Welche Abzüge gehen vom Gehalt weg?

Die Freude über den Lohn währt nur kurz, wenn man die Abzüge in der Lohnabrechnung entdeckt. Was das für junge Menschen bedeutet und wie die Beiträge einem zugute kommen.

Sarah hat eine neue Praktikumsstelle und verdient CHF 2’000.- im Monat. Sie freut sich sehr auf den ersten Lohn und hat ihn in Gedanken auch schon mehrfach ausgegeben. Als das Geld dann auf dem Konto gutgeschrieben wird, staunt sie. Von den ursprünglich CHF 2’000.- sind nur CHF 1’839.95 übrig.

Eigentlich wusste Sarah, dass es irgendwelche Abzüge gibt. Aber so viele? Und dass sie bereits mit 17 Jahren Geld in die Pensionskasse einzahlt, überrascht sie doch sehr.

Beiträge an die Sozialversicherungen zahlen junge Menschen ab dem 1. Januar des Jahres, in dem sie 18 werden. Sarah wurde am 22. Februar 2019 volljährig, darum zahlt sie im ganzen laufenden Jahr ihre Lohnbeiträge. Im Folgenden die einzelnen Abzüge im Detail, wie hoch sie sind und was damit finanziert wird.

Das kommt auf Sie zu, sobald Sie 18 sind

Krankenkasse: Mit 18 Jahren müssen sich Jugendliche um den Versicherungsschutz bei der Krankenkasse kümmern . Bis dahin waren sie wahrscheinlich ohne Franchise versichert. Neu müssen sie sich überlegen, wie hoch sie die Franchise ansetzen wollen und bei welcher Kasse sie versichert sein möchten. Die Prämien steigen, man gehört jetzt zur Versicherungsstufe «junge Erwachsene».

Ausbildung: Solange Jugendliche in Ausbildung und unter 25 Jahre alt sind, können die Eltern für sie Ausbildungszulagen beziehen. Diese betragen mindestens 250 Franken monatlich. Falls ein Elternteil verstorben ist, können Jugendliche während der Ausbildung Halbwaisenrenten und – falls diese für den minimalen Lebensunterhalt nicht reichen – Ergänzungsleistungen beantragen.

Das kommt auf Sie zu, sobald Sie 25 sind

Sozialversicherungen: Mit 25 Jahren gehört man allen Versicherungen an – man ist quasi sozialversicherungstechnisch erwachsen geworden. Das merkt man auch daran, dass die entsprechenden Abzüge jetzt abrupt ansteigen. Zum Beispiel der Beitrag an die Pensionskasse, weil man jetzt neu in die Altersvorsorge einzahlt – und zwar schon ab dem 1. Januar des Jahres, in dem man 25 Jahre alt wird (siehe Tabelle, unten).

Krankenkasse: Auch bei der Krankenkasse zahlt man ab 25 Jahren die normalen Prämien. Wichtig ist hier: Man sollte abklären, ob man Anspruch auf eine Prämienverbilligung hat – die AHV-Zweigstelle der Gemeinde weiss mehr dazu.

Ausbildung: Sobald der Nachwuchs 25 Jahre alt ist, erhalten die Eltern keine Ausbildungszulagen mehr. Mögliche Kinder- oder Waisenrenten werden eingestellt.

1. AHV, IV, EO

Dieser Abzug wird je hälftig vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber getragen. Der Betrieb leitet seine und Sarahs Beiträge an die jeweiligen Versicherungen weiter. Auf der Lohnabrechnung ist nur der Teil ersichtlich, der Sarah abgezogen wird.

Von den insgesamt 10,25 % (zweimal 5,125 %) gehen 8,4 % an die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV). Damit werden die Altersrenten mitfinanziert. 1,4 % gehen an die Invalidenversicherung (IV). Sie zahlt Renten für Menschen mit Behinderung und unterstützt deren Eingliederung. An die Erwerbsersatzordnung (EO) schliesslich gehen 0,45 %. Sie zahlt den Lohnersatz, wenn man Militärdienst oder Zivilschutz leistet, und das Mutterschaftstaggeld.

2. Arbeitslosenversicherung (ALV)

Auch diesen Abzug tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je hälftig. Die Arbeitslosenversicherung (ALV) bezahlt Sarah ein Taggeld im Umfang von 70 bis 80 % ihres bisherigen Lohns, wenn sie ihren Job verliert oder ihr Arbeitgeber Konkurs anmeldet.

3. Nichtbetriebsunfallversicherung (NBUV)

Die Nichtbetriebsunfallversicherung (NBUV) zahlt der Arbeitnehmer allein. Sie kommt zum Zug, wenn Sarah in ihrer Freizeit einen Unfall erleidet. Zum Beispiel wenn sie beim Sport verunfallt und sich ein Bein bricht. Dabei übernimmt die Unfallversicherung nicht nur die Kosten für Arzt, Transport und Spital, sondern sie kommt auch für den Lohnausfall während der Genesung auf. In Form eines Unfalltaggelds ersetzt die Versicherung ab dem dritten Tag 80 % des Lohns, vorher zahlt die Firma den Lohnausfall.

Der Arbeitgeber finanziert dagegen die Berufsunfallversicherung (BUV) allein, mit der mögliche Unfälle der Mitarbeiter während der Arbeitszeit abgedeckt werden.

4. Pensionskasse

Sarah zahlt schon mit 18 Jahren gemäss Gesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) in die Pensionskasse des Arbeitgebers ein. Das sind aber noch keine Sparbeiträge fürs Alter, sondern sie finanziert eine Risikoversicherung, die zusätzlich zur IV bei einer Arbeitsunfähigkeit eine Rente zahlen würde.

5. Krankentaggeldversicherung

Eine Krankentaggeldversicherung ist nicht obligatorisch. Sie kann allerdings im Arbeits- oder im Gesamtarbeitsvertrag vorgesehen sein. Die Höhe der Abzüge variiert zwischen 0,5 und 3 %. Auch diese Beträge werden je hälftig vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber getragen.
In den meisten Fällen zahlt eine solche Krankentaggeldversicherung während rund 720 Tagen, wenn ein Angestellter krank wird. Sarah ist keiner Taggeldversicherung unterstellt. Sollte sie längere Zeit krank werden, müsste ihr Arbeitgeber im ersten Anstellungsjahr den Lohn nur drei Wochen lang weiterzahlen.

Haben Sie Fragen zu Ihrem Lohnausweis, dann wenden Sie sich doch an die Köppel-Legal AG!

Wie hoch soll der Aktienanteil meiner Anlage sein?

40, 60, 80 oder 100? Wieviel Prozent einer Geldanlage in Aktien fliessen soll, ist eine Frage, die ganze Heere von Finanzexperten beschäftigt. Der Fachbegriff lautet Asset Allocation – also die Verteilung in Anlageklassen.

Dazu gehören nebst Aktien auch Barmittel, Währungen, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe und Edelmetalle. Wer noch genauer werden will, unterscheidet bei den Aktien zwischen Branchen und Regionen.

Das meiste Geld wird logischerweise mit der profitabelsten Asset-Klasse gemacht. Und um die Frage, welche das sei, möglichst präzis zu beantworten: mal die, mal jene.

Wir wissen schlicht nicht, welche Anlageklasse in Zukunft die beste sein wird. »End of story«, wie der Amerikaner in solchen Fällen so schön sagt. Für den Anleger heisst das, dass er sein Geld idealerweise gleichmässig investiert.

