FINMA publiziert Wegleitung zu ICOs

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA publizierte am 16.02.2018 eine Wegleitung, wie sie auf Basis des bestehenden Finanzmarktrechts mit Unterstellungsanfragen zu Initial Coin Offerings umgehen wird. Die FINMA definiert darin, welche Mindestangaben sie für die Bearbeitung solcher Anfragen benötigt und nach welchen Prinzipien sie die Beantwortung vornehmen wird. Die FINMA schafft damit Transparenz für die interessierten Marktteilnehmer.

Zur Erinnerung: Bei einem ICO überweisen Investoren eine Summe an die Organisatoren des ICO. Üblicherweise in einer Kryptowährung, häufig Ether oder Bitcoin. Im Gegenzug erhalten sie ein sogenanntes Token, das auf Blockchain basiert. Dieses Token kann nun unterschiedliche Funktionen haben.

Finma unterscheidet drei Funktionen

Die Finma unterscheidet hier drei verschiedene Funktionen:

  • Zahlungstoken
  • Nutzungstoken
  • Anlagetoken.

Zahlungstoken, das wären Kryptowährungen wie Bitcoin. Anlagetoken wären das Blockchain-Äquivalent für Wertpapiere. Nutzungstoken dagegen eröffnen Zugang zu einem digitalen Nutzen oder einer Dienstleistung – was das bedeutet, wird leider von der FINMA nicht genauer ausgeführt.

Steuerparadiese – Die Top 10 weltweit

Steuerparadiese – Ja, es gibt sie noch, die Oasen der Steuerzahler! Hier erfahren Sie, wo sich Kapitalanlagen heutzutage noch lohnen und welche Gebiete zu den Top 10 der Steuerparadiese gehören.

Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben sich seit 2009 alle beobachteten Staaten den internationalen Standards für die Vermögens- und Einkommenssteuer verpflichtet. Trotzdem gibt es immer noch eine sogenannte graue Liste. Auf dieser sind Länder und Gebiete verzeichnet, die die Vorgaben der OECD bisher nicht in vollem Maße umgesetzt haben. Im Folgenden werden 10 Gebiete vorgestellt in denen der Steuerzahler noch von niedrigen Steuersätzen profitieren kann.

Belize

Der zentralamerikanische Staat Belize ist eine ehemalige britische Kolonie und bietet vor allem Offshore-Gesellschaften einen hohen Anreiz. Gründet man dort eine Gesellschaft, die zugleich neue Arbeitsplätze bietet, so garantiert die Regierung eine 15-jährige Abgabenfreiheit. Außerdem gibt es weder eine Steuer auf Fremdquelleneinkommen noch ein fiskalisches Auslieferungsabkommen. Hier ist sogar das Bankgeheimnis verfassungsrechtlich fixiert.

Liberia

Der westafrikanische Staat hat seit 1975 ein Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung mit Deutschland. Daher ist es deutschen Firmen mit Sitz in Liberia möglich Steuern ganz oder teilweise am deutschen Fiskus vorbei zu schmuggeln. Viele Schifffahrtsgesellschaften nutzen diesen Vorteil und haben außer der anfallenden Registrierungsgebühr keine weiteren Abgaben zu zahlen.

Nauru

Nauru ist mit seinen 13.000 Einwohnern und 21,3 km² Fläche der drittkleinste Staat der Erde und liegt im Indischen Ozean. Die Posphatressourcen, von deren Abbau die Bewohner Naurus seit jeher leben, neigen sich dem Ende zu. Bis 2001 fielen für die Anwohner weder Steuern noch Arzt- oder sonstige Dienstleistungskosten an. Um den Staat vor dem Bankrott zu retten und die Vorgaben der OECD zu erfüllen, werden diese Vergünstigungen nach und nach aufgehoben. Noch ist Nauru aber ein Paradies für Offshore-Banken, die dort als sogenannte Briefkastenfirmen von den niedrigen Steuern profitieren. Die russische Mafia soll auf diesem Wege jährlich mehrere Milliarden Dollar Geld waschen.

