Pensionskasse (PK) verzinsen Vorsorgegelder tiefer!

Das laufende Jahr ist bisher kein gutes Anlagejahr für die Schweizer Pensionskassen. Angestellte müssen wieder mit einer tieferen Verzinsung ihrer Vorsorgegelder rechnen. Und auch Neurentnern drohen Leistungseinbussen.

Die Verzinsung der aktiv Versicherten dürfte 2018 wieder unter 2,0 Prozent liegen, wie die Anlageberatungsfirma Complementa am Dienstag zu ihrem „Risiko Check-up 2018“ mitteilte. Noch 2017 hatte die Verzinsung mit 2,2 Prozent einen der höchsten Werte seit der Finanzkrise erreicht.

Deckungsgrad sinkt

Damals hatte insbesondere ein Boom an den Aktienmärkten den Pensionskassen eine Rendite von hohen 7,9 Prozent beschert. Doch dieses Jahr müssen die Pensionskassen laut Complementa wieder kleinere Brötchen backen.

Ihre Anlagen haben unter dem Strich nichts abgeworfen. Per Ende August schätzt Complementa die Rendite auf minus 0,6 Prozent. Zwar können Pensionskassen damit die Rentenauszahlungen weiterhin decken. Doch fällt der Deckungsgrad um 1,8 Prozentpunkte auf 106,2 Prozent.

Als Reaktion auf das anhaltend tiefe Zinsumfeld gehen viele Pensionskassen mehr Risiken ein. Sie legen die Vorsorgegelder vermehrt in Aktien, Immobilien und in alternativen Anlagen an. Der Anteil der als relativ sicher geltenden festverzinslichen Anlagen ist dagegen seit 2007 um 8,5 Prozentpunkte auf ein historisches Tief von 35,1 Prozent gesunken.

Umwandlungssätze unter Druck

Neben den gesunkenen Zinsen sei auch die gestiegene Lebenserwartung der Schweizer Bevölkerung für die Pensionskassen eine grosse Herausforderung, schrieb Complementa. Als Reaktion auf diese Veränderungen sänken die Umwandlungssätze.

Der durchschnittliche Umwandlungssatz, mit dem die jährlich auszuzahlende Rente berechnet wird, liege für das aktuelle Jahr bei 5,8 Prozent. Das heisst, bei einem Pensionskassenvermögen von beispielsweise 100’000 Franken erhält ein Rentner jährlich 5’800 Franken.

Vom gesetzlichen Umwandlungssatz für den obligatorisch versicherten Teil ist der Satz damit weit entfernt. Denn der gesetzliche Mindestsatz liegt bei 6,8 Prozent. Noch vor der Finanzkrise 2007 lagen die tatsächlichen Umwandlungssätze nahe an diesem Wert. Dagegen schätzen Pensionskassen, dass Pensionierte bis 2023 jährlich gerade noch 5,3 Prozent ihres Vorsorgekapitals als Rente ausbezahlt erhalten.

Für die „Risiko Check-up 2018“-Studie hat Complementa Informationen aus den Geschäftsberichten von 421 Pensionskassen ausgewertet. Diese vereinen gemeinsam Vermögenswerte von 674 Milliarden Franken.

 

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Steuern bei Kindern – Teil 2

Die Geltendmachung von Kinderabzügen in der Steuererklärung gestaltet sich oftmals kompliziert. Im vorliegenden zweiten Teil zum Thema Steuern bei Kindern wird die Situation von Konkubinatspaaren und von getrennten sowie geschiedenen Eltern beleuchtet.

Konkubinatspaare werden wie alle Unverheirateten separat veranlagt. Das heisst, jeder Partner gibt eine eigene Steuererklärung ab. Ehepaare werden getrennt veranlagt, wenn sie rechtlich (Trennungsurteil) oder tatsächlich getrennt sind. Der Nachweis der faktischen Trennung ist von den Ehegatten zu erbringen. Faktisch getrennt bedeutet, dass keine eheliche Wohnung und keine Gemeinsamkeit der Mittel mehr besteht. Die Trennung muss von Dauer sein. Bei getrennt veranlagten Eltern muss jeweils bestimmt werden, wer die entsprechenden Abzüge vornehmen kann und bei wem der Elterntarif (direkte Bundessteuer, DBST) zur Anwendung kommt.
Grundsätzlich stehen Konkubinatspaaren und Geschiedenen dieselben Abzüge für Kinder zu wie Verheirateten. Es wird nachfolgend die Unterschiede zu den im ersten Teil aufgezeigten Punkten dargestellt. Die Ausführungen beziehen sich vor allem auf die DBST.

Kinderzulagen

Kinderzulagen sind vom Empfänger zu versteuern. Wer ist anspruchsberechtigt?
Wenn mehrere Personen die Voraussetzungen für den Bezug von Familienzulagen erfüllen, gibt es eine Rangordnung (Anspruchsberechtigung). Für jedes Kind wird nur eine Zulage ausgerichtet. Folgender Ausschnitt aus der Rangordnung zeigt, wie kompliziert die Reihenfolge sein kann (hier sind nicht alle möglichen Fälle abgedeckt):

  1. Die Person, welche die elterliche Sorge innehat oder bis zur Mündigkeit innehatte (Elterliches Sorge Prinzip, bei unverheirateten Eltern steht das Sorgerecht meist der Mutter zu);
  2. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge, oder wenn keine der berechtigten Personen die elterliche Sorge innehat, ist in erster Linie anspruchsberechtigt, wer überwiegend mit dem Kind zusammenlebt oder bis zu seiner Mündigkeit zusammenlebte; bei Trennung oder Scheidung hat deshalb in erster Linie Anspruch, wer das Kind bei sich betreut (Obhutsprinzip);
  3. Leben beide Eltern mit dem Kind zusammen, was bei Konkubinatspaaren die Regel ist, so hat Vorrang, wer im Wohnsitzkanton des Kindes arbeitet (Wohnortsprinzip).
Kinderbetreuungsabzug

Wenn beide Elternteile erwerbstätig sind, wird in allen Kantonen und beim Bund ein Kinderbetreuungsabzug gewährt, der an diverse Bedingungen geknüpft ist. Dasselbe gilt für Einelternfamilien, wenn der erziehende Elternteil erwerbstätig ist. Beim Bund beträgt der Kinderbetreuungsabzug bis zu CHF 10‘100.- pro Kind. Im ersten Teil wurden die Voraussetzungen im Detail aufgeführt.
Diese Bestimmungen gelten im Grundsatz auch für unverheiratete Eltern (Konkubinatspaare), die mit gemeinsamen Kindern in einem Haushalt leben. Diese können den Abzug unter denselben Bedingungen vornehmen. Teilen sich die unverheirateten Eltern die elterliche Sorge, kann jeder Elternteil 50 Prozent des Abzugs geltend machen. Sie können auch eine andere Aufteilung beantragen, sofern sie sich einig sind. Der Antrag muss begründet sein und wird nur bewilligt, wenn der Nachweis für die abweichende Aufteilung gelingt.
Bei Erwerbstätigkeit eines Ehe- oder Konkubinatspaars mit Teilzeitarbeit wird der Abzug nur während des Zeitraums gewährt, in welchem beide Ehegatten/Partner gemeinsam arbeiten oder infolge Aus- und Weiterbildung, Invalidität oder Krankheit nicht in der Lage sind, für die Kinder zu sorgen.
Der Abzug kann nur dann vorgenommen werden, wenn ein unmittelbarer Zusammen-hang zwischen der Drittbetreuung des Kindes und der Arbeit der Eltern oder der alleinerziehenden Person besteht.

Einkommen und Vermögen minderjähriger Kinder

Das Einkommen und Vermögen minderjähriger Kinder ist von jenem Elternteil zu deklarieren, der die elterliche Sorge innehat. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge von unverheirateten Eltern erfolgt die Zuweisung an den Elternteil, der die Obhut ausübt. Bei gemeinsamer oder alternierender Obhut erfolgt eine je hälftige Zuweisung. Einkünfte aus einer Erwerbstätigkeit versteuert das Kind in jedem Fall selbstständig.