Dabei dürfen Sie aber nicht vergessen, dass Sie das vermutlich bereits getan haben. Sie sind ziemlich sicher einer Pensionskasse angeschlossen, und die ist üblicherweise in Anleihen und Schweizer Aktien investiert. Das heisst, Sie können beides schon mal weglassen. Vielleicht sind Sie auch Hausbesitzer – dann können Sie die Immobilien abhaken.

In der Folge empfiehlt es sich für die meisten, zu 100 Prozent in inländische und ausländische Aktien zu investieren. Am ehesten europäische, denn die sind momentan günstig bewertet.

Ist das eine gute Strategie? Das wird sich erst weisen. Und zwar viel später. Zwischendurch wird es wie eine sehr gute Strategie aussehen, dann wie eine sehr schlechte. Das ist unvermeidlich.

Wer Geld investiert, investiert in die Zukunft, und die ist ungewiss. Wer das nicht aushält, muss auf Nummer sicher gehen. Das bedeutet derzeit: Mehrere Sparkontos, die alle null Zinsen oder Negativzinsen haben und nur Spesen produzieren.

Wer das nicht will, sondern Geld verdienen, muss akzeptieren, dass die Welt sich stetig verändert und der grosse Hit von heute das grosse Fiasko von morgen sein kann und umgekehrt. End of story.

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Tipps, damit Sie niemanden Betreiben müssen

Die Zahlungsmoral der Schweizer Bevölkerung sinkt, doch Betreibungen kosten Zeit und Nerven. Mit diesen Tipps kommt es gar nicht so weit.

Die Zahlungsmoral der Schweizer Bevölkerung verschlechtert sich. Dies zeigen die Zahlen des Bundesamts für Statistik. So ist die Anzahl der landesweiten Zahlungsbefehle zwischen 2000 und 2017 um über 36% gewachsen.

Betroffen von der tiefen Zahlungsmoral sind in erster Linie Krankenkassen und das Steueramt. Doch auch Rechnungen von KMU werden immer wieder verspätetet oder gar nicht bezahlt. Das ist ein Problem, denn offene Rechnungen können besonders bei kleinen Unternehmen schnell zu Zahlungsengpässen führen. Hinzu kommt, dass Betreibungsverfahren Zeit und Nerven kosten. Deshalb sollten folgende Tipps Sie und Ihr Unternehmen unterstützen, so dass es gar nicht erst zur Betreibung kommt.

Bonität überprüfen

Besonders bei grossen Aufträgen lohnt es sich, wenn Sie vorher eine Bonitätsauskunft einholen. Unter Bonität versteht man die Eigenschaft eines Schuldners, seine künftigen Zahlungsverpflichtungen vollständig und fristgerecht zu erfüllen. Mit einer Bonitätsauskunft erhalten Sie schnell relevante Einblicke und Informationen. Zudem erhalten Sie eine Handlungsempfehlung, damit Sie die nächsten Schritte planen können.

AGB überarbeiten

Überprüfen Sie Ihre AGB und Vertragsdokumente. Alles rund um Rechnungen sollte ausführlich und präzise formuliert sein, so dass kein Spielraum für Interpretationen und Diskussionen übrig bleibt.

Firmen beobachten

Verfolgen Sie Firmen und Personen im Handelsregister. So erhalten Sie Informationen, wenn sich bei einem Kunden etwas ändert. Häufig sind plötzliche Wechsel im Management oder Umzüge erste Warnsignale.

Schnelle Zahlungen fördern

Fördern Sie schnelle Zahlungen, indem Sie den Kunden mehrere bequeme Zahlungsmöglichkeiten wie Kreditkarten oder Paypal anbieten. Auch die Einführung von Skonto könnte sich für manches Unternehmen lohnen.

Schwierige Kunden loslassen

Vielleicht haben Sie Kunden, die vergangene Rechnungen sehr langsam oder erst nach mehreren Aufforderungen bezahlt haben. Bei solchen Kunden ist das Risiko hoch, dass irgendwann Rechnungen gar nicht mehr bezahlt werden, ausserdem verursachen Sie zusätzliche Kosten und Aufwand. In besonders extremen Fällen sollten Sie die Geschäftsbeziehung besser beenden.

Haben Sie Fragen zum Thema Bonitätsauskünften und Betreibungen, dann rufen Sie bei Köppel-Legal AG an!

Steuererklärung – Wegleitung durch den Papierkram

Wer bei der Steuererklärung planmässig vorgeht und alle Unterlagen parat hat, kann Aufwand und Ärger begrenzen. Eine Anleitung in fünf Schritten.

Wenn Sie allein nicht weiterkommen, wenden Sie sich an Ihr Steueramt: Dieses ist verpflichtet, Ihnen Auskunft zu erteilen.

Die folgenden fünf Punkte helfen Ihnen, Aufwand und Ärger beim Ausfüllen der Steuererklärung zu begrenzen:

1. Steuererklärung vorbereiten

Bevor Sie mit dem Ausfüllen der Steuererklärung beginnen, sollten Sie alle Unterlagen zusammensuchen. Sonst fangen Sie zehn Mal an − und jedes Mal hängt der Kopf ein wenig tiefer.

Die folgenden Dokumente sollten Sie vor sich haben, wenn Sie das Steuerformular ausfüllen:

  • Lohnausweis(e), Belege über Arbeitslosenversicherungstaggelder, Erwerbsausfallentschädigungen und/oder Rentenzahlungen
  • Endjahresbank- und -postkontoauszüge
  • Wertschriften
  • Quittungen der Kinderkrippe
  • Belege für Arbeitswegkosten und auswärtige Verpflegung
  • Belege über Weiterbildungskosten
  • Quittungen Ihrer Spenden
  • Belege für die selbst bezahlten Krankheitskosten
  • Belege über den Liegenschaftsunterhalt, Umbauten und Mieteinnahmen
  • Belege für Einzahlungen an die Säule 3a
  • Belege über Schulden
  • die Vorjahressteuererklärung
  • die letzte definitive Veranlagung
  • evtl. Beleg für Unterhaltszahlungen

Wer die Steuererklärung elektronisch ausfüllt, spart zusätzlich Zeit und Aufwand. Die dazu benötigte Software können Sie vom Internet herunterladen oder beim Steueramt auf einer CD-ROM beziehen.

2. Steuererklärung ausfüllen

Beginnen Sie mit den Zusatzformularen, die Sie einreichen müssen. Die dort berechneten Totalbeträge übertragen Sie in die Steuererklärung. Anschliessend gehen Sie diese Punkt für Punkt durch. Wenn Sie die Steuererklärung elektronisch ausfüllen, folgen Sie am besten den Anweisungen und der Reihenfolge im Programm. Konsultieren Sie Ihre letzte Steuererklärung und die letzte definitive Steuerrechnung. Dort sehen Sie, wie Sie es letztes Mal gemacht haben und ob das Steueramt es so akzeptiert hat. Verstehen Sie etwas nicht, lesen Sie zuerst die Wegleitung. Bringt diese Sie nicht weiter, wenden Sie sich an Ihr Steueramt, denn dieses ist verpflichtet, Ihnen Auskunft zu erteilen. Geben Sie alle Einkünfte und Vermögenswerte im In- und Ausland an. Steuerhinterziehung lohnt sich nicht.

Wollen Sie bei Abzügen, für die Pauschalen vorgesehen sind, die effektiven Kosten abziehen, müssen Sie diese auflisten und belegen. Ziehen Sie ab, was Ihnen zusteht, aber nicht auf Heller und Pfennig. Ihre Zehn-Franken-Spende an die Heilsarmee ist eine gute Tat, sie muss aber nicht in der Steuererklärung verbürgt sein. Sonst ärgern Sie nur den Steuerbeamten.