Andorra

Das Fürstentum Andorra ist der größte der sechs europäischen, unabhängigen Zwergstaaten und ist zwischen Spanien und Frankreich in den Pyrenäen gelegen. Zugleich ist es der einzige europäische Staat, der kein Finanzamt besitzt. Eine Einkommens- oder Kapitalsteuer gibt es hier praktisch nicht. Die Mehrwertsteuer für Waren und Dienstleistungen liegt bei gerade mal 4%. Auch Andorra ist also ein Paradies für Briefkastenfirmen.

Vanuatu

Zu Vanuatu zählen etwa 82 Inseln im Südpazifik. Wer eine Internetseite mit der Endung .vu besitzt, der hat diese genau diesem kleinen Inselstaat zu verdanken. Durch den Verkauf der Domains wurde der Staat wohlhabend. Sämtliches Einkommen oder Kapital ist hier steuerfrei – ein nährreicher Boden für ausländische Banken und Versicherungen.

Die Marshallinseln

Die Marshallinseln im Pazifischen Ozean waren einmal Teil der Kolonie Deutsch-Neuguinea. Heute sind sie bis auf einen Assoziierungsvertrag mit den USA weitgehend selbstständig. Offshore-Gesellschaften sind hier von der Steuer befreit und können sogar an der Börse notiert werden. Sämtliche auf den Marshallinseln erworbene Einkünfte sind steuerfrei.

Dominica

Dominica gehört zu den Kleinen Antillen und liegt in der Karibik. Zur Oase für europäische Unternehmen wird sie durch die fehlende Kapitalertrags- und Grundsteuer. Wie auf den Marshallinseln sind auch hier Offshore-Unternehmen von sämtlichen Steuern befreit. Kleine Besonderheit: auf Dominica ist es möglich innerhalb von 24 Stunden ein solches Unternehmen zu gründen!

Die Bahamas

Die Bahamas sind Teil der Westindischen Inseln im Nordatlantik. Neben der paradiesischen klimatischen Bedingungen sind auch die Voraussetzungen für Arbeitnehmer ideal. Steuern gibt es nicht. Der Staat verlangt lediglich Exportabgaben und Zölle.

Die Cook-Inseln

Die Cook-Inseln liegen im Südpazifik und haben lediglich einen Assoziierungsvertrag mit Neuseeland. Auch sie sind ein Paradies für Versicherungen und Offshore-Banken aufgrund ihrer nicht vorhandenen Steuer. Die Regierung hat sich eine ungewöhnliche aber wirkungsvolle Möglichkeit zum Füllen der Staatskassen einfallen lassen: eine Ausreisesteuer für Touristen in Höhe von 27 Euro. Achtung Urlauber!

Grenada

Grenada gehört zu den Inseln über dem Winde und liegt zwischen Karibik und Atlantik. Rosige Aussichten für Offshore-Unternehmen gibt es auch hier: keine Kapitalertragssteuer und nur eine niedrige Transaktionssteuer.

 

Die Auflistung beruht auf den Untersuchungen aus diversen Portalen wie z.B. www.oecd.org. Eine etwas andere Reihenfolge der Steuerparadiese bietet Bankenblatt.de.

 

Die wichtigsten Steuerabzüge im Überblick

  • Schuldzinsen (Hypothekarkredite)
  • Liegenschaftsunterhalt (werterhaltende Investitionen)
  • Bildungskosten (Ausbildung, Weiterbildung Umschulung)
  • Berufsauslagen (Fahrkosten, Unterkunft bei Wochenaufenthalter)
  • Selbst zu bezahlende Gesundheitskosten (Brille, Hörgeräte, Zahnarztrechnungen, etc.)
  • Einkäufe und Beiträge in Vorsorgeeinrichtungen (Pensionskasse, dritte Säule)
  • Spenden (gemeinnützige Organisationen, Parteien)
  • Fremdbetreuungskosten für Kinder (Tagesschule, Hort)
  • Kinderabzüge (Schüler, Studenten)

Korrigiert das Steueramt Fehler in meiner Steuererklärung?