Versicherungsprämien und Zinsen von Sparkapitalien

Der Abzug von CHF 700.- für minderjährige Kinder und junge Erwachsene in Ausbil-dung ist grundsätzlich an den Kinderabzug gekoppelt.
Bei nicht gemeinsam veranlagten Eltern steht der Abzug bei minderjährigen Kindern der Person zu, die mit dem Kind zusammenlebt und die Unterhaltszahlungen für das Kind erhält. Leben die Eltern zusammen und werden keine Unterhaltszahlungen geltend gemacht, kann jeder Elternteil den halben Abzug beanspruchen.
Bei volljährigen Kindern in Ausbildung kann der Elternteil den Abzug beanspruchen, der Unterhaltszahlungen an das Kind leistet.

Kinderabzug

Der Kinderabzug von CHF 6‘500.- wird für jedes minderjährige, erwerbsunfähige oder in schulischer bzw. beruflicher Ausbildung stehende Kind gewährt, dessen Unterhalt die steuerpflichtige Person zur Hauptsache bestreitet.

Unter Ausbildung wird die berufliche Erstausbildung verstanden. Die Gewährung des Kinderabzugs bei einer Zweitausbildung ist möglich, wenn sachliche Gründe für die Aufnahme einer Zweitausbildung vorliegen. Bei einem Unterbruch der beruflichen Ausbildung kann der Kinderabzug weiterhin geltend gemacht werden, wenn der Unterbruch vorübergehend ist, z.B. infolge Militär, Zivildienst oder Zivilschutz. Bei der Weiterbildung eines volljährigen Kindes wird der Kinderabzug nicht gewährt.

Steuerpflichtige mit gemeinsamem Wohnsitz können beim Bund den Kinderabzug von CHF 6’500.- geltend machen.

Bei getrenntem Wohnsitz ist das Sorgerecht ausschlaggebend. Der Kinderabzug steht der Person zu, welche das Sorgerecht innehat. Bei gemeinsamem Sorgerecht kann jeder Elternteil bei der direkten Bundessteuer den halben Kinderabzug (je CHF 3’250.- ) beanspruchen. Falls jedoch Alimente bezahlt werden, steht der Kinderabzug bis zur Volljährigkeit des Kindes dem empfangenden Elternteil zu, der leistende Elternteil kann im Gegenzug die Alimente in Abzug bringen.

Unterstützungsabzug

Bei minderjährigen Kindern und getrenntlebenden Eltern kann der leistende Teil die Unterhaltskosten geltend machen und der empfangende Elternteil den Kinderabzug. Der Unterstützungsabzug kann nicht zusätzlich geltend gemacht werden.
Bei volljährigen Kindern in Ausbildung kann der Leistende die Kinderalimente nicht mehr abziehen, er kann jedoch den Unterstützungsabzug geltend machen (Art. 35 Abs. 1 Bst b DBG). Dieser beträgt CHF 6’500.- bei der direkten Bundessteuer.

TIPP: Für die Gewährung des Unterstützungsabzugs muss die unterstützte Person erwerbsunfähig oder beschränkt erwerbsfähig sein und die Unterstützung muss mindestens in der Höhe des Abzugs geleistet worden sein. Die Zahlungen müssen belegt werden.

Deklaration von Alimenten

Der Grundsatz ist einfach: Alimente sind beim Leistenden abzugsfähig und stellen beim Erhaltenden steuerbares Einkommen dar. Es gibt jedoch eine Ausnahme:

Besteuerung von Alimenten bei der direkten Bundessteuer und in allen Kantonen

Bezeichnung Beim zahlenden Elternteil Beim empfangenden Elternteil bzw. Kind
Ehegattenalimente abziehbar steuerbar
Kinderalimente bis Alter 18 abziehbar steuerbar
Kinderalimente ab Alter 18 nicht abziehbar nicht steuerbar

Bei Zahlung von Alimenten an den geschiedenen oder getrennten Ehegatten (gerichtlich oder tatsächlich dauernd getrennt lebend) sind diese grundsätzlich durch den Empfangenden zu versteuern und können beim Leistenden vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden. Dies gilt auch bezüglich der Unterhaltsbeiträge während des Bestehens der eingetragenen Partnerschaft sowie der Unterhaltsbeiträge und der vermögensrechtlichen Auseinandersetzung bei Getrenntleben und Auflösung einer eingetragenen Partnerschaft.

Alimente bestehen in der Regel aus Geldleistungen, es ist aber auch möglich, dass Unterhaltsbeiträge in Form von Naturalleistungen oder Zahlungen an Dritte zu Gunsten des Unterhaltsempfängers geleistet werden. Als Beispiele können hier etwa die Zurverfügungstellung des Einfamilienhauses, die Zahlung der Miete an den Vermieter zu Gunsten der Familie oder die Übernahme eines Teils der Hypothekarzinsen herangezogen werden.

Die Ausnahme bilden – wie in der Graphik ersichtlich – Alimente für volljährige, in Ausbildung begriffene junge Erwachsene. Der geleistete Unterhaltsbeitrag für den Monat, in welchem das Kind mündig wurde, kann noch zum Abzug gebracht werden.

TIPP: In einer Trennungs- oder Scheidungskonvention sollten die Ehegatten- und Kinderalimente klar auseinandergehalten werden, damit Klarheit besteht, wem welche Abzüge zustehen

Steuertarife bei der DBST

Es werden drei Tarife unterschieden:

Verheiratetentarif Tarif A
Elterntarif  Tarif A mit Kindern (Abzug von CHF 251.- je Kind vom Steuerbetrag)
Grundtarif Tarif B

Der Elterntarif steht Verheirateten mit Kindern zu, wenn das Kind bei den Eltern wohnt. Bei Nichtverheirateten steht der Elterntarif demjenigen Elternteil zu, der das eheliche Sorgerecht für die Kinder erhält und mit dem das Kind in häuslicher Gemeinschaft lebt. Der Elterntarif sowie die Kinderabzüge können über die Mündigkeit der Kinder hinaus beansprucht werden, wenn diese sich noch in beruflicher Ausbildung befinden. Bei Zuteilung des gemeinsamen Sorgerechts an die getrennten oder geschiedenen Eltern-teile steht der Elterntarif sowie der Kinderabzug demjenigen Elternteil zu, der den Unterhalt des Kindes zur Hauptsache bestreitet. Bei Zahlung von Alimenten ist dies immer die alimentenempfangende Person.

Der Verheiratetentarif steht Verheirateten zu, wenn der junge Erwachsene in Aus-bildung einen selbstständigen Wohnsitz hat.

Der Grundtarif steht bei gemeinsamen Kindern und gemeinsamem Sorgerecht der Person mit dem tieferen Einkommen zu. Bei getrenntlebenden Eltern ist dies der Tarif für den Alimentenleistenden. Bei einem Konkubinat, aber auch bei Einelternfamilien, kommt der Grundtarif zur Anwendung, wenn der junge Erwachsene in Ausbildung einen selbstständigen Wohnsitz hat.

Fazit

Eltern von Kindern können von diversen steuerlichen Entlastungen profitieren. Die Komplexität ist allerdings hoch und beginnt bereits bei der jeweiligen Familienkonstellation. Das Ehepaar mit gemeinsamen Kindern ist heute ein Modell unter Vielen. Es gibt Konkubinatspaare mit gemeinsamen oder nicht gemeinsamen Kindern, geschiedene und getrennte Ehepaare oder Eltern mit oder ohne gemeinsamem Sorgerecht.
Für die korrekte steuerliche Handhabung von Kinderzulagen, Kindsvermögen, Alimenten sowie der verschiedenen Abzüge sind neben der Familienkonstellation das Alter der Kinder sowie deren Ausbildung massgebend. Letztere Differenzierung ist besonders bei Alimenten ein entscheidender Faktor.
Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Grundsätze in Bezug auf die direkte Bundessteuer auf. Wir empfehlen Ihnen, sich zusätzlich über die jeweiligen Bestimmungen in Ihrem Wohnkanton zu informieren. Fragen Sie bei uns nach, wir helfen Ihnen bei weiteren Fragen.