3. Steuererklärung einreichen

Die Steuererklärung muss in der Regel bis Ende März unterschrieben und mit allen Beilagen bei der Steuerbehörde eingereicht werden. Können Sie diesen Termin nicht einhalten, stellen Sie rechtzeitig ein Gesuch um Fristerstreckung. Damit das Gesuch bewilligt wird, muss die Verlängerung vor Fristablauf beantragt werden.

4. Steuererklärung kontrollieren

Mit der Abgabe der Steuererklärung sind Sie noch nicht am Ziel. Erhalten Sie Monate später die Einschätzung, sollten Sie diese unbedingt prüfen. Vergleichen Sie das steuerbare Einkommen und Vermögen in Ihrer Steuererklärung mit den Zahlen auf dem Einschätzungsentscheid und der definitiven Steuerrechnung. Ebenso sollten Sie kontrollieren, ob der Steuerbeamte den richtigen Steuertarif – verheiratet oder alleinstehend – gewählt hat, ob Sie der richtigen Konfession zugeteilt sind und ob auch der Betrag der Verrechnungssteuer stimmt. Prüfen Sie genau, denn das Steueramt ist nicht verpflichtet , Sie ausdrücklich auf Abweichungen von Ihrer Steuererklärung hinzuweisen.

5. Steuerveranlagung beanstanden

Verlieren Sie nicht gleich die Nerven, wenn das Steueramt Korrekturen vorgenommen hat. Rufen Sie Ihren Steuerbeamten an und fragen Sie ihn höflich nach dem Grund der Änderung. Vielleicht hat er nur einen Fehler gemacht. Oder er hat sogar Recht, wenn er Ihnen die Kosten für den Kochkurs nicht als abzugsfähige Weiterbildungskosten durchlässt.

Falls Sie nach dem Gespräch mit seiner Korrektur immer noch nicht einverstanden sind, können Sie gegen die Einschätzung Einsprache erheben. In den meisten Kantonen haben Sie dazu 30 Tage Zeit. Verpassen Sie diese Frist, wird die Einschätzung verbindlich, und Sie müssen die definitive Steuerrechnung bezahlen. Dann kehrt wieder für ein Jahr Ruhe ein.

Haben sie Fragen zum Thema Steuererklärung, dann wenden Sie sich doch an die Köppel-Legal AG!

Auf wie vielen Säulen soll die Säule 3a stehen?

In der Vorsorge mehr als ein Säule-3a-Konto zu führen ist sinnvoll. Primär entscheidet der Wohnort darüber, wie viele Konten eingerichtet werden sollen und vor allem, wie viel auf diese eingezahlt werden soll.

Zu einer konsequenten Planung der Altersfinanzen gehört die Säule 3a. Dieses Instrument der Vorsorge ermutigt zum disziplinierten Sparen, optimiert auf ganz legale Weise die Besteuerung und belohnt mit einer bevorzugten Verzinsung der Guthaben – zumindest ausserhalb der aktuellen Tiefzinszeiten.

Mit der Säule 3a kann ein ansehnliches Vermögen zusammenkommen. Ein Beispiel: Die junge kaufmännische Angestellte Petra beginnt im Alter von 28 Jahren, ihre dritte Säule aufzufüllen. Angestellte können seit Anfang 2019 maximal 6826 Franken im Jahr einzahlen (Selbständige bis zu 34’128 Franken). Zahlt Petra bis zu ihrem Pensionsalter bei 64 Jahren konsequent diesen Betrag ein, hat sie bis dahin – bei einer durchschnittlichen Verzinsung von einem Prozent im Jahr – einen Betrag von fast 300’000 Franken zusammengespart.

Klar, mit einem durchschnittlichen Verdienst ist der Höchstbetrag nicht immer verfügbar, und auch bei der Verzinsung kann man schwer voraussagen, wie viel sie über die Jahre einbringt. Bei konsequentem Sparen kommen aber in jedem Fall beträchtliche Sparbeträge zusammen. Und auch wenn ihr Sparhorizont noch sehr lang ist: Petra sollte jetzt schon daran denken, dass sie diesen Betrag dereinst nicht auf einmal beziehen soll. Obwohl Säule-3a-Guthaben beim Bezug einem begünstigten Steuersatz unterliegen, läppert sich die Abgabe beim Bezug des gesamten angesparten Vermögens zusammen.

Sinnvollerweise legt Petra also im Lauf der Zeit mehrere Säule-3a-Konten an, die sie dann gestaffelt bezieht. Als Frau kann sie die dritte Säule ab 59 Jahren beziehen, bei einem Mann wäre es ein Jahr später. Frühestmöglicher Bezug ist jedenfalls fünf Jahre vor dem regulären Pensionsalter.

Aber wie geht sie am besten vor? Folgende Fragen helfen Petra, ihre Planung zu optimieren.

Kann ein einzelnes Säule-3a-Konto gestaffelt bezogen werden?

Nein, dies geht nicht. Säule-3a-Konten können nur als Ganzes bezogen werden. Deswegen ist es wichtig, die Einrichtung mehrerer Säule-3a-Konten rechtzeitig zu planen.

Wie gross sollten Säule-3a-Konten bezüglich Besteuerung sein?

Die Antwort auf diese Frage fällt typisch schweizerisch aus: Es kommt auf den Kanton an. Bestimmend sind die Steuersätze – Tiefsteuerkantone wie Zug und Schwyz erheben die tiefsten Sätze – und die Frage, ob ein Kanton weitgehend linear oder progressiv besteuert. Zudem setzt die Progression bei der Besteuerung der Kapitalauszahlung je nach Kanton auf einer anderen Höhe ein.

Im linear besteuernden Kanton St. Gallen oder im Kanton Zürich, wo die Progression erst spät einsetzt, sind Konten bis zu 100’000 Franken kein Problem, ins Gewicht falle dann nur die Bundessteuer.

Deutschschweizer Kantone mit einer flachen Progression sind Appenzell-Innerrhoden, Glarus, Luzern, Obwalden und Nidwalden, St. Gallen, Solothurn, Schaffhausen, Thurgau, Uri und Zug – gemessen jeweils in den Kantonshauptorten. Eine steile Progression weisen dagegen auf: Aargau, Appenzell-Ausserrhoden, beide Basel, Graubünden, Schwyz und Zürich.

In der übrigen Schweiz besteuern nur Genf und Neuenburg mit flacher Progression. Bern, Freiburg, Jura, Tessin, Waadt und Wallis kennen eine steile Progression.

Berücksichtigen sollte man aber auch mögliche Wohnsitzwechsel: Man weiss ja nicht immer, in welchem Kanton man zum Zeitpunkt des Bezugs lebt. Mit Konten in der Grösse von etwa 50’000 Franken stehe man steuerlich in allen Kantonen gut da.

Auch die Köppel-Legal AG empfiehlt 50’000 Franken.

Fazit also: Mit mehreren Konten à 50’000 Franken ist man in jedem Falle auf der sicheren Seite. Lebt man beispielsweise in den Kantonen Zürich oder St. Gallen, erfährt man mit einem höheren Kontostand aber noch keine entscheidenden Nachteile bei der Besteuerung. Hat man nach einigen Sparjahren aber schon ein Konto jenseits von 100’000 Franken, sollte man ein weiteres Konto eröffnen.

Gibt es weitere Gründe für mehrere Säule-3a-Konten?

Mit mehreren Konten ist man flexibler, was die gesamte persönliche Finanzplanung betrifft. Beispiel, eine Früh- oder Teilpensionierung: In diesem Falle möchte jemand vorerst vielleicht nur 70’000 Franken beziehen. Zu bedenken sei ja auch:

Bezogenes Säule-3a-Geld gehört zum Vermögen. Addiert man dies zum schon bestehenden Vermögen, kann dies dazu führen, dass auch noch Vermögenssteuern bezahlt werden müssen.