Wir werden oft gefragt, ob das Steueramt Fehler In der Steuererklärung korrigiert. Beispiel: Sie erhalten Ergänzungsleistungen. Ergänzungsleistungen sind im Gegensatz zur AHV- und IV-Rente steuerfrei. Sie deklarieren aber aus Versehen die erhaltenen Ergänzungsleistungen in Ihrer Steuererklärung.

Was tut das Steueramt? Eine aufmerksame Steuerbehörde würde die steuerfreien Ergänzungsleistungen von Ihrem steuerbaren Einkommen abziehen, da die Differenz zwischen ausgewiesenem Einkommen und der Rentenbescheinigung auffallen müsste.

Sie dürfen sich jedoch nicht blind darauf verlassen und sollten die Steuerbehörde explizit auf die irrtümliche Deklaration hinweisen. Wenn Sie die definitive Veranlagung bekommen, ist besondere Aufmerksamkeit angebracht. Denn der Gesetzgeber mutet einem zu, dass man die Zahlen sorgfältig prüft und bei Unstimmigkeiten innert 30 Tagen Einsprache erhebt.

Wenn Sie das unterlassen, wird die Veranlagung rechtskräftig und kann nur noch mittels Revision geändert werden. Eine Revision ist aber ausgeschlossen, wenn Sie einen Grund vorbringen, der bereits im ordentlichen Verfahren hätte geltend gemacht werden können.

In einem solchen Fall müssten Sie tatsächlich ein zu hohes Einkommen versteuern.

Muss ich als Quellensteuerpflichtiger auch eine Steuererklärung ausfüllen?

Aufgepasst: auch Quellensteuerpflichtige müssen unter Umständen eine Steuererklärung ausfüllen

Neuzuzüger, die noch keine Niederlassungsbewilligung haben, werden der Quellensteuer unterstellt. Dabei wird dem Steuerpflichtigen die Steuer monatlich vom Lohn abgezogen und muss dann vom Arbeitgeber quartalsweise an das Steueramt abgeliefert werden.

Die Berechnung richtet sich nach unterschiedlichen Steuertarifen für Alleinstehende, verheiratete Alleinverdiener verheirate Doppelverdiener usw. und berücksichtigt zudem, für wieviele Kinder der Steuerpflichtige Unterhalt leistet.

Da das System der Quellensteuer nur einfachsten Einkommens- und Vermögensverhältnissen gerecht wird, können sich Steuerpflichtige mit Vermögen und weiterem Einkommen (Z.B. Liegenschaftsertrag, Renteneinkommen) nicht darauf verlassen, dass mit dem Quellensteuerabzug durch den Arbeitgeber bereits alle Steuern bezahlt sind.

Ergänzende Veranlagung

(Die Quellensteuern sind kantonal geregelt. Die nachfolgenden Ausführungen gelten für den Kanton Zürich.)

Wer über zusätzliches Einkommen von CHF 2’500.- oder mehr und ein Vermögen von CHF 200‘000.- oder mehr verfügt, unterliegt der sogenannten ergänzenden Veranlagung. Das heisst, er muss, auch dann, wenn ihm von Steueramt nicht automatisch entsprechende Formulare zugestellt werden, von sich aus eine Steuererklärung ausfüllen und einreichen. Die bezahlte Quellensteuer wird selbstverständlich an die effektiv geschuldete Steuer aufgrund der Steuerdeklaration mittels Steuererklärungsformular angerechnet.

Wer sich nicht um eine ergänzende Veranlagung bemüht, obwohl er aufgrund der Einkommens- und Vermögensverhältnisse dazu verpflichtet wäre, macht sich u.U. der Steuerhinterziehung schuldig.

Eine ergänzende Veranlagung kann auch dann verlangt werden, wenn dem steuerpflichtigen zustehende Abzüge (z.B. hohe Krankheitskosten, Einkauf in eine Vorsorgeeinrichtung etc.) mit der Quellensteuer nicht genügend berücksichtigt werden und die ergänzende ordentliche Veranlagung zu einer Reduktion der geschuldeten Steuer resp. eine Rückerstattung der bereits bezahlten Steuer führt.