 

Steuern bei Kindern – Teil 1

Kinder und junge Erwachsene machen viel Freude, aber sie kosten auch viel Geld. Aus diesem Grund gewährt der Fiskus diverse Abzüge vom steuerbaren Einkommen. Erfahren Sie, was es in den verschiedenen Konstellationen zu beachten gilt.

Die Steuerautonomie der Kantone und Gemeinden und der sich daraus ergebende Steuerwettbewerb hat grosse Vorteile für die Steuerpflichtigen. Allerdings führt dies dazu, dass jeder Kanton andere Ansätze verfolgt, was zu unübersichtlichen Regelungen und Intransparenz für die Steuerpflichtigen führt. Aus diesem Grund wurde während Jahrzehnten an der Steuerharmonisierung gearbeitet und das Steuerharmonisierungsgesetz (StHG) am 1. Januar 1995 in Kraft gesetzt.
Das StHG hat einige Verbesserungen gebracht, weite Teile der Steuerlandschaft sind jedoch immer noch von nicht koordinierten kantonalen Regelungen geprägt. So sind die Kantone frei, ob und unter welchen Voraussetzungen sie einen Kinderabzug gewähren wollen (Art. 1 Abs. 3 und Art. 9 Abs. 4 StHG). Darum gibt es bei der Staats- bzw. Kantonssteuer viele unterschiedliche Entlastungsmodelle im Zusammenhang mit Kindern. Im vorliegenden Artikel liegt der Fokus daher vor allem auf die Direkte Bundessteuer (DBST) und auf allgemeine wissenswerte Aspekte.

Im ersten Teil wird die Situation von Verheirateten, Einelternfamilien und Registrierten Partnerschaften mit einem Kind oder Kindern thematisiert. Im zweiten Teil wird die Situation mit Kindern von Konkubinatspaaren und geschiedenen und getrennten Ehepaaren thematisiert.

Kinderzulagen

Kinderzulagen und allfällige Familienzulagen sind nicht AHV-pflichtig, sie sind jedoch steuerpflichtiges Einkommen. Die Kinderzulagen von Unselbständigerwerbenden werden unter Ziffer 1 im Lohnausweis, zusammen mit dem Lohn, ausgewiesen. Für den Steuerpflichtigen sind sie deshalb in der Regel nicht sichtbar.
Auch Selbständigerwerbende müssen Kinderzulagen in der Steuererklärung deklarieren. Kinderzulagen werden am besten auf dem Privatkonto verbucht, wo sie bei der Erstellung der Steuererklärung gut sichtbar sind. Werden die Kinderzulagen auf ein privates Konto überwiesen, darf deren Deklaration in der Steuererklärung nicht vergessen werden. Falls die Kinderzulagen erfolgswirksam verbucht werden, wird auf dem entsprechenden Betrag unnötigerweise AHV abgerechnet. Oft sind die Kinderzulagen unter einer Sammelposition «Übrige Einkünfte» zu erfassen.

Kinderbetreuungsabzug

Wenn beide Elternteile erwerbstätig sind, wird in allen Kantonen und beim Bund ein Kinderbetreuungsabzug gewährt, welcher an diverse Bedingungen geknüpft ist. Beim Bund beträgt dieser bis zu CHF 10‘100.- pro Kind. Es ist somit wichtig, die Voraussetzungen zu kennen und diesen Abzug effektiv auch geltend zu machen. Die Beweislast liegt, wie für alle steuermindernden Faktoren, bei den Steuerpflichtigen. Der Überblick in den Kantonen ist schwierig, da der Fremdbetreuungsabzug weder formell noch materiell harmonisiert ist.
Einelternfamilien, Verheirate und Konkubinatspaare können beim Bund den Abzug von CHF 10’100.- pro Kind und Jahr unter folgenden Voraussetzungen geltend machen:

  • Die fremdbetreuten Kinder müssen im gleichen Haushalt leben und der Steuerpflichtige muss für deren Unterhalt sorgen.
  • Bei Verheirateten: Beide Ehegatten gehen einer Erwerbstätigkeit nach, sind in Ausbildung, machen eine berufliche Weiterbildung oder sind aufgrund schwerer Krankheit oder Invalidität nicht in der Lage, die Kinder zu betreuen.
  • Bei Einelternfamilien: Die Kinder im selben Haushalt können infolge Erwerbstätigkeit, Aus- oder Weiterbildung, schwerer Krankheit oder Invalidität nicht betreut werden.
  • Drittbetreuungskosten, die ausserhalb der Arbeitszeit der Eltern angefallen sind, wie bspw. durch Babysitting am Abend oder für Freizeitaktivitäten, können nicht in Abzug gebracht werden. Ebensowenig die Kosten für Aufgabenhilfen, Musikstunden oder für Ferien- oder Sportlager.
  • Abzugsfähig sind nur die reinen Betreuungskosten. Fallen im Rahmen der Drittbetreuung auch Kosten für die Verpflegung oder anderen Unterhalt der Kinder an, sind diese als Lebenshaltungskosten zu qualifizieren und können nicht in Abzug gebracht werden.
  • Besuchen Kinder ein Internat, kann ein angemessener Anteil als Kinderbetreuungskosten geltend gemacht werden.
  • Die effektiven Kosten müssen mittels Beleg nachgewiesen werden. Subventionen und Beihilfen sind von den getragenen Kosten in Abzug zu bringen. Hilfreich ist eine Aufstellung, welche von den Detailbelegen begleitet wird. Neben dem Nachweis der Kosten muss für die Steuerbehörde ersichtlich sein, ob die Beanspruchung des Kinderdrittbetreuungsabzugs tatsächlich gerechtfertigt ist. Der Grund ist zu belegen (Arbeitspensum der Eltern, Aus- und Weiterbildung, Krankheit oder Unfall).
  • Der Betrag, welchen die Eltern als Kosten ausweisen, muss beim Empfänger als Einnahme oder Ertrag verbucht, bzw. versteuert werden. Falls bspw. den Grosseltern ein Betreuungsgeld bezahlt wird, müssen diese die entsprechende Einnahme in der Steuererklärung deklarieren. Allenfalls sind die Pflichten eines Arbeitgebers zu beachten (Lohnausweis, Sozialversicherungen etc.).
  • Der Abzug kann – beim Bund – bis zum Erreichen der Altersgrenze von 14 Jahren geltend gemacht werden (bis und mit dem Monat des 14. Geburtstags).
Aktuelle politische Entwicklung

In Bezug auf die direkte Bundessteuer befindet sich momentan eine Gesetzesänderung in Beratung, welche zum Ziel hat, die Kosten der externen Kinderbetreuung stärker zu berücksichtigen. Die maximal abzugsfähigen Kosten sollen auf CHF 25’000.- pro Kind erhöht werden. Damit wird das Ziel verfolgt, dem inländischen Fachkräftemangel entgegenzutreten und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erhöhen.

Einkommen und Vermögen minderjähriger Kinder

Junge Erwachsene erhalten ihre erste Steuererklärung im Jahr ihrer Volljährigkeit. Das Einkommen und Vermögen der minderjährigen Kinder wird durch die Eltern versteuert. Dabei gibt es eine Ausnahme: Einkommen aus eigener Erwerbstätigkeit (z.B. der Lehrlingslohn) muss immer vom Kind versteuert werden.

AHV/IV-Kinderrenten und Waisenrenten

Kinderrenten sind immer vom Empfänger der Hauptrente zu versteuern (Mutter oder Vater). Bei Hinterlassenenrenten (Kinder-Waisenrenten) gilt das nur für minderjährige Kinder. Ab Volljährigkeit sind Hinterlassenenrenten für Kinder von diesen zu versteuern. Aus Unwissenheit wird diese Deklaration wohl häufig unterlassen.

Versicherungsprämien und Zinsen von Sparkapitalien

Unter dem Titel «Versicherungsprämien und Zinsen von Sparkapitalien» wird für jedes Kind und für jede unterstützungsbedürftige Person ein Abzug von CHF 700.- gewährt.

Kinderabzug

Der Kinderabzug von CHF 6‘500.- wird für jedes minderjährige, erwerbsunfähige oder in schulischer bzw. beruflicher Ausbildung stehende Kind gewährt, dessen Unterhalt die steuerpflichtige Person zur Hauptsache bestreitet. Unabhängig davon, ob das Kind oder der junge Erwachsene im eigenen Haushalt lebt oder zum Beispiel in einer Wohngemeinschaft in der Nähe der Uni.