Sind die Steuern der einzige Grund für mehrere Konten?

Nicht unbedingt. Mehrere Konten erlauben eine Diversifikation. Man ist punkto Verzinsung sowie auch bei den Anlagerenditen im Falle eines Säule-3a-Wertschriftenkontos nicht von einem Anbieter abhängig.

Zudem: Säule-3a-Konten sind wie andere Guthaben in der Schweiz bis 100’000 Franken einlagengeschützt. Dieser Schutz gilt allerdings jeweils für eine komplette Bankverbindung: Säule-3a-Guthaben werden zu den übrigen Kontovermögen dazugerechnet.

Es spricht aber nichts dagegen, Säule-3a-Gelder bei einem anderen Anbieter verwalten zu lassen als der eigenen Hausbank. Somit geniesst man pro Bankverbindung den jeweiligen maximalen Einlagenschutz.

Wie viele Konten soll man im Lauf der Zeit anlegen?

Oft hört man, es sollten je nach Höhe der angesparten Vermögen zwei oder drei Konten geführt werden. Eine feststehende Regel oder Empfehlung gibt es aber nicht. Pro Vorsorgestiftung – das heisst, pro Bank oder anderem Säule-3a-Anbieter – können zwei Konten geführt werden. Theoretisch kann jemand beispielsweise bei vier Banken acht Konten führen. Ob das noch Sinn ergibt, steht aber auf einem anderen Blatt.

Wie sollen die verschiedenen Guthaben bezogen werden?

Weil Vermögensverhältnisse so individuell sind, kann diesbezüglich keine einheitliche Antwort gegeben werden. Ehepaaren wird indessen empfohlen, ihre Guthaben in unterschiedlichen Jahren zu beziehen, um die Steuerlast im Haushalt besser zu verteilen.

Wichtig zu wissen ist auch: Frauen können Säule-3a-Konten unter Umständen bis zum Alter von 69 Jahren behalten, Männer bis 70 Jahre. In dieser Zeit kann auch noch einbezahlt und der Steuervorteil durch einbezahlte Beträge genutzt werden.

Können bestehende Säule-3a-Konten gesplittet werden?

Nein, es ist auch nicht erlaubt, Gelder aus einem bestehenden Konto auf zwei neue Konten aufzuteilen. Was aber geht: Ab dem Alter 59 bzw. 60 können Gelder aus einem aufgelösten Säule-3a-Konto natürlich in ein weiteres, noch weiter geführtes Säule-3a-Konto einbezahlt werden.

Bei Anlagekonten ist auch möglich, den Wertschriftenanteil zu verändern. Je nach Bank können Inhaber von Säule-3a-Konten flexibel den Anteil von Cash und den Anteil von Wertschriften variieren und im Lauf der Zeit verändern. Das ist technisch gesehen keine Aufsplittung eines Kontos, aber das Renditeprofil der Guthaben kann beeinflusst werden.

Ist es sinnvoll, Säule-3a-Gelder zu transferieren?

Zwar sind Vorsorgekonten in der heutigen Tiefzinsphase mager verzinst, aber es gibt immer noch Unterschiede zwischen den Anbietern. Die Sätze der Schweizer Banken reichen im Moment von einer Null-Verzinsung bis 0,75 Prozent. Für eine bessere Verzinsung lohnt sich ein Wechsel durchaus. Es muss nur beachtet werden, dass die Banken manchmal Bedingungen stellen. Beim aktuell „bestverzinsten“ 3a-Konto der Tessiner Kantonalbank müssen Interessenten dort auch ein normales Bankkonto einrichten.

Wie wechselt man den Anbieter?

Säule-3a-Konten zu wechseln ist bei den meisten Banken kostenlos und relativ einfach: Eine neue Bankverbindung wird eingerichtet, das Geld überwiesen, und damit die alte Verbindung saldiert. Wechsel können so oft wie gewünscht und immer vorgenommen werden, wobei manche Anbieter eine Kündigungsfrist aufweisen.

Haben sie Fragen zum diesem Thema, dann wenden Sie sich doch an die Köppel-Legal AG!

Darum sollten Sie Ihren Lohnausweis kontrollieren

Den Lohnausweis korrekt auszufüllen, ist eine Kunst. Fehler können zu Problemen führen – für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Wir, die Köppel-Legal AG wissen, dass sich leicht Fehler einschleichen.

Das Wichtigste steht auf dem Lohnausweis ganz unten, in kleinen Buchstaben: «Die Richtigkeit und Vollständigkeit bestätigt der Arbeitgeber mit seiner Unterschrift.» Lohnausweise sind Urkunden. Wer sie nicht korrekt ausfüllt, muss mit Sanktionen rechnen. Wer den Lohnausweis absichtlich falsch ausfüllt, allenfalls noch gefälschte Dokumente dazulegt, wird wegen Urkundenfälschung, möglicherweise sogar wegen Betrugs, verurteilt. Es lohnt sich also, die Vorschriften akribisch genau zu befolgen, sonst drohen Nach- und Strafsteuern und eventuell noch Übleres.

Was alles zum Lohn gehört

Im Grundsatz scheint die Sache einfach. Bruttolohn und Abzüge für die Sozialversicherungen aus der Lohnbuchhaltung übernehmen und schon erscheint der Nettolohn. Doch damit ist es nur in den wenigsten Fällen getan. Denn vieles gilt als Lohn, was nicht unbedingt als solcher erkannt wird: Geburts-, Kinder- und Ausbildungszulagen, Verwaltungsratshonorare, Sitzungsgelder und Tantiemen sowie Boni und Provisionen. Trinkgelder dagegen muss der Arbeitnehmende selbst in seiner Steuererklärung deklarieren. Im Lohnausweis sind sie nur aufzuführen, wenn sie einen bedeutenden Lohnanteil ausmachen. Taggelder aus Kranken-, Unfall- und Invalidenversicherung sowie Leistungen der Arbeitslosenkasse und der Erwerbsersatz (EO) sind dagegen speziell unter Ziffer 7 zu erfassen. Ebenso Beiträge an Versicherungen, Quellensteuern oder Schulgelder des Arbeitnehmers.

In den Lohnausweis sind auch Kapitalleistungen und Abgangsentschädigungen mit Vorsorgecharakter, Lohnnachzahlungen und Beteiligungsrechte einzutragen. Bei den Beteiligungsrechten – beispielsweise Aktien oder Optionen – wird dabei unterschieden, ob der Arbeitnehmer sofort darüber verfügen kann (Ziffer 3) oder ob sie nur einen Anspruch auf künftige Leistungen begründen (Ziffer 15).

Zum Bruttolohn kommen zudem viele Arten von – ebenfalls steuerpflichtigen – Gehaltsnebenleistungen hinzu. Auf der andern Seite sind Abzüge zulässig, die das steuerpflichtige Einkommen reduzieren. Profitiert der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin von vergünstigtem Essen oder Gratismahlzeiten, beispielsweise von einer Kantine oder durch Lunchchecks? Dann gehört das zwar nicht zum Lohn, sehr wohl aber auf den Lohnausweis (Feld G ankreuzen).

Lunchzulagen, Gratiszimmer, Auto

Werden die Mittagszulagen bar ausbezahlt oder Lunchchecks mit einem Wert von über 180 Franken monatlich abgegeben, so gelten sie ebenfalls als Lohn. Steuerabzüge für auswärtige Verpflegung darf der Arbeitnehmer in diesem Fall nicht mehr oder nur noch beschränkt vornehmen. Doch was sind eigentlich Mahlzeiten? Relevant sind nur Frühstück, Mittag- und Nachtessen. Kaffee, Mineralwasser, Gipfeli, Süsses oder Obst zwischendurch gehören nicht dazu.