Gutverdienende quellensteuerpflichtige mit einem Jahresbruttolohn ab CHF 120‘000.- werden automatisch der sogenannten nachträglichen Veranlagung unterstellt. Auch ihnen wird ein Steuererklärungsformular zugestellt, um die geschuldeten Steuern aufgrund der effektiven Einkommens- und Vermögensverhältnisse zu ermitteln. Die bereits bezahlte Quellensteuer wird selbstverständlich auch hier in Abzug gebracht.

 

So viel AHV gibt es für Ehepaare

Auf dem Sorgenbarometer der Schweizer stehen die AHV-Renten zuoberst!
Die Berechnung ist sehr komplex. Die maximale Rente für Alleinstehende beträgt CHF 2350.- pro Monat. Ehepaare erhalten nicht das Doppelte, sondern höchstens anderthalbmal so viel, dh. CHF 3525.-.
Für künftige Pensionierte empfiehlt es sich, die AHV im Voraus berechnen zu lassen. So kann man Unstimmigkeiten früh beheben und Verzögerungen vermeiden. Ab 40 ist diese Berechnung in der Regel kostenlos Den Antrag für eine Rentenvorausberechnung finden sie hier.

Ist die provisorische Steuerrechnung zu hoch – kann ich dagegen etwas unternehmen?

Richtig, Sie können dagegen etwas unternehmen!

Wenn Sie für das laufende Jahr vom Steueramt eine provisorische Steuerrechnung erhalten und den angegebenen Steuerbetrag aber zu hoch finden, können Sie diesen anpassen lassen. Die provisorische Steuerrechnung ist nur eine ungefähre Abschätzung des steuerbaren Einkommens und Vermögens und basiert für gewöhnlich auf der letzten rechtskräftigen Steuerveranlagung. Das Steueramt verzinst Ihre Vorauszahlungen und muss, nach Einreichen der Steuererklärung, den Überschuss zurückzahlen. Ebenso könnten Ihnen Verzugszinsen verrechnet werden, wenn Sie Steuern nachzahlen müssten.
Wenn der Unterschied gross ist und Sie damit finanzielle Probleme kriegen, lohnt sich eine Anpassung vornehmen zu lassen. Teilen Sie hierfür dem Steueramt einfach mit, wie hoch Sie ihr Einkommen schätzen, damit Ihnen eine neue Rechnung ausgestellt werden kann. Einige Kantone senden die provisorische Rechnung in Form einer Verfügung. Für das müssen innert 30 Tagen eine schriftliche Einsprache mit Begründung einreicht werden.

Hier finden Sie den Steuerrechner der Eidgenössischen Steuerverwaltung, oder Ihres kantonalen Steueramts, damit Sie sehen, wie viel Steuern Sie mit Ihrem Einkommen in Ihrem Wohnkanton bezahlen müssen.

10 Tipps zum Steuern sparen

1. Wohnortswahl – Im Mittelpunkt

Der Wohnort entscheidet über die Höhe der Steuern. Steuerparadiese sind z.B. die Kantone Zug und Schwyz. In den Kantonen Jura und Neuenburg liegt die Steuerbelastung für grössere Einkommen doppelt bis dreimal so hoch. Allerdings, wo man viele Steuern bezahlt, sind in aller Regel auch die Wohnkosten niedriger. Wenn man von tiefen Steuern profitieren will muss man seinen Lebensmittelpunkt, sprich Wohnort, verlegen.
TIPP für Konkubinatspaare: Die Erbschaft wird dort besteuert, wo der Erblasser seinen letzten Wohnsitz hatte. Ersparen Sie ihrem Lebenspartner unnötige Abgaben und kaufen sie sich eine Liegenschaft in einem Kanton, der beim Konkubinatspartner keine Erbschafts- oder Schenkungssteuer erhebt. Dies gilt zB. für die Kantone Obwalden, Nidwalden und Zug.