Unterstützungsabzug

Als unterstützungsbedürftig gelten Personen, die ihren Lebensunterhalt nicht selber bestreiten können und für deren Unterhalt die steuerpflichtige Person mindestens in der Höhe des Unterstützungsabzuges (Bundessteuer 6‘500 Franken) finanziell aufkommt. Dazu gehören erwerbsunfähige Kinder über 18 Jahre, die nicht über genügend Einkommen und Vermögen verfügen. Der Unterstützungsabzug und der Kinderabzug schliessen sich aus (Kumulationsverbot).

TIPP: Wird eine unterstützungsbedürftige Person mit weniger als 6‘500 Franken unterstützt, ist kein Abzug möglich. Es empfiehlt sich daher, mindestens 6‘500 Franken Unterstützung auszurichten: wenn statt CHF 500 pro Monat jeweils CHF 550 bezahlt werden, ist die Steuerersparnis in der Regel höher als der Mehraufwand. Auf diese Weise profitieren sowohl der Unterstützer als auch die unterstützte Person. Die Nachweise sollten der Steuererklärung beigelegt werden.

Stichtagsprinzip

Beim Kinderabzug (im Gegensatz zu den Alimenten oder Unterstützungsbeiträgen) ist zu beachten, dass das Stichtagsprinzip zur Anwendung kommt. Massgebend ist somit die Situation am 31. Dezember des Steuerjahres (Art. 35 Abs. 1 Bst c DBG). Wenn der Student oder die Studentin das Studium bspw. im September abgeschlossen hat und Ende Jahr nicht mehr «in Ausbildung» ist, kann kein Kinderabzug geltend gemacht werden.

Praktikanten, Militär, Zivilschutzleistende

Für junge Erwachsene, die nicht mehr in der Ausbildung sind, sondern als Praktikanten, Durchdiener beim Militär oder Zivilschutzleistende bei den Eltern wohnen und von diesen weiterhin unterstützt werden, sind oft keine Abzüge mehr möglich. Nur, wenn die unterstützungsbedürftige Person für ihren Lebensunterhalt nicht selber sorgen kann und die Eltern mindestens CHF 6‘500.- bezahlen müssen, ist ein Unterstützungsabzug möglich.

Weitere Entlastungen für Eltern

Bei der DBST werden Eltern durch einen günstigeren Tarif (Tarif A) entlastet. Dazu kommt, dass pro Kind ein Abzug vom Steuerbetrag von CHF 251.- gewährt wird. Die Kantone gewähren zusätzlich einen Abzug vom steuerbaren Vermögen pro Kind.

Fazit

Weitgehend unbestritten ist, dass Familien und Alleinerziehende mit Kindern entlastet werden sollen. Dies wird mit Abzügen vom steuerbaren Einkommen, unterschiedlichen Steuertarifen und Abzügen vom Steuerbetrag erreicht. Bei Kindern lässt der kantonale Gesetzgeber weitgehend Kreativität walten, was wiederum zur Komplexität des Steuersystems beiträgt.
Die vorangehenden Ausführungen betreffen, wie bereits erwähnt, grundsätzlich nur die DBST. Je nach Kanton, Tarif und Progressionsstufe fallen aber die Kantons- und Gemeindesteuern noch stärker ins Gewicht, weshalb die kantonalen Regelungen mindestens genauso zu analysieren sind. Die Darlegung sämtlicher kantonaler Regelungen würde den Rahmen dieses Blog jedoch deutlich sprengen. Für eine individuelle Beratung dürfen Sie sich gerne an uns wenden.

Teuer Luxus: Ferienwohnung / Ferienhaus

Viele Schweizerinnen und Schweizer träumen von einer eigenen Ferienwohnung.
Doch Urlaub im Luxushotel ist oft günstiger!

Urlaub im eigenen Ferienhaus zu verbringen, ist für viele Familien der ultimative Luxus. Ein Luxus bleibt es für viele vor allem auch wegen der Preisentwicklung in jüngster Zeit. Wohnungen und Ferienhäuser an Schweizer Topdestinationen wie Ascona, Davos, Gstaad, Klosters, St. Moritz, Verbier, Zermatt sind so teuer wie an der Zürcher Gold-küste oder am Genfersee (12 000.- bis 15 000.- Franken pro Quadratmeter).

Aber auch in weniger mondänen Ferienorten kosten Liegenschaften rasch zwischen 7000.- und 10 000.- Franken pro Quadratmeter, was einem Kaufpreis von 600 000.- bis über 1 Million Franken für eine Dreizimmerwohnung mit 100 Quadratmetern entspricht.

Die Banken geben zwar auch Hypotheken für Zweitwohnungen, allerdings oft zu deutlich schlechteren Konditionen als für den ständigen Wohnsitz: Statt der üblichen 80 Prozent finanzieren sie Ferienwohnungen lediglich zu 50 bis 70 Prozent. Kaufwillige müssen also deutlich mehr Eigenkapital mitbringen. Und Banken rechnen die Belastung durch das Feriendomizil (inklusive Nebenkosten) zur meist schon bestehenden Belastung durch das Wohneigentum hinzu.
Dabei dürfen die Hypothekarkosten einen Drittel des Familieneinkommens nicht übersteigen. Zusätzlich wird eine Amortisation, also die Rückzahlung der Hypothek, bis zu 40 Prozent verlangt. Und der Hypozinssatz liegt in der Regel einen Viertelprozent-punkt über dem von Hypotheken für den Hauptwohnsitz.

 

Hypothek auf Erstwohnsitz aufstocken

Die Banken begründen ihre Zurückhaltung mit dem höheren Risiko. Denn bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten gehören Chalet und Rustico zum Ersten, von dem man sich trennt – notfalls sogar unter dem Anschaffungspreis. Belehnungsgrenze, Zinssatz und Risikozuschlag sind aber auch bei Ferienwohnungen letztlich Verhandlungssache. Vorteilhaft wird es, wenn man die Hypothek auf seinem Wohneigentum aufstocken und daraus das Ferienhaus finanzieren kann.
Die folgenden Punkte erschweren den Kauf zusätzlich: Der Bezug von Geldern aus der Pensionskasse oder aus der Säule 3a ist für Ferienwohnungen von Gesetzes wegen nicht möglich. Und Eigenmietwert und allfällige Mieteinnahmen fressen einen Grossteil der Steuerersparnis auf, auch wenn Schuldzinsen und Unterhalt vom Einkommen in Abzug gebracht werden dürfen. Auch die Nebenkosten sind bei einer Ferienwohnung meist höher als beim ständigen Wohnsitz. Oft sind die Grundgebühren für Wasser und Strom auf dem Land höher als in der Stadt. Und Verwaltung, Schneeschaufeln oder Gartenpflege sind Kosten, die am Wohnort vielfach nicht anfallen.

 

Steuerliche Auswirkungen

Wer Liegenschaften in mehreren Kantonen hat, kann es sich einfach machen: Es genügt, die Steuererklärung am Hauptwohnsitz auszufüllen und eine Kopie an die Gemeinde seines Zweitwohnsitzes zu senden. Die Steuerbehörden teilen die Steuereinnahmen dann selbstständig untereinander auf.
Wie das geschieht, ist allerdings anspruchsvoll, denn der Steuerwert einer Liegenschaft unterscheidet sich von Kanton zu Kanton stark. Die kantonalen Steuerbehörden haben sich darum auf Umrechnungsfaktoren – die sogenannten Repartitionswerte − geeinigt, die als Berechnungsbasis dienen (Kreisschreiben 22 vom 22. März 2018, gültig ab 2019).
Je nach Kanton gibt es Zu- oder Abschläge. So wird beispielsweise eine Zweitliegenschaft ab Baujahr 2006 im Wallis zuerst mit dem Faktor 145 multipliziert und dann am Hauptwohnsitz im Kanton Zürich durch 90 dividiert. Aus Sicht des Kantons Zürich ist eine Liegenschaft im Wallis mit einem dortigen Steuerwert von 400’000.- Franken also 644’444.- Franken wert (400’000 × 145 ∕ 90) – was sich stark auf die Vermögens- und die Einkommenssteuer (steuerpflichtiger Eigenmietwert oder Mietertrag) auswirkt.