Ein Gratiszimmer muss gemäss ESTV Merkblatt N2 zu speziellen Ansätzen als Lohn ausgewiesen werden. Bei einer vergünstigten Wohnung ist die Differenz zum ortsüblichen Mietzins aufzurechnen. Ähnliches gilt für den unentgeltlichen Transport zwischen Wohn- und Arbeitsort (Feld F). Der Abzug für den Pendelweg entfällt damit für den Arbeitnehmer. Das gilt auch, wenn der Mitarbeitende ein Gratisfahrzeug zur Verfügung hat und dafür einen Privatanteil versteuert. Als Naturallohn sind in diesem Fall pauschal 0,8 Prozent des Kaufpreises – ohne Mehrwertsteuer – pro Monat einzutragen. Bei Leasingfahrzeugen gilt der Barkaufpreis des Autos. Er ist im Lohnausweis unter Ziffer 2.2 aufzuführen, allenfalls unter Abzug eines vom Arbeitnehmer entrichteten Privatanteils. Kauft der Mitarbeiter das Leasingfahrzeug, so gilt steuerlich der im Leasingvertrag festgehaltene Wert des Fahrzeuges. Eine allfällige Differenz zum tatsächlich bezahlten, niedrigeren Kaufpreis muss als Lohn ausgewiesen werden.

Sonderfall Aussendienst

Aussendienstmitarbeiter müssen den Fahrzeuggebrauch aufschlüsseln. Als Aussendienst gelten Tage, an denen die Mitarbeitenden direkt zu Kunden und von dort wieder nach Hause fahren (steuerfrei). Fährt der Aussendienstmitarbeiter zuerst ins Büro und dann zum Kunden – oder umgekehrt –, sind das halbe Aussendiensttage (hälftig steuerpflichtig). Die übrigen Tage gelten als «normale», steuerpflichtige Arbeitswege. Analog funktionieren auch Homeoffice-Tage. Sie gelten als «Aussendiensttage», dafür entfällt der Mahlzeitenabzug an diesen Tagen.

Handy und Zugabonnemente

Weniger kompliziert ist es beim Generalabonnement (GA), wenn es der Betrieb zahlt. Ist es geschäftsnotwendig, gilt es als steuerfrei, selbst wenn es privat auch zum Einsatz kommt. Wobei «geschäftsnotwendig» heisst, dass die Summe der Einzelfahrten für den Arbeitgeber teurer wäre als ein GA. Andernfalls gilt es als Lohnbestandteil. Das Gratis-Halbtax-Abonnement muss dagegen in keinem Fall in den Lohnausweis eingetragen werden.
Vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Handys, Computer und sonstige Berufswerkzeuge muss man im Lohnausweis nicht aufführen. Selbst dann nicht, wenn sie auch privat genutzt werden dürfen. Doch damit ist es bei weitem nicht getan. Dienstaltersgeschenke in bar gelten als Lohn, ebenso das Goldvreneli zum Jubiläum. Zusätzlicher Gratisurlaub oder die traditionelle Uhr sind dagegen steuerfrei und deshalb auch nicht in den Lohnausweis einzutragen.

Reka-Checks sind Lohnbestandteil

Auch sonstige Bargeschenke sind als Lohn zu deklarieren (Ziffer 2.3). Naturalgeschenke bis 500 Franken pro Ereignis sind dagegen steuerfrei. Das gilt beispielsweise für einen Früchtekorb oder Veranstaltungstickets, aber auch für Waren- und Reisegutscheine sowie Reka-Checks. Können Mitarbeitende Reka-Checks verbilligt kaufen, erhöht sich der Betrag auf 600 Franken. Die Vergünstigung darf 20 Prozent des Checkwerts in der Regel aber nicht übersteigen. WIR-Checks sind dagegen zum vollen Nominalwert zu deklarieren. Werden sie mit Einschlag abgegeben, so gilt die Differenz als Gehaltsnebenleistung. Vergünstigte Warenbezüge im eigenen Unternehmen gelten ebenfalls als Lohn. Einzutragen und letztlich zu versteuern ist die Differenz zwischen dem Marktpreis und dem Einkaufspreis des Arbeitgebers zuzüglich 10 Prozent.

Vereinsbeiträge bis 1000 Franken müssen nicht in den Lohnausweis eingetragen werden. Ebenso wenig Beiträge an Fachverbände. Eine firmeninterne Kinderkrippe muss im Lohnausweis ebenfalls nicht erwähnt werden. Kostenbeiträge an eine externe Krippe und Schulgelder dagegen schon. Zügelkosten sind nur dann frei, wenn der Umzug auf Verlangen des Arbeitgebers erfolgt. Schulgelder und auch Umzugsbeiträge an Expats unterliegen speziellen Regelungen.

Effektive Spesen und Pauschalspesen

Spesen gegen Beleg muss man zwar anmerken, aber nicht mit einem Betrag aufführen (Ziffer 13.1). Pauschal- und Repräsentationsspesen sowie pauschale Autospesen sind dagegen zu deklarieren. Sie dürfen Einzelauslagen bis 50 Franken abdecken. Wer Diskussionen darüber mit den Steuerbehörden vermeiden will, wird aber gut daran tun, das Musterformular für Pauschalspesen zu verwenden oder sein Reglement von den kantonalen Steuerbehörden genehmigen zu lassen.
Übernimmt das Unternehmen bei Geschäftsreisen auch die Kosten für den Partner, so müssen diese nicht deklariert werden.

Aus- und Weiterbildung

Zahlt der Arbeitgeber die interne oder externe Ausbildung, so taucht sie auf dem Lohnausweis nicht auf, egal, wie teuer sie war. Vorausgesetzt, es handelt sich um einen berufsorientierten Lehrgang. Andernfalls ist sie unter Ziffer 3 («unregelmässige Leistung») als Lohn aufzuführen.

Bezahlt der Arbeitgeber eine Weiterbildung, deren Rechnung auf den Arbeitnehmer lautet, so ist das zwar ebenfalls nicht lohnrelevant. Der Arbeitgeber muss diese Vergütung aber auf dem Lohnausweis vermerken, damit der Mitarbeitende nicht in Versuchung gerät, für die Ausbildungskosten selbst auch noch einen Steuerabzug vorzunehmen. Trägt ein Mitarbeiter die Weiterbildungskosten teilweise selbst, etwa, weil er die geforderte Prüfung nicht bestanden hat oder vorzeitig aus dem Unternehmen ausscheidet, so hat das zwar auch keine Lohnfolgen. Es muss aber unter Ziffer 15 vermerkt werden, damit der Arbeitnehmer seinerseits einen entsprechenden Steuerabzug (bis maximal 12 000 Franken) vornehmen kann.

Wann Nach- und Strafsteuern drohen

Gehen Lohnbestandteile oder Gehaltsnebenleistungen vergessen, so werden darauf Nachsteuern (samt Zins) und auch Sozialabgaben für AHV/IV/EO fällig. Und dies sowohl beim Arbeitgeber als auch beim Arbeitnehmer. Zudem drohen Strafen wegen Steuerhinterziehung, im Extremfall sogar Strafsteuern. Es lohnt sich also für beide Seiten, den Lohnausweis stets ganz genau zu prüfen.

Haben sie noch weitere Fragen zu Ihrem Lohnausweis, dann fragen Sie die Köppel-Legal AG!