 

2. Berufsauslagen – Bildung lohnt sich

Eine Berufstätigkeit bringt auch Kosten mit sich. So etwa für den Arbeitsweg, auswärtige Verpflegung oder Weiterbildung. Als Wegkosten sind in der Regel die effektiven Kosten für das öffentliche Verkehrsmittel abzugsfähig. Für den Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad, kann man CHF 700.- abziehen. Die vollen Kosten für ein Auto darf man nur abziehen, wenn man damit eine Zeitersparnis von mehr als einer Stunde täglich erzielt. Wer auswärts arbeitet und nur am Wochenende heimkehrt, kann als Wochenaufenthalter alle zusätzlichen Kosten wie Unterkunft, Fahrkosten und die auswärtige Verpflegung abziehen. Ein Abzug bis CHF 12’000.- sind zulässig für sämtliche Aus- und Weiterbildungen (Erstausbildungskosten ausgenommen). Höhere Abzugskosten müssen non Null auf nachgewiesen werden.
TIPP: Wer Zuhause auf einen Arbeitsplatz angewiesen ist, kann einen anteil der Miete, respektive des Eigenmietwerts (inkl. Nebenkosten) vom Einkommen abziehen. Der Raum darf jedoch nicht zusätzlich privat genutzt werden.

 

3. Persönlich Abzüge – Leasing bringts nicht

Mit den Abzügen für Kinder und Unterstützungsbedürftige ist es nicht getan. Einige Kantone kenn darüber hinaus Abzüge für Verheiratete und für alleinstehende. Rund die Hälfte der Kantone aller Kantone kennt Abzüge für AHV-Rentner, invalide und arbeitsunfähige Steuerpflichtige. Arzt- und Zahnarzt-, Arzneikosten, sowie Brillen auf Rezept sind in allen Kantonen und bei der direkten Bundessteuer abzugsfähig, ausser wenn diese durch Dritte gedeckt sind. Dazu gehören auch Franchise und Selbstbehalt bei den Krankenkassen, Schuheinlagen, Prothesen, Hörgeräte und Hauspflege (> 5% des Reineinkommens).
TIPP: Schuldzinsen, egal ob für eine Hypothek oder einen Privatkredit, darf vollumfänglich vom Einkommen abgezogen werden. Ausnahme: Leasingraten gelten bei Privaten nicht als Schuld, auch nicht der Kreditanteil.

 

4. Vermögensanlagen – steuerfreie Gewinne

Sehr hohe Steuersätze auf Vermögen kennen die Kantone Genf, Waadt und Basel. Stark progressiv aufgebaut ist die Vermögenssteuer in Zürich. Erträge auf Kapital, also Zinsen und Dividenden, unterliegen der Einkommenssteuer. Kapitalgewinne für Private indes sind steuerfrei. Die Gewinne auf Derivate wie Futures und Optionen sind ebenfalls steuerfrei (ausgenommen strukturierte Produkte).
TIPP: Erträge auf inländische Anlagen unterliegen der Verrechnungssteuer: 35% gehen vorab an den Fiskus. Hat man die Einkünfte ordentlich deklariert, darf man diese wieder zurückfordern. Vorsicht: bereits nach drei Jahren verjährt der Rückerstattungsanspruch.

5. Selbständige – klug Abschreiben

Selbständige dürfen alles von ihrem Bruttoertrag in Abzug bringen, was geschäftsmässig begründet ist. Geschäftliches und privates muss aber sauber getrennt werden. Abschreibungen gehören zu den wichtigsten Steuersparmöglichkeiten. Auch über Rückstellungen, Reserven und angefangene Arbeiten lassen sich die Ergebnisse glätten. Die Eigentümer eine AG oder GmbH können ihre Bezüge aus Lohn oder Dividenden optimieren, denn Dividenden werden tiefer besteuert als das übrige Einkommen (kantonale Unterschiede sind zu berücksichtigen).
TIPP: In einem guten Geschäftsjahr freiwillige Vorauszahlungen in die Pensionskasse seiner Angestellten leisten. In einem schlechten Jahr kann man aus solchen Reserven dann die Prämien entrichten.