Teurer als im Hotel
Kostenvergleich: ein Jahr Ferienhaus vs. Hotel Zum Vergleich
Anschaffungskosten  CHF 900’000 4 Wo Ferien im Erstklasshotel
für 4 Personen
 CHF 22’400
Hypothek  CHF   600’000
Zinsbelastung (1.8%)  CHF      10’800
Nebenkosten/Amortisation
(1.5% vom Kaufpreis)
 CHF      13’500
Steuern  *)  CHF        2’500
Total Aufwand  CHF      26’800 Total Aufwand  CHF      22’400
*)  Eigenmietwert bzw. Mietertrag abzüglich 20% Unterhalt, abzüglich Schuldzinsen
    Grenzsteuersatz 30%

Zudem werden auf dieser Basis auch die Hypothekarschulden aufgeteilt. Es nützt also nichts, seine Hypothek auf die Liegenschaft im Kanton mit der höheren Steuerbelastung aufzunehmen, um vom stärkeren Progressionseffekt zu profitieren. Steuerlich wird die Hypothek aufgeteilt, als wäre sie entsprechend den so ermittelten Steuerwerten aufgenommen worden.
Natürlich lässt sich eine Ferienwohnung vermieten. Meist allerdings nur dann, wenn man sie selber nutzen möchte, sprich über die Weihnachts- und Neujahrstage, in den Sportferienwochen, an Ostern und im Hochsommer. Letztlich, so zeigt der Kosten-vergleich, ist eine Ferienwohnung eine Liebhaberei (siehe Tabelle). Der Aufenthalt im Fünf-Sterne-Hotel ist meist günstiger, komfortabler und stressfreier.

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Haftpflichtversicherung trotzt AGB?

Spätestens nach der Gründung müssen sich die Gesellschafter/innen überlegen, welche Risiken im Geschäftsalltag drohen und wie man diese eindämmen kann.

Ein probates Mittel sind vertragliche Klauseln über eine Haftungsfreizeichnung oder -begrenzung, die man oftmals in seine Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) einbaut. Von dieser Möglichkeit machen auch viele Gründer/innen Gebrauch. Sie gehen dann aber davon aus, damit vollständig abgesichert zu sein und keine Haftpflichtversicherung mehr zu brauchen. Auch wenn Risiken mit einem vertraglichen Haftungsausschluss merkbar begrenzt werden können, völlig ausschliessen lassen sie sich damit nicht.

Zunächst gibt es bestimmte Arten von Haftungen, die gemäss gesetzlicher Regelung überhaupt nicht ausgeschlossen werden können. Das ist etwa der Fall bei der Haftung der Herstellerin für den Schaden, der durch ein fehlerhaftes Produkt verursacht wurde (Produktehaftpflicht). Diese Haftung ist unabhängig von einem Verschulden. Auch kann man sich davon nicht mittels Warnhinweisen in der Gebrauchsanweisung befreien. Ein weiteres Beispiel wäre die Haftung nach dem Strassenverkehrsgesetz.

In anderen Fällen lässt es das Gesetz zu, die Haftung vertraglich auszuschliessen. Es setzt dabei aber gewisse Grenzen. So ist gemäss Art. 100 OR der Haftungsausschluss für vorsätzlich oder grob fahrlässig begangene Handlungen ungültig. Anders ist es bei der Haftung für das Fehlverhalten von Hilfspersonen, im Geschäftsalltag also insbesondere Angestellte. Diese Haftung kann selbst bei Absicht oder grober Fahrlässigkeit wegbedungen werden.

Nur sind diese Haftungsausschlüsse auch nicht in bzw. für jeden Fall problemlos zulässig. Ist das sorgfältige Tätigwerden für einen Vertragspartner typisch, kann die Freizeichnung für leichte und mittlere Fahrlässigkeit ungültig sein. Das ist gerade bei vielen Dienstleistungsverträgen der Fall. Auch kann es trotz Ausschluss zu einer Haftung kommen, wenn es sich um ein obrigkeitlich konzessioniertes Gewerbe handelt. Ob man sich schliesslich überhaupt von der Haftung für Körperschäden, also gerade die unangenehmen und teuren Fälle, freizeichnen kann, ist zumindest umstritten und sorgt deshalb für unwillkommene Unsicherheit bei der betroffenen Unternehmerin bzw. beim betroffenen Unternehmer.

Unsicherheiten können sich weiter aus rein praktischen Gesichtspunkten ergeben. War es nun grobe oder nur leichte Fahrlässigkeit? Ist das sorgfältige Tätigwerden typisch für das Vertragsverhältnis? Bei solchen Fragen schafft auch ein Vertrag nur bedingt Abhilfe. Im Gegenteil ist in manchen Fällen sogar der Vertrag selbst die Quelle von Ungewissheiten. Ist die Klausel über den Haftungsausschluss ungenau oder unvollständig formuliert, ergeben sich Auslegungsschwierigkeiten. Befindet sich die Klausel dann noch in AGB, gelten besondere Auslegungsregeln und wird die Verhandlungsposition des Geschäfts meist zusätzlich erschwert.

Schliesslich bringen Klauseln zur Haftungsfreizeichnung in AGB nichts, wenn diese gar nicht zum Vertragsbestandteil geworden sind. Das ist z.B. der Fall, wenn im Vertrag ein Hinweis auf die AGB fehlt. Auch erstellt man AGB in der Regel nur für die Standardgeschäfte des Betriebs, nicht aber für seine weiteren Geschäftsbeziehungen. Kommt es dort zu einem Schadensfall, greift auch die in den AGB allenfalls enthaltene Haftungsfreizeichnung nicht.

Zusammenfassend halten wir fest, dass Haftungsfragen oftmals zu komplex sind, um sie einfach ganz ausschliessen zu können. Aber selbst perfekt auf den Einzelfall zugeschnittene AGB-Klauseln können einen nicht vor jeder Haftung bewahren. In einem solchen Fall ist man froh um einen Versicherungsschutz, gerade wenn es um hohe Schäden geht. Wir empfehlen deshalb, sich zusätzlich mit einer Haftpflichtversicherung abzusichern.

Beim Abschluss einer Versicherung ist aber unbedingt zu beachten, dass auch hier der Schutz begrenzt ist. Erstens beschränken die Versicherungen ihre Haftung oftmals auf bestimmte Fälle. Zweitens übernehmen sie die Kosten in der Regel nur für Schäden, die ohne Vorsatz entstanden sind, und drohen Kürzungen bei grober Fahrlässigkeit. Wie bei der Gestaltung von vertraglichen Haftungsausschlüssen sollte man deshalb bei der Auswahl der Versicherung aufmerksam sein. Auf jeden Fall ist es aber so, dass ein «doppeltes Fangnetz» aus Haftungsfreizeichnung und Haftpflichtversicherung das Risiko erheblich verringert, bei einem Schadensfall in finanzielle Bedrängnis zu kommen oder gar in Konkurs zu fallen.

Fragen sie bei Köppel-Legal AG nach, wir klären Sie betreffend AGB’s und den Haftungsfragen auf!

Früh für das Alter vorsorgen – was Jugendliche dafür tun können

Selbstbewusst im Leben, grosse Pläne: Was heissen die eigenen Wünsche für die spätere Rente?

In welchem Alter haben Sie erstmals ernsthaft über Ihre Rente nachgedacht? Die Schweizer Altersvorsorge weist zahlreiche Lücken auf. Gerade junge Leute sollten diese kennen!