Geld auf der Bank hat sich noch nie gelohnt

Viele Leute klagen über die gefallenen Bankzinsen. War früher alles besser? Nein. Das zeigt eine Datenreihe über 72 Jahre zu den Zinsen auf privaten Sparguthaben.

Die Vergangenheit wird gerne verklärt, besonders in Finanzfragen. Etwa wenn es um das Geld auf dem Privatkonto geht: Vor ein paar Jahrzehnten schrieb die Bank pro Jahr jeweils 3, 4 oder sogar 5 Prozent Zinsen gut. Inzwischen sind es in den meisten Fällen 0 Prozent.

Ein Ärgernis unserer Zeit? Ein Rückblick auf Daten aus den letzten 72 Jahren zeigt: Unter Berücksichtigung der Inflation hat Geld auf dem Konto noch nie viel abgeworfen. Der reale Zins auf Bankguthaben betrug im historischen Schnitt gerade einmal 0,2 Prozent.

Früher war also zumindest in dieser Hinsicht keineswegs alles besser. Wie man zu dieser Einsicht kommt, das zeigen wir anhand von sechs Grafiken. Und zwar Schritt für Schritt: von der Original-Zeitreihe bis zur inflationsbereinigten und geglätteten Grafik der Realzinsen.

1. Die nominalen Sparzinsen

Ausgangspunkt ist ein Datensatz der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Er enthält die Zinssätze auf Spareinlagen von Privatkunden bei Banken. Diese wurden der SNB von den Banken in einer Umfrage gemeldet und liegen seit 1932 vor. Es handelt sich um eine der längsten Schweizer Finanz-Zeitreihen.

Wir zeigen die Daten hier ab 1946. Dies der Darstellung zuliebe: Während der Grossen Depression und des Zweiten Weltkriegs gibt es grössere Ausschläge.

Zunächst die Rohdaten – auf monatlicher Basis, in Prozent: Sie zeigen, wie viel Zins die Banken ihren Kunden auf Neugeschäften im Schnitt offerierten.

Nullzins auf dem Sparbuch

Zins auf Spargeldern von Privatkunden, in Prozent

Man sieht in der Darstellung deutlich: Die Bankzinsen sind gefallen. Von zwischenzeitlich über 5 Prozent in den 1970er- und 1990er-Jahren auf noch 1 Prozent nach der Jahrtausendwende – und schliesslich auf 0 Prozent. Es ist das bekannte Muster, das gewisse Menschen nostalgisch werden lässt.

Um den zugrunde liegenden Trend noch etwas zu verdeutlichen, stellen wir dieselben Daten nochmals leicht anders dar – und zwar im gleitenden Durchschnitt über fünf Jahre. Das bedeutet: Der Punkt, der im Dezember 2018 eingezeichnet ist, entspricht dem Mittel aller Monatswerte der fünf Jahre zuvor, also von Januar 2014 bis Dezember 2018. Der November 2018 entspricht dem Mittel von Dezember 2013 bis November 2018 etc. Auf diese Weise wird die Kurve geglättet, die Trends lassen sich einfacher ablesen.

Zwei Buckel und ein Sinkflug

Zins auf Spargelder von Privatkunden im Fünfjahresmittel, in Prozent

Wie die geglättete Kurve offenbart, folgte auf den Zweiten Weltkrieg erst eine stetige Phase mit nominalen – das heisst: nicht inflationsbereinigten – Zinssätzen um rund 2,5 Prozent. Dann kam eine wildere, mehrere Jahrzehnte dauernde Phase, in der die Zinsen zweimal deutlich stiegen. Gegen Ende des Jahrtausends kam es dann zum Sinkflug der Zinsen in Richtung 0 Prozent.

Wie muss man diese Entwicklung einordnen? Was bedeutet die Kurve?

2. Die Inflation

Das Zusammenspiel zwischen Zinsen und Preisen war schon mehrmals ein Thema: Wir haben bereits darüber berichtet.
Wichtig ist an dieser Stelle vor allem ein Zusammenhang: Geld auf der Bank ist nur so viel wert, wie man sich damit kaufen kann. Steigt der Kontostand durch Zinsgutschriften um 5 Prozent an, während die Preise ebenfalls um 5 Prozent zunehmen, ist für die Sparerin am Ende des Jahres nichts gewonnen.
Um die obigen Zinsgrafiken deuten zu können, müssen wir also die Inflation im fraglichen Zeitraum kennen. Deshalb hier als Nächstes eine Grafik zu den Inflationsraten – ebenfalls auf monatlicher Basis, ebenfalls in Prozent.
Quelle der Daten ist das Bundesamt für Statistik. Angegeben ist jeweils die Veränderung der Konsumentenpreise über die nachfolgenden zwölf Monate.

Heftige Ausschläge

Teuerung der Konsumentenpreise in Prozent

Die Inflationsgrafik zeigt heftige Ausschläge. Im Lauf der Jahrzehnte schlug die Inflation mal stark nach oben aus, mal lag sie wieder deutlich unter null. Besonders in den 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahren waren Teuerungsraten von 5Prozent pro Jahr und mehr keine Seltenheit. Es waren Zeiten, in denen die Preise viel stärker schwankten und die Geldpolitik stärker gefordert war.

Bevor wir darauf eingehen, was diese Teuerungsschwankungen für die Bankzinsen bedeuteten, wenden wir nochmals denselben Trick wie oben an und stellen die Inflation im gleitenden Durchschnitt über fünf Jahre dar.
Die «zittrige» Linie wird so etwas begradigt. Und das Muster, nach dem die Teuerung über die Jahrzehnte verlief, wird besser sichtbar.

Nochmals zwei Ausschläge

Teuerung der Konsumentenpreise im Fünfjahresmittel, in Prozent

Man erkennt rasch: Die Trends laufen ähnlich wie bereits bei den nominalen Zinsen. Nach dem Krieg tat sich vorerst nicht viel – die Inflation lag im Schnitt bei etwas über 2 Prozent. Ende der 1970er- und Ende der 1990er-Jahre folgten zwei Peaks, die Inflation stieg auf über 4 Prozent. Und schliesslich, im Verlauf der 2000er- und der 2010er-Jahre, fiel sie praktisch bis auf 0 Prozent.

Dass die beiden Kurven ähnlich aussehen, ist kein Zufall. In Zeiten hoher Teuerungs-raten sehen sich Banken typischerweise unter Druck, höhere Zinsen zu zahlen. Täten sie es nicht, würden ihnen die Kunden rasch davonlaufen – und ihr Geld für den Konsum ausgeben oder anderweitig investieren. Einen höheren Zins zahlen, dazu sind die Banken in solchen Zeiten meist auch in der Lage – weil sie von ihren Schuldnern, also etwa von Firmen oder Liegenschaftsbesitzern, ebenfalls höhere Zinsen verlangen.

Gleicht sich die Sache also vollständig aus? Oder bleibt bei den Bankzinsen unter dem Strich doch ein Trend in die eine oder andere Richtung?

3. Die realen Sparzinsen

Um diese Frage zu beantworten, muss man die Realzinsen berechnen – also die tatsächliche Wertsteigerung des Spargeldes. Man nimmt dazu die Nominalzinsen und zieht davon die Inflation ab (genau genommen macht man eine Division der beiden Zahlen, aber fürs Verständnis ist das einerlei).

Macht man diese Rechnung für jeden Datenpunkt seit 1946, dann kommt, ähnlich wie bei der Inflationsgrafik, eine ziemlich hektische Kurve heraus.