6. In die 2. Säule einzahlen – Pensionskasse

Freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse dürfen vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden, sofern Versorgungslücken bestehen. Gestaffelte Einkäufe über mehrere Jahre lässt die Steuerprogression optimal brechen. Die Rente später ist aber voll steuerpflichtig. Das Vorsorgekapital kann auch ganz oder teilweise als Kapital bezogen werden (reduzierter Steuersatz, ist aber vom Wohnkanton abhängig). Besonders hohe Steuern verlangen die Westschweizer Kantone, aber auch Zürich und Basel. Teilbezüge können zur Finanzierung von selbstgenutztem Wohneigentum vorgenommen werden. Ebenfalls kann für eine vorzeitige Pension Vorsorgekapital teilweise bezogen werden.
TIPP: Eine Kaderversicherung kann mehr bringen als eine Lohnerhöhung. Diese bietet zusätzliches Einkaufspotential. Ein sogenannter 1e-Plan erlaubt zudem eine freiere Wahl der Anlageformen und eröffnet damit optimalere Ertragschancen.

7. Säule 3a – ein Konto reicht nicht

Wer einer Pensionskasse angehört darf jährlich bis zu Fr. 6’768.- (oder max. 20% vom Nettoeinkommen) in die Säule 3a einzahlen und den Betrag vollumfänglich von seinem steuerbaren Einkommen abziehen. Selbständige dürfen max. 20% vom Nettoeinkommen einzahlen, höchstens aber Fr. 33’840.-. Die Besteuerung des 3a-Kapitals erfolgt analog zur Pensionskasse. Beim Bezug muss das 3a-Konto vollständig aufgelöst werden und unterliegt der vollen Progression. Das lässt sich vermeiden, indem frühzeitig mehrere 3a-Konten eröffnet werden und diese dann gestaffelt über mehrere Jahre aufgelöst, respektive bezogen werden. Über sein 3a-Kapital darf frühestens fünf Jahre vor dem ordentlichen Pensionsalter frei verfügt werden. Auch im Pensionierungsjahr ist noch eine letzte Einzahlung möglich.
TIPP: Wer sich selbständig macht, darf im betreffenden Jahr sowohl den «kleinen» Abzug für Angestellte mit Pensionskasse, wie auch den «grossen» Abzug für Selbständige ohne Pensionskasse vornehmen.

8. Immobilien – Werterhalt abziehen

Da der Steuerwert von Wohneigentum meist deutlich unter dem Marktwert liegt, reduziert sich das steuerbare Vermögen. Auch der Eigenmietwert entspricht normalerweise nur etwa 60% bis 80% der entsprechenden Marktmiete. Dennoch erhöht der Eigenmietwert als «fiktives Einkommen» die Steuerlast beträchtlich. Im Gegenzug darf man den Aufwand (Hypothekarzinsen und -Schuld) zum Abzug bringen. Abzugsfähig sind auch alle Unterhalts- und Renovationsarbeiten. (was über der Pauschale liegt muss vollständig nachgewiesen und belegt werden – Wertvermehrung ausgeschlossen). Grössere Renovationsarbeiten sollte man über mehrere Steuerperioden staffeln, um die Progression zu brechen.
TIPP: Vermieten sie ihr Wohneigentum günstig an ihre Kinder oder sonstige Nahestehende. Solange sie mindestens etwa 60% des Eigenmietwertes verlangen (kantonsabhängig), versteuern sie in den meisten Kantonen nur diesen Mietertrag.

9. Versicherungen – Partner absichern

Prämien für Krankenkassen und sonstige Versicherungen sind abzugsfähig. Steuerlich ergiebiger ist aber eine Lebensversicherung mit Sparanteil. Leibrenten sind zwar nur zu 40% als Einkommen steuerpflichtig. Da es sich aber um bereits versteuertes Kapital handelt, kommt es oft zu einer teuren Doppelbesteuerung. Angesichts der momentan niedrigen Renditen lohnen sich Lebensversicherungen und Leibrenten momentan trotz Steuervorteil kaum.
TIPP: Über eine Todesfallrisiko- oder eine Lebensversicherung kann unter gewissen Voraussetzungen der Konkubinatspartner steuergünstig abgesichert werden.

