlingslohn) muss immer vom Kind versteuert werden.

AHV/IV-Kinderrenten und Waisenrenten

Kinderrenten sind immer vom Empfänger der Hauptrente zu versteuern (Mutter oder Vater). Bei Hinterlassenenrenten (Kinder-Waisenrenten) gilt das nur für minderjährige Kinder. Ab Volljährigkeit sind Hinterlassenenrenten für Kinder von diesen zu versteuern. Aus Unwissenheit wird diese Deklaration wohl häufig unterlassen.

Versicherungsprämien und Zinsen von Sparkapitalien

Unter dem Titel «Versicherungsprämien und Zinsen von Sparkapitalien» wird für jedes Kind und für jede unterstützungsbedürftige Person ein Abzug von CHF 700.- gewährt.

Kinderabzug

Der Kinderabzug von CHF 6‘500.- wird für jedes minderjährige, erwerbsunfähige oder in schulischer bzw. beruflicher Ausbildung stehende Kind gewährt, dessen Unterhalt die steuerpflichtige Person zur Hauptsache bestreitet. Unabhängig davon, ob das Kind oder der junge Erwachsene im eigenen Haushalt lebt oder zum Beispiel in einer Wohngemeinschaft in der Nähe der Uni.

Unterstützungsabzug

Als unterstützungsbedürftig gelten Personen, die ihren Lebensunterhalt nicht selber bestreiten können und für deren Unterhalt die steuerpflichtige Person mindestens in der Höhe des Unterstützungsabzuges (Bundessteuer 6‘500 Franken) finanziell aufkommt. Dazu gehören erwerbsunfähige Kinder über 18 Jahre, die nicht über genügend Einkommen und Vermögen verfügen. Der Unterstützungsabzug und der Kinderabzug schliessen sich aus (Kumulationsverbot).

TIPP: Wird eine unterstützungsbedürftige Person mit weniger als 6‘500 Franken unterstützt, ist kein Abzug möglich. Es empfiehlt sich daher, mindestens 6‘500 Franken Unterstützung auszurichten: wenn statt CHF 500 pro Monat jeweils CHF 550 bezahlt werden, ist die Steuerersparnis in der Regel höher als der Mehraufwand. Auf diese Weise profitieren sowohl der Unterstützer als auch die unterstützte Person. Die Nachweise sollten der Steuererklärung beigelegt werden.

Stichtagsprinzip

Beim Kinderabzug (im Gegensatz zu den Alimenten oder Unterstützungsbeiträgen) ist zu beachten, dass das Stichtagsprinzip zur Anwendung kommt. Massgebend ist somit die Situation am 31. Dezember des Steuerjahres (Art. 35 Abs. 1 Bst c DBG). Wenn der Student oder die Studentin das Studium bspw. im September abgeschlossen hat und Ende Jahr nicht mehr «in Ausbildung» ist, kann kein Kinderabzug geltend gemacht werden.

Praktikanten, Militär, Zivilschutzleistende

Für junge Erwachsene, die nicht mehr in der Ausbildung sind, sondern als Praktikanten, Durchdiener beim Militär oder Zivilschutzleistende bei den Eltern wohnen und von diesen weiterhin unterstützt werden, sind oft keine Abzüge mehr möglich. Nur, wenn die unterstützungsbedürftige Person für ihren Lebensunterhalt nicht selber sorgen kann und die Eltern mindestens CHF 6‘500.- bezahlen müssen, ist ein Unterstützungsabzug möglich.

Weitere Entlastungen für Eltern

Bei der DBST werden Eltern durch einen günstigeren Tarif (Tarif A) entlastet. Dazu kommt, dass pro Kind ein Abzug vom Steuerbetrag von CHF 251.- gewährt wird. Die Kantone gewähren zusätzlich einen Abzug vom steuerbaren Vermögen pro Kind.

Fazit

Weitgehend unbestritten ist, dass Familien und Alleinerziehende mit Kindern entlastet werden sollen. Dies wird mit Abzügen vom steuerbaren Einkommen, unterschiedlichen Steuertarifen und Abzügen vom Steuerbetrag erreicht. Bei Kindern lässt der kantonale Gesetzgeber weitgehend Kreativität walten, was wiederum zur Komplexität des Steuersystems beiträgt.
Die vorangehenden Ausführungen betreffen, wie bereits erwähnt, grundsätzlich nur die DBST. Je nach Kanton, Tarif und Progressionsstufe fallen aber die Kantons- und Gemeindesteuern noch stärker ins Gewicht, weshalb die kantonalen Regelungen mindestens genauso zu analysieren sind. Die Darlegung sämtlicher kantonaler Regelungen würde den Rahmen dieses Blog jedoch deutlich sprengen. Für eine individuelle Beratung dürfen Sie sich gerne an uns wenden.