Auf den ersten Blick sagt die Kurve nicht viel aus, ausser, dass die Realzinsen in den letzten 72 Jahren starken Schwankungen unterworfen waren – mal stiegen sie auf 3, 4 oder 5 Prozent an, mal fielen sie deutlich unter 0 Prozent.
Das ist nicht weiter überraschend und liegt daran, dass die Inflation (wie oben gesehen) starken Schwankungen von Monat zu Monat unterworfen war.

Schwankender Geldwert
Realzins auf Spargeldern von Privatkunden, in Prozent

Bei genauem Hinschauen zeigen sich jedoch zwei bemerkenswerte Punkte.

Erstens: die Symmetrie. Im Verlauf der Zeit gab es ebenso viele und ebenso heftige Ausschläge nach oben wie nach unten. Mal waren sie stärker, mal waren sie schwächer, doch stets wechselten sich die Ausschläge ab.

Zweitens: die Höhe der Werte. Fast ebenso oft, wie die Realzinsen seit dem Zweiten Weltkrieg über null lagen, lagen sie unter null. Das langjährige Mittel der Realzinsen liegt mit 0,2 Prozent ziemlich genau bei der Nulllinie.

Die beiden Punkte bedeuten, dass Geldsparen auf dem Bankkonto zwar eine ziemlich nervenaufreibende Sache sein kann – in realen Einheiten betrachtet kann man damit von Jahr zu Jahr einiges gewinnen oder verlieren –, aber das Ganze ist über die mittlere Frist gesehen doch ein Nullsummenspiel: Geld auf dem Sparbuch wirft im Durchschnitt eigentlich keine reale Rendite ab.

Um dies zu verdeutlichen, stellen wir auch die Realzinsen nochmals im gleitenden Fünf-jahresmittel dar. Hier die dazugehörige Grafik:

Wellen ohne klares Muster

Realzins auf Spargeldern von Privatkunden im Fünfjahresmittel, in Prozent

Der springende Punkt an dieser Grafik ist, dass man darin keine echten Trends erkennen kann. Die Nominalzinsen und die Inflation – die im Mittel über fünf Jahre sehr ähnlich aussahen – heben sich sozusagen gegenseitig auf. Und produzieren beim Realzins eine Abfolge von Restschwankungen, die von rund 2 Prozent unter null bis rund 2 Prozent über null reichen. Das bedeutet: Es gab durchaus mehrjährige Phasen, in denen Sparer auf dem Bankkonto mal Geld gewannen und mal Geld verloren. Doch in den Folgejahren hoben sich diese Phasen immer wieder gegenseitig auf.

Der letzte Datenpunkt für den Dezember 2018 zeigt in dieser Grafik einen Wert von 0,1 Prozent an. So hoch war demnach die reale Verzinsung von Spargeldern auf Schweizer Bankkonten im Schnitt der letzten fünf Jahre.

Dies mag sehr tief erscheinen – manche sprechen angesichts der niedrigen Nominal-zinsen sogar von Finanzrepression oder Enteignung. Historisch betrachtet relativiert sich die Sache allerdings stark. Oft in der Geschichte waren die Realzinsen über Jahre hinweg tiefer, als wir es heute beobachten.

Wer also erwartet, das Sparbuch sei da, um das grosse Geld zu verdienen, liegt falsch. Die lange Sicht zeigt, dass das Bankkonto noch nie die Geldvermehrungsmaschine war, als die es nun zuweilen dargestellt wird.

Die Daten zu diesem Thema stammen aus dem Bestand der Schweizerischen Nationalbank (Bankzinsen) und des Bundesamts für Statistik (Teuerungsraten).

Haben sie Fragen zu diesem Thema, dann wenden Sie sich doch an die Köppel-Legal AG!

Auswandern – Wie optimiere ich meine Vorsorge und Steuern?

Ich (59, männlich und geschieden) habe vor, mich frühzeitig pensionieren zu lassen. Anschliessend plane ich auszuwandern. Ich möchte mir mein Pensionskassen-Kapital auszahlen lassen. Wie ist das optimale Vorgehen aus Sicht Vorsorge und Steuern?

Eine Frühpensionierung ist grundsätzlich ab einem Alter von 58 Jahren möglich, sofern das Pensionskassenreglement Ihrer Pensionskasse diese Möglichkeit vorsieht.

Wenn Sie beim Ausscheiden aus der Vorsorgeeinrichtung die reglementarischen Voraussetzungen für eine Frühpensionierung erfüllen, haben Sie Anspruch auf eine Altersleistung (Vorsorgefall). Sie können dabei entscheiden, das Pensionskassen-Guthaben anstatt als Rente als Kapital zu beziehen (die meisten Pensionskassen-Reglemente sehen einen solchen Kapitalbezug vor). Denken Sie daran, den geplanten Kapitalbezug zum richtigen Zeitpunkt bei Ihrer Pensionskasse anzumelden. Die einzelnen Pensionskassen haben diesbezüglich unterschiedliche Regelungen.

Ihr Anspruch auf die Altersleistung entsteht nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung am ersten Tag nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. An diesem Tag erlischt auch der Versicherungsschutz.

Wohnsitz zum Zeitpunkt des Zuflusses ist entscheidend

Falls Sie Ihren Wohnsitz zum Zeitpunkt des Zuflusses der Kapitalleistung noch in der Schweiz haben, wird die Kapitalleistung in der Schweiz als Einkommen besteuert. Dies erfolgt getrennt vom übrigen Einkommen und zu einem reduzierten Steuersatz (sogenannter Vorsorgetarif).

Die Besteuerung richtet sich nach den kantonalen bzw. kommunalen Steuersätzen am Wohnsitz zum Zeitpunkt des Zuflusses der Kapitalleistung. Da die Steuerbelastung von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich ausfällt, besteht hier erhebliches Steuersparpotenzial. Allerdings muss der Lebensmittelpunkt auch tatsächlich und nachweislich vor dem Zufluss der Kapitalleistung in den neuen Wohnsitzkanton verlegt werden.

Wenn Sie bei Zufluss der Kapitalleistung Ihren Wohnsitz bereits im Ausland haben, wird in der Schweiz anstelle der Einkommenssteuer eine Quellensteuer erhoben. Massgebend für den Tarif ist das Domizil Ihrer Vorsorgeeinrichtung. Diese Quellensteuer ist im Regelfall tiefer als die bei Wohnsitz in der Schweiz erhobene Einkommenssteuer.

Steuerpflicht bei Doppelbesteuerungsabkommen

Besteht mit Ihrem neuen ausländischen Wohnsitzstaat ein Doppelbesteuerungsabkommen, so hat in der Regel der ausländische Wohnsitzstaat das Recht, die Kapitalleistung zu besteuern. Die erhobene Schweizer Quellensteuer können Sie in diesem Fall zurückfordern. Voraussetzung für die Rückerstattung der Schweizer Quellensteuer ist eine Bestätigung der ausländischen Steuerbehörden, dass sie Kenntnis von Ihrer Kapitalleistung haben.

Fällt die Besteuerung im zukünftigen Wohnsitzstaat höher aus als eine Einkommensbesteuerung in der Schweiz, könnte es sich für Sie lohnen, die Kapitalleistung vor dem Wegzug ins Ausland in der Schweiz zu beziehen und hier besteuern zu lassen.

Suchen Sie Rat zu diesem Thema, dann wenden Sie sich doch an die Köppel-Legal AG!

Schweizer Hypothekenzinsen fallen auf neues Rekordtief

Die Hypothekenzinsen sind noch einmal gefallen. Nie war die Finanzierung von Schweizer Wohneigentum billiger.
Vor knapp einem Monat erreichten Festhypotheken mit einer Laufzeit von fünf Jahren einen neuen Tiefpunkt. Nun hat sich die Rekordjagd auch auf das beliebteste Segment ausgeweitet, auf Angebote mit langen Laufzeiten. Der Durchschnittssatz einer zehnjährigen Festhypothek beträgt nur noch 1,345 Prozent, wie Daten von Vermögenspartner zeigen (siehe folgender Chart). Diese Zinssätze waren noch nie so tief seit Beginn der Datensammlung.