10. Steuer zahlen – rasch bezahlen – Informationsaustausch über Finanzkonten (AIA)

Nutzen sie die legalen Steuersparmöglichkeiten – bleiben sie aber ehrlich! Denn wer wegen Steuerhinterziehung belangt wird, bezahlt ein Vielfaches. Es loht sich auch die Veranlagungen und Steuerrechnungen genau zu studieren und gegebenenfalls Einsprache zu machen – auch der Fiskus macht Fehler! Ist die Veranlagung korrekt kann es sich lohnen den mutmasslichen Steuerbetrag rasch zu bezahlen um von einem Vorzugszins zu profitieren (grosse Unterschiede zwischen den Kantonen beachten).
TIPP: Haben sie noch ein «vergessenes» Konto, eine «verlassene» Liegenschaft im Ausland, oder Schwarzgeld geerbt? Melden sie dies umgehend schriftlich an die Behörden. Eine Selbstanzeige ist einmalig ohne Strafe möglich. Nachsteuern werden aber für die letzten zehn Jahre fällig. Geerbtes Schwarzgeld muss lediglich auf die letzten drei Jahre versteuert werden. Zu beachten ist auch der Internationale Datenaustausch in Steuersachen – Mit Hilfe des globalen Standards für den automatischen Informationsaustausch über Finanzkonten (AIA – am 1. Januar 2017 in Kraft getreten) soll die Steuertransparenz erhöht und die grenzüberschreitende Steuerhinterziehung verhindert werden. Der globale Standard sieht vor, dass Staaten und Territorien, die den AIA untereinander vereinbart haben, gegenseitig Informationen über Finanzkonten austauschen. Nebst der Schweiz haben sich über 100 Staaten, darunter alle wichtigen Finanzzentren, zur Übernahme des Standards bekannt!

Beachten sie auch meinen Blog «Der Kanton Luzern erhöht die Strafe für zu späte Steuerzahler».

 

Versicherungen – Prämien, Risiko, Policen – was ist notwendig – was können sie sich sparen?

Der Wunsch nach optimaler Absicherung gründet zum einen in der weit verbreiteten Risikoaversion, zum anderen im grossen Wohlstand unserer Gesellschaft. «Wer viel hat, kann auch viel verlieren». In den letzten Jahren kamen immer mehr nutzlose Versicherungen auf den Markt. Die Prämien sind meist hoch angesetzt, die Risiken aber gering – welche Versicherung ist notwendig – was können sie sich sparen?
Im Durchschnitt geben Herr und Frau Schweizer jährlich mehr als Fr. 7’000.- für Versicherungen aus. Nach Abzug der zweiten Säule ist das im internationalen Vergleich ein absoluter Topwert.
Das Bedürfnis nach Sicherheit ist gross, d.h. wir wollen ALLES versichert haben – am besten eine «All Inclusive-Versicherung». Die Marketingabteilungen der Versicherungen setzen voll auf diesen Trend. Ohne Versicherungen geht in unserer modernen Welt rein gar nichts mehr. Es wir versucht, jede noch so kleine Nische abzudecken – ist das sinnvoll und notwendig?
Grundsätzlich soll gelten: nur Risiken, die man nicht verhindern und im Schadenfall nicht selbst tragen könnte, sollen versichert werden.