Wird unsere Rente für ein komfortables Auskommen reichen? Droht uns sogar Altersarmut? Diese Fragen beschäftigen die Schweizer Jugend derzeit stark. Die Abstimmung zur Altersreform 2020 hat das Bewusstsein der Heranwachsenden für das Thema Rente geschärft. Zu Recht, denn ändert sich nichts am System, müssen die aktuell bis 40-Jährigen eine doppelte Last stemmen: Sie finanzieren die Beiträge für die heutigen Rentner und müssen zugleich ihre eigene Vorsorge ausbauen.
Dabei gilt: Je später jemand geboren ist, desto grösser wird die Last sein. Ein Grund, warum das Thema Rente auch bei den 15- bis 26-Jährigen weit vorn rangiert. Doch was können Schweizerinnen und Schweizer überhaupt für ihre Altersvorsorge tun, wenn sie noch mitten in ihrer Ausbildung stecken?

«Die Ausbildung ist immer das Wichtigste und hat in jungen Jahren erst einmal Priorität», sagt Christine Schmid, Leiterin Investment Solutions bei der Credit Suisse. Wichtig sei, bei der eigenen Lebensplanung zu bedenken, inwieweit diese überhaupt abgedeckt sei. «Das aktuelle System der Altersvorsorge geht von einem veralteten Lebensmodell aus: Ausbildung, Festanstellung, Ehe.»

Die individuelle Lebensplanung kann bei der Rente zu schmerzhaften Einbussen führen. Wer später in den Beruf einsteigt, mehrere Jahre ins Ausland geht oder eine längere Babypause einlegt, Teilzeit oder als Freelancer arbeitet, muss mit Kürzungen bei der Rente rechnen. Wer sich dieser Risiken früh bewusst ist, kann besser gegensteuern.

Dafür ist es erst einmal wichtig, dass System der Altersvorsorge in seinen Grundzügen zu verstehen. Avenir jeuneusse hat mit dieser Motivation im Frühjahr eine Broschüre publiziert, die Jugendlichen die komplexe Thematik näherbringen soll. Projektleiterin Salomé Vogt: «Das Wichtigste überhaupt ist, einen Job zu haben.»

Idealerweise sollte diese Anstellung mehr als 21’150 Franken pro Jahr einbringen, erst dann zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber in die zweite Säule ein. Wichtig ist hier: Wer mehrere Jobs kombiniert, dessen Einkommen werden einzeln gezählt, nicht gemeinsam. Es gibt Möglichkeiten, mehrere Einkommen von verschiedenen Arbeitgebern bei einer Pensionskasse zu versichern, aber nur, wenn diese dies zulässt. Eine solche Lösung muss individuell vereinbart werden.

Auch Selbstständige und Freelancer fallen durchs Raster. Sie sind zwar AHV-pflichtig, Zahlungen in die zweite Säule sind aber nicht obligatorisch. Wer möchte, kann sich als Freelancer freiwillig einer Pensionskasse anschliessen oder steuerbegünstig Kapital mit der Säule 3a ansparen.

Fragen sie bei Köppel-Legal AG nach, wir helfen ihnen bei der Vorsogeplanung.

Stellenverlust mit 55: Was das für die AHV und Pensionskasse bedeutet.

Wer mit 55 Jahren seinen Arbeitsplatz verliert, muss die Weichen richtig stellen, um seine Altersvorsorge zu sichern.
Bei den über 50-jährigen ist das Risiko hoch, nach einem Stellenverlust längere Zeit arbeitslos zu bleiben. Mehr noch: Einige finden dann überhaupt nicht mehr in den Arbeitsmarkt zurück. Für die Altersvorsorge kann das gravierende Folgen haben.

Nur wenige Pensionskassen bieten die Möglichkeit an, nach der Entlassung versichert zu bleiben – oft jedoch zu erschwerten Bedingungen. Nach der Entlassung muss man in der Regel alle Beiträge selbst zahlen, also auch die des Arbeitsgebers. Das können nur wenige Personen leisten.

Den anderen bleibt meistens nichts anderes übrig, als das Guthaben, das sie in der Pensionskasse angespart haben, auf ein Freizügigkeitskonto zu überweisen oder vorzeitig in Pension zu gehen. Bei den meisten Pensionskassen kann man sich zwischen 58 und 60 frühpensionieren lassen. Der Bezug der ersten AHV-Rente ist ein oder zwei Jahre vor der ordentlichen Pensionierung möglich.

Mit einer Frühpensionierung werden die Renten allerdings lebenslang gekürzt – und zwar die der AHV und die der Pensionskasse. Die AHV-Rente schrumpft um 6,8 Prozent, wenn man sie ein Jahr vor der ordentlichen Pensionierung bezieht. Bei einem Vorbezug um zwei Jahre fällt sie 13,6 Prozent tiefer aus (siehe Tabelle).

 

So wird die AHV-Rente bei Frühpensionierung gekürzt

Beispiel: Ein alleinstehender Mann erhält rund CHF 3’900.- weniger Rente pro Jahr, wenn er zwei Jahre früher in Rente geht – eine Einbusse von 13,6 Prozent.

  Regulärer   Vorbezug Vorbezug
  Bezug   1 Jahr 2 Jahre
Jahresrente in CHF 28’200 26’280 24’365
Kürzung in CHF p.a. 1’920 3’835
Kürzung in % p.a. -6.80% -13.60%

Auch bei den Pensionskassen sind die Kürzungen erheblich, weil die fehlenden Beitragsjahre und Zinsgutschriften das Alterskapital schmälern. Und weil das Guthaben über eine längere Zeit ausbezahlt werden muss, senken die Pensionskassen bei einem vorzeitigen Bezug auch den Umwandlungssatz. Mit diesem Satz wird das Kapital in eine Rente umgerechnet.

In der Regel schrumpft die Rente der Pensionskasse um 5 bis 7 Prozent pro Vorbezugsjahr. Das heisst: Ein Versicherter, der sich mit 60 statt mit 65 Jahren pensionieren lässt, erhält unter Umständen über ein Drittel weniger Rente. Zudem bekommen Frühpensionierte auch noch weniger Arbeitslosengeld, weil Renten als Einkommen angerechnet werden.

 

Freizügigkeit: das sollten Sie wissen

Wer auf Stellensuche ist oder sich selbstständig macht, darf sein Guthaben in der zweiten Säule bei einer Freizügigkeitseinrichtung „parkieren“. Über dieses Vorhaben muss man seine Pensionskasse rechtzeitig schriftlich informieren.

Freizügigkeitsstiftungen bieten in der Regel keine Renten an. Falls man keine neue Stelle mehr findet, kann man das angesparte Pensionskassenkapital also nicht mehr als lebenslange Rente beziehen, sondern nur noch in Kapitalform auszahlen lassen. Das sollte man bedenken, bevor man sein Altersguthaben an eine Freizügigkeitsstiftung überweist.

 

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Arbeiten mit Freelancern – jedoch mit welchem?

Wenn Sie schon einmal ein Projekt veröffentlicht haben, ist Ihnen wahrscheinlich aufgefallen, dass viele Freiberufler bereit sind, mit Ihnen zusammen zu arbeiten. Doch wie wählt man bei so einer grossen Auswahl den richtigen aus?

Hier Tipps von Köppel-Legal AG für die Suche nach einem geeigneten Feelancer:

1. Portfolios prüfen
Werfen Sie einen Blick auf das Portfolio der Freiberufler, um ihren Stil zu verstehen. Dies ist besonders nützlich für Designprojekte. Tipp: sie können auch ihre früheren Arbeiten als Inspiration für Ihr Projekt beziehen.

2. Rezensionen & Bewertungen
Lesen Sie die Erfahrungen anderer Arbeitgeber mit dem Freiberufler. Auch wenn ein Freiberufler in seinem Handwerk begabt ist, stellen Sie sicher, dass er mit Terminen, Budgets und Feedbacks umgehen kann.

3. Informiere Sie sich gut
Bevor Sie Ihr Projekt vergeben, solltest Sie sich unbedingt mit dem Freelancer unterhalten und z.B. chatten, telefonieren, e-mailen oder bei einer engeren Auswahl auch persönlich vorsprechen. Teile Sie Ihre Projektdetails und genauen Vorstellungen mit und stellen Sie Fragen über Ihre bisherigen Erfahrungen und Fähigkeiten. Sodass Sie Ihr Projekt innerhalb des gewünschten Zeit- und Budgetrahmens abschliessen können.

4. Erwartungen & Termine festlegen
Stellen Sie sicher, dass Sie sich über die Deadline im Klaren sind. Ein bevorzugter Freiberufler kann an mehreren Projekten arbeiten, daher ist es wichtig zu prüfen, ob dieser die gewünschten Termine einhalten kann und auch verlässlich ist.

5. Nach Preis filtern
Sie können Ihren Auftrag auch nach dem Preis sortieren. Wenn Ihr Projekt preisgünstig ist, kann diese Möglichkeit helfen, Freiberufler herauszufiltern, die über Ihrem Budget liegen.

Fragen Sie bei Köppel-Legal AG nach, wir helfen Ihnen bei der Suche nach einem Freelancer.

So verstehen Sie den Pensionskassen-Ausweis (PK)

Auf dem Versicherungsausweis der Pensionskasse, welcher jeweils im Frühling den Versicherten verschickt wird, stehen wichtige Informationen. Leicht zu verstehen, sind dieser leider nicht.

Der Versicherungsausweis der Pensionskasse strotzt von Fachausdrücken. Dabei werden diese Ausdrücke nicht mal einheitlich verwendet. Was die eine Kasse als versicherten Lohn bezeichnet, heisst bei der anderen Vorsorgeeinrichtung koordinierter Lohn. Und auch die Versicherungsausweise der diversen Vorsorgeeinrichtungen kommen unterschiedlich daher.

Nachfolgend das Glossar eines Versicherungsausweises (Tabelle).

Kasse laut Fiktive Kasse mit
BVG-Minimum Überobligatorium
Personendaten      
Name, Vorname Muster Paul Muster Paul
Geburtsdatum 22.02.1967 22.02.1967
Grundlagen      
1 Gemeldeter Lohn          83’520          83’520
2 Koordinationsabzug          24’360          24’360
3 Versicherter Lohn          59’160          59’160
Altersleistung      
4 Voraus. Alterskapital ohne Zins        294’665        375’901
5 Voraus. Alterskapital mit Zins (2%)        383’787        494’110
6 Altersrente ab Alter 65 ohne Zins          20’037          25’561
7 Altersrente ab Alter 65 mit Zins (2%)            6’098          33’600
8 Alterskinderrente mit Zins            5’219            6’720
Todesfallleistung      
9 Jährliche Ehegattenrente          12’022          21’297
10 Jährliche Waisenrente            4’007            7’099
Invaliditätsleistung      
11 Jährliche Invaliditätsrente          20’037          35’496
12 Jährliche Invalidenkinderrente            4’007            7’099
Finanzierung      
13 Sparbeitrag Arbeitnehmer            4’437            4’833
14 Sparbeitrag Arbeitgeber            4’437            5’815
15 Risikobeiteitrag arbeitnehmer            1’035            1’183
16 Rosikobeitrag Arbeitgeber            1’035            1’183
17 Spargutschriften laufendes Jahr            8’874          10’648
Sparguthaben/Freizügigkeitsleistung      
18 Freizügigkeitsleistung per 31.12.2008          95’000        140’000
19 Freizügigkeitsleistung per 31.12.2008 laut BGV          95’000          95’000

1. Der Jahreslohn entspricht dem vertraglich vereinbarten Bruttolohn, manchmal auch AHV-Lohn genannt.

2. Um den versicherten Lohn zu berechnen, wird vom Bruttolohn der Koordinationsbeitrag in Abzug gebracht. Dieser beträgt derzeit 24360 Franken. Koordiniert wird mit der AHV, deshalb entsprach der Koordinationsabzug bis vor kurzem der maximalen AHV-Rente. Um tiefere Einkommen zu begünstigen, wurde der Koordinationsabzug auf 87,5 Prozent der maximalen AHV-Rente beschränkt.

3. Der versicherte Jahreslohn, auch koordinierter Lohn genannt, ist eine der wichtigsten Zahlen auf dem Versicherungsausweis: Auf diesem Betrag werden die Beiträge berechnet. Je höher dieser Lohn, desto besser.

4. Aufgrund der unsicheren Zinssituation gehen mehr und mehr Kassen dazu über, auch das voraussichtliche Alterskapital ohne Zins anzugeben. Es setzt sich aus dem bestehenden Kapital plus all der künftigen Sparbeiträge zusammen.

5. Beim voraussichtlichen Alterskapital mit Zins werden das Kapital und die künftigen Sparbeiträge zu einem bestimmten Satz aufgezinst, normalerweise zum gesetzlichen Mindestzins von derzeit 2 Prozent. Wird der gesetzliche Mindestzins gesenkt, wird der Versicherungsausweis im darauffolgenden Jahr ein tieferes Alterskapital ausweisen, was mitunter zu Verunsicherungen führt.

6. Die Altersrente wird im Leistungsprimat auf der Basis des versicherten Jahreslohns, im Beitragsprimat auf der Basis des voraussichtlichen Alterskapitals berechnet. Im Beitragsprimat spielt der Umwandlungssatz eine zentrale Grösse. Im vorliegenden Beispiel beträgt er 6,8 Prozent. Eine Senkung des gesetzlichen Umwandlungssatzes hat das Schweizervolk vor einem Jahr abgelehnt.

7. Die Altersrente mit Zins dürfte eher der Realität entsprechen als jene ohne Zins. Freilich bildet der Umwandlungssatz eine unsichere Grösse. Er könnte bis zur Pensionierung tiefer sein als heute, was sich in einer tieferen Rente niederschlägt.

8. Hat der Pensionär noch für minderjährige Kinder zu sorgen, erhält er dafür von der Pensionskasse eine Alterskinderrente. Bei mündigen Kindern in Ausbildung erstreckt sich der Anspruch bis zum 25.Altersjahr. Die Kinderrente entspricht im Normalfall einem Fünftel der Altersrente.

9. Die genannten Altersleistungen sind Schätzungen, die je nach Zins- und Lohnentwicklung angepasst werden müssen. Hingegen die Todesfall- und Invaliditätsleistungen sind nicht Zahlen der Zukunft, sondern der Gegenwart. Beim Tod des Versicherten haben Witwen und Witwer, unter Umständen auch Lebenspartner, Anspruch auf eine Rente.

10. Beim Tod des Versicherten zahlt die Pensionskasse pro Kind eine Rente aus. Dies führt häufig dazu, dass bei kinderreichen Familien die Summe aller Renten auf 90 Prozent des Jahreslohns plafoniert wird, weil sonst die Witwe ein höheres Renteneinkommen erzielte als vorher ihr Ehemann, was zu falschen Anreizen führen könnte.

11. Die jährliche Invaliditätsrente ist eine der wichtigsten Zahlen auf dem Versicherungsausweis. Bei Stellenwechseln lohnt es sich, die neue Invaliditätsleistung mit der bisherigen zu vergleichen. Im vorliegenden Beispiel ist der Unterschied zwischen dem gesetzlichen Minimum und der Kasse mit überobligatorischen Leistungen frappant.

12. Hat der Versicherte Kinder, erhält er zusätzlich zur Invalidenrente noch eine Invalidenkinderrente je Kind. Sie beträgt normalerweise 20 Prozent der Invaliditätsrente.

13. Je höher der Sparbeitrag, desto tiefer der Nettolohn. Trotzdem sollte jeder an einem möglichst hohen Sparbeitrag Interesse haben. Siehe weiter bei Punkt 14.

14. Der Sparbeitrag des Arbeitgebers muss mindestens so hoch sein wie der Arbeitnehmerbeitrag. Für den Arbeitnehmer ist es selbstverständlich sehr angenehm, wenn der Arbeitgeber mehr einzahlt als der Arbeitnehmer, wie das bei grosszügigen Arbeitgebern erwartet werden kann.

15. Für den Versicherungsschutz gegen Tod und Invalidität wird eine Risikoprämie in Abzug gebracht. Es ist daher wichtig, zu wissen, dass nicht der gesamte Arbeitnehmerbeitrag angespart wird.

16. Nicht nur der Arbeitnehmer, auch der Arbeitgeber zahlt einen Beitrag für den Risikoschutz.

17. Die Spargutschriften ergeben sich aus den Sparbeiträgen des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers. Dazu käme noch die Verzinsung, die aber auf dem Versicherungsausweis häufig nicht ersichtlich ist. Der obligatorische Teil des Pensionskassenguthabens muss derzeit zu mindestens 2 Prozent verzinst werden.

18. Die Freizügigkeitsleistung könnte man auch als individuelles Pensionskassenguthaben bezeichnen. Es ist jener Betrag, der bei einem Stellenwechsel in die neue Pensionskasse zu überweisen ist.

19. Häufig bieten Pensionskassen Leistungen an, die über das gesetzliche Minimum hinausgehen, eben überobligatorische Leistungen. In diesem Fall sind die Pensionskassen verpflichtet, eine Schattenrechnung mit den Leistungen laut BVG zu führen. Die Differenz zum Betrag unter Punkt 18 entspricht den überobligatorischen Leistungen.

 

Fragen sie bei Köppel-Legal AG nach, wir helfen ihnen beim Verstehen des PK-Ausweises.

Die Fachbegriffe der Pensionskassen entschlüsseln

Mit den oftmals komplizierten Begriffen, die in der beruflichen Vorsorge gebraucht werden, wissen viele Bürgerinnen und Bürger nichts anzufangen. Köppel-Legal AG erklärt ihnen die wichtigsten Termini.

Für viele Schweizer Bürger ist die Pensionskasse der grösste Vermögenswert. Laut der Ende Februar erschienenen Broschüre «Die berufliche Vorsorge in der Schweiz» des Statistischen Bundesamts gab es per Ende 2016 in der Schweiz 1713 Vorsorge-einrichtungen, die 2016 Altersrenten im Volumen von 21,9 Mrd. Fr. auszahlten und über Vermögensanlagen im Volumen von rund 824 Mrd. Fr. verfügten. Trotz der enormen Bedeutung der beruflichen Vorsorge gab in einer Wissensstudie der Investmentgesellschaft Axa Investment Managers zur zweiten Säule 2017 fast ein Drittel der Befragten an, nicht am Thema interessiert zu sein. Auch mit den oftmals komplizierten Begriffen, die in der beruflichen Vorsorge gebraucht werden, wissen viele Bürger nichts anzufangen. In der Folge werden die wichtigsten Termini kurz erklärt, die Definitionen basieren zum Teil auf Glossaren der Pensionskasse des Bundes Publica und des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV).

 

Auffangeinrichtung:

Arbeitgeber, die sich nicht einer Vorsorgeeinrichtung anschliessen, werden zwangsweise der Stiftung Auffangeinrichtung angeschlossen. So wird die Versicherungspflicht in der zweiten Säule durchgesetzt. Ausserdem versichert die Auffangeinrichtung Arbeitnehmer und Selbständigerwerbende, die nicht von der obligatorischen beruflichen Vorsorge erfasst werden, die sich aber freiwillig versichern wollen. Des Weiteren werden ihr Austrittsleistungen von Versicherten übertragen, die keine neue Pensionskasse angeben.

Beitrags- und Leistungsprimat:

Beim Beitragsprimat richtet sich die Leistung einer Pensionskasse nach dem vorhandenen Altersguthaben, also den einbezahlten Beiträgen, Einkäufen oder eingebrachten Freizügigkeitsleistungen. Die meisten Pensionskassen werden im Beitragsprimat geführt. Gilt das Leistungsprimat, errechnen sich die künftigen Altersleistungen in Prozenten des versicherten Lohns im Voraus.

Berufliche Vorsorge:

Die berufliche Vorsorge ist neben der AHV und der privaten Vorsorge die zweite von drei Säulen des Schweizer Altersvorsorgesystems. Die berufliche Vorsorge soll erlauben, den Lebensstandard im Alter angemessen weiterzuführen. Während Angestellte obligatorisch bei einer Vorsorgeeinrichtung angeschlossen sind, können Selbständige dies freiwillig tun.

Deckungsgrad:

Diese Kennzahl setzt das angesparte Kapital in der Pensionskasse zu ihren Verpflich-tungen ins Verhältnis. Sind die Verpflichtungen zu mehr als 100% gedeckt, spricht man von einer Überdeckung. Bei einer Unterdeckung sind es weniger als 100%.

Einkauf:

Mit Einkäufen in die Pensionskasse sind freiwillige Einzahlungen gemeint. So können Versicherte höhere Leistungen erreichen, Vorsorgelücken schliessen und dabei überdies Steuern sparen.

Freizügigkeitseinrichtung:

Tritt eine Person aus einem Arbeitsverhältnis aus, wechselt sie im Allgemeinen auch die Pensionskasse. Die erworbenen Ansprüche müssen also übertragen werden. Ist jemand arbeitslos oder macht eine längere Pause, fliesst das Geld in eine Freizügigkeits-einrichtung. Dort ist das Kapital weiterhin gebunden.

Kapitaldeckungsverfahren:

Die berufliche Vorsorge beruht auf dem Kapitaldeckungsverfahren. Die Versicherten sparen also Kapital an, während sie erwerbstätig sind, und die Pensionskassen legen die Gelder am Kapitalmarkt an. Diese Gelder stehen dann für ihre Altersleistungen zur Verfügung.

Koordinationsabzug:

Dieser wird vom massgebenden Lohn abgezogen, um den koordinierten Lohn zu erhalten. Er beträgt für dieses Jahr 24’675 Fr. Durch den Koordinationsabzug verringern sich die Leistungen der Pensionskasse, gerade für Teilzeitarbeitende kann dies die Gefahr bedeuten, zu wenig anzusparen.

Mindestzinssatz:

Die Vorsorgeeinrichtungen müssen die Altersguthaben ihrer Versicherten verzinsen. Dabei schreibt der Bundesrat jährlich vor, wie hoch dieser Zins im obligatorischen Bereich mindestens zu sein hat. Derzeit beträgt er 1%. Im überobligatorischen Bereich ist kein Mindestzinssatz vorgeschrieben.

Obligatorium und Überobligatorium:

Obligatorisch versichert sind in der beruflichen Vorsorge Löhne zwischen 21’150 Fr. und 84’600 Fr. Manche Pensionskassen richten Leistungen über dieses Obligatorium hinaus aus. Dies ist die überobligatorische Vorsorge. Umfassen Vorsorgepläne obligatorische und überobligatorische Leistungen, werden sie «umhüllend» genannt.

Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen:

Solche Einrichtungen sind Pensionskassen, bei denen mehrere Arbeitgeber ange-schlossen sind. Bei Sammeleinrichtungen wird für jeden Arbeitgeber eine eigene Rechnung geführt, sie werden von Versicherungen, Banken oder anderen Anbietern verwaltet. Bei Gemeinschaftseinrichtungen bilden die Arbeitgeber eine Solidar-gemeinschaft, dabei handelt es sich etwa um Berufsverbände.

Technischer Zinssatz:

Dieser Zinssatz wird für die Diskontierung der künftigen Leistungen verwendet. Je niedriger der Satz ist, desto höher muss das Vorsorgekapital einer Pensionskasse sein. Der technische Zins muss laut BSV so gewählt werden, dass er durch den Vermögensertrag finanziert werden kann.

Umwandlungssatz:

Mit dem Umwandlungssatz berechnen Vorsorgeeinrichtungen die Höhe der jährlichen Rente. Der Satz wird beim Renteneintritt mit dem Altersguthaben, das eine Person angespart hat, multipliziert. In der obligatorischen beruflichen Vorsorge beträgt der BVG-Mindestumwandlungssatz derzeit – zu hohe – 6,8%.

Wertschwankungsreserven:

Um die Schwankungen an den Kapitalmärkten auszugleichen, muss jede Pensionskasse Wertschwankungsreserven bilden. Laut BSV betragen diese zwischen 10% und 20% des Vorsorgevermögens, je nach Anlagestrategie.

Wohneigentumsförderung (WEF):

Kapital aus der beruflichen Vorsorge kann für den Erwerb von Wohneigentum genutzt werden. Dadurch werden allerdings die Altersleistungen verringert. Nach einem Vorbezug von Geldern sind aber Rückzahlungen möglich.

 

Fragen sie bei Köppel-Legal AG nach, wir helfen Ihnen beim Verstehen der Pensionskassen-Fachbegriffe.