Mehr noch: Die von Banken, Pensionskassen oder Versicherungen publizierten Hypothekenzinsen sind im Einzelfall gar noch deutlich attraktiver. Bei hypomat.ch, der Online-Plattform der Glarner Kantonalbank, kostet eine zehnjährige Festhypothek momentan gerade noch 1,04 Prozent. Überhaupt sind digitale Angebote von Banken in diesem Segment am günstigsten, gefolgt von Pensionskassen und Versicherungen (siehe Tabelle am Artikelende).

Hypothekenvermittler, sogenannte Broker, machen zwar mit noch besseren Zinsen Werbung. Moneypark zum Beispiel hat aktuell ein Angebot von 0,7 Prozent auf der Homepage. Aber Interessenten sollten sich bewusst sein, dass sie hier nur zum Zug kommen, wenn die Anforderungen an Lage, Vermögen und Einkommen „übererfüllt“ werden. Wenn also die Immobilie an einer sehr guten Lage steht und bedeutend mehr Einkommen und Vermögen vorhanden sind, als die Mindestanforderungen vorschreiben.

Mehr Konkurrenzkampf

Es ist seit längerer Zeit etwa derselbe Themenmix, der die Hypotheken in der Schweiz auf tiefem Niveau hält: eine eingetrübte Sicht auf die Weltwirtschaft, anhaltende Probleme der Euro-Zone sowie ein starker Franken. Hinzu kam jüngst die Vermutung, wonach die US-Notenbank in diesem Jahr auf eine Zinserhöhung verzichten könnte. All diese Faktoren drücken derzeit auf die Renditen Schweizer Staatsanleihen, was wiederum das Zinsniveau von Festhypotheken bestimmt.
Marktbeobachter berichten zudem von einem verschärften Konkurrenzkampf zwischen den Hypothekenanbietern, vor allem bei den Online-Plattformen. So bekämen Immobilienkunden mittlerweile Kreditangebote, die vor einem Jahr undenkbar gewesen wären, berichtet ein Hypothekenvermittler.

Die momentane Situation zeigt aber auch, dass einerseits immer noch viel Geld vorhanden ist, das im Immobilienmarkt platziert wird. Andererseits sind die Banken zu Jahresbeginn häufig sehr geschäftsfreudig, was ebenfalls zu einer höheren Kompromissbereitschaft führt.

Vergleichen wichtiger als Zeitpunkt

Wer eine Immobilie im Auge hat und die nötigen finanziellen Mittel mitbringt, findet also ideale Finanzierungsbedingungen vor. Gerade Festhypotheken mit langer Laufzeit sind sehr attraktiv, da sich der Unterschied zu den günstigsten Wohnkrediten – die Liborhypotheken – nochmals verkleinert hat. Stabile private Verhältnisse vorausgesetzt, kann man sich so die rekordtiefen Zinsen für eine lange Zeit sichern. Denn dass die Zinsen von diesem Niveau aus noch einmal deutlich fallen, ist eher unwahrscheinlich.
Viel wichtiger als der richtige Zeitpunkt des Hypothekenabschlusses ist allerdings der Vergleich verschiedener Anbieter. Günstigster (hypomat.ch) und teuerster Anbieter (Bank EEK) bei den zehnjährigen Festhypotheken liegen knapp 0,6 Prozentpunkte auseinander. Bei einem Volumen von einer Million ist das ein jährlicher Zinsunterschied von rund 6000 Franken.

Anbieter Zinssatz, in % letzte Veränderung
hypomat.ch 1,04
homegate.ch 1,05
Pensionskasse Post 1,07
hypoclick.ch, Swiss Life 1,08 ↓, ↓
Zürich Versicherung 1,09
FRIbenk 1,13
AXA Winterthur, Pensionskasse SBB 1,16 ↓, ↓
BVK 1,18
APK, Generali, Luzerner PK 1,25 →, ↓,↓

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Eigenheimkredite – Die Liborhypothek geht, doch Kunden sollen auf günstigen Angeboten bestehen

Wohnfinanzierer zögern vermehrt mit der Vergabe von Liborhypotheken: Klar, der Libor wird in wenigen Jahren verschwinden. Allerdings droht mit der Umstellung auf neue Systeme auch ein Stück Transparenz verloren zu gehen.
Wer dieser Tage eine Liborhypothek abschliessen oder erneuern will, kann bei Banken und anderen Hypothekenfinanzierern auf verschlossene Türen stossen. Zwar publizieren nach wie vor alle wichtigen Anbieter auf ihren Webseiten Hypothekenangebote, die auf dem Londoner Referenzzinssatz basieren. Aber mehr und mehr interessierte Kundinnen und Kunden berichten, dass ihnen das bewährte Angebot bei direkter Anfrage nicht mehr unterbreitet wird.
Eine Vorsichtsmassnahme, sagen Marktbeobachter. Der Grund leuchtet zunächst ein: Den Libor, zu dem Banken kurzfristige Ausleihgeschäfte tätigen, wird es noch bis Ende 2021 geben. Danach soll der in London täglich erstellte Referenzzinssatz von der britischen Finanzaufsicht nicht mehr ermittelt werden und dürfte aller Voraussicht nach so seine Bedeutung verlieren.
Dies, nachdem es in den vergangenen Jahren Manipulationsskandale um den Libor gab. Und aus der Sicht von Finanzmarktteilnehmern wies er sowieso eine Reihe von Schwächen auf.

Geldmarkthypothek statt Liborhypothek

Schweizer Hypothekarkunden berichten nun aber folgendes: Anbieter würden Ihnen mitteilen, die Liborhypothek werde abgeschafft. Ganz korrekt ist dies aber nicht. Lediglich wird ab 2022 der Londoner Zinssatz nicht mehr als Basis für Hypothekarzinsen verwendet werden können.
Zum einen ist es möglich, bestehende Liborhypotheken für eine Übergangsfrist weiterlaufen zu lassen. Zum andern dürfte ein neuer, im besten Falle mit dem Libor eng vergleichbarer Geldmarktsatz als Grundlage für Hauskredite angewendet werden. Möglicherweise wird dies der Saron der SIX Group sein. Künftig muss aber natürlich allgemeiner von einer Geldmarkthypothek gesprochen werden, nicht mehr von der Liborhypothek. Vom Prinzip her handelt es sich um das gleiche.
Geldmarkthypotheken sind so genannte Roll-Over-Kredite, deren zugrundeliegender Referenzzins sich laufend ändert. Schweizer Liborhypotheken werden dem Referenzzinssatz monatlich, alle drei Monate, halbjährlich oder jährlich angepasst und laufen zwischen zwei und sechs Jahren. Kunden müssen anders als bei Festhypotheken das Risiko steigender Zinsen während der Laufzeit einkalkulieren.
Seit die Zinsen so tief sind, sind Liborhypotheken für Kunden eine finanziell sehr lohnende Form des Wohnkredits. Will man beispielsweise eine 500’000-Franken-Hypothek für eine Eigentumswohnung in Winterthur erneuern, kostet im moment laut dem Vergleichsportal Comparis eine Liborhypothek zwischen 0,59 und 0,78 Prozent Zins. Bei der beliebtesten Festhypothek, jener mit zehn Jahren Laufzeit, fällt die Verzinsung auf 0,98 bis 1,16 Prozent.

Banken können