Wohnen und Alltag

Wichtig:

  • Hausratversicherung (hohes Risiko)
  • Privathaftpflicht (niedrige Prämie / hoher Schaden)
  • Erdbebenversicherung (hoher Schaden)

Unwichtig:

  • Cyberversicherung (unnötig – effektiver eigene Abwehr)
  • Wohnschutzbrief (unnötige Deckung)
  • Handtaschenversicherung (unnötig – unter Umständen doppelt versichert – kleiner Schaden)
  • Hany- und Noteboock/Tablet-Versicherung (eher unnötig, weil geringer Schaden)
Sport und Freizeit

Wichtig:

  • Privathaftpflicht (existentielles Risiko)
  • Unfallversicherung (existentielles Risiko – über Arbeitgeber versichert)

Unwichtig:

  • Skibruchversicherung (unnötig – über Hausratversicherung gedeckt)
  • «All inclusive-Versicherung» (unnötig – kleines Risiko und teuer)
  • Ticketversicherung (unnötig – sehr kleines Risiko)
Mobilität

Wichtig:

  • Privathaftpflicht (möglicher Schaden kann sehr hoch sein – weltweite Deckung anstreben)
  • Reiseversicherung/Jahresreiseversicherung (Schadenpotential hoch – Prämie eher klein)
  • Voll-/Teilkasko (hohes Risiko – für Neuwagen bis etwa 5 Jahre sinnvoll)

Unwichtig:

  • Vulkanversicherung (unnötig)
  • Voll-/Teilkasko (für ältere Fahrzeuge wenig sinnvoll – teuer)
  • Autoinsassenversicherung (doppelt versichert durch Unfallversicherung)
  • Schutzbrief des öffentlichen Verkehrs (unnötig – geringer Schaden)
  • Zus. Versicherung für Gepäck (doppelt versichert – durch Hausratversicherung gedeckt)
Vorsorge und Gesundheit

Wichtig:

  • Unfallversicherung (existentielles Risiko – über Arbeitgeber versichert)
  • Erwerbsunfähigkeits- und Todesfallversicherung (existenzbedrohend für Hausfrau/-Mann)
  • Invaliditätsversicherung Berufseinsteiger (sinnvoll und günstig)
  • Zahnspangenversicherung (sinnvoll und günstig für Kinder und Jugendliche)
  • Spitalzusatzversicherung (je nach Bedürfnis sinnvoll aber teuer)

Unwichtig:

  • Private Arbeitslosenversicherung (doppelt versichert – gedeckt durch die ALV)
  • Gemische Lebensversicherung (unnötig und teuer)
  • Krebsversicherung (unnötig – Teil der Invaliditätsversicherung)
  • Todesfallversicherung für Pensionierte (wenn Kinder aus dem Haus sind wenig sinnvoll)

 

Der Kanton Luzern erhöht die Strafe für zu späte Steuerzahler

Ab 2018 werden säumige Luzerner Steuerzahler stärker zur Kasse gebeten.

Wer seine Steuern bis Ende Dezember 2017 nicht beglichen hat, muss ab diesem Jahr einen Verzugszins von stolzen  6 Prozent bezahlen. Das hatte die Luzerner Regierung im letzten Herbst beschlossen. Zwischen 2008 und 2017 lag der Verzugszins bei 5 Prozent. Gemäss dem aktuellen Aufgaben- und Finanzplan soll der Strafzinssatz bis 2021 bei 6 Prozent liegen.

Der Kanton Luzern nimmt mit der Erhöhung auf 6 Prozent landesweit neu die Spitzenposition ein. Nur noch Baselland kennt ebenfalls einen Satz von 6 Prozent, allerdings schon seit mehreren Jahren. Verglichen mit den anderen Kantonen aus der Zentralschweiz und der Nachbarschaft zahlen Luzerner Steuerzahler damit sehr hohe Verzugszinsen. Dazu kommt, dass in Luzern seit 2017 auch keine Vorauszahlungszinsen mehr entrichtet werden (siehe Tabelle). In der Zentralschweiz werden neben den Luzernern nur noch die Zuger nicht belohnt, wenn sie ihre Steuern vor dem gesetzlich festgelegten Termin, dem 31. Dezember, zahlen.

Steuerzinsen (%)
bei Verzug bei Vorauszahlung
Luzern 6 0
Baselland 6 0.2
Aargau 5.1 0.1
Obwalden 5 0.25
Zürich 4.5 0.5
Nidwalden 4 0.1
Uri 4 0.5
Schwyz 3.5 0.5
Bern 3 0
Zug 0 0
Bund 3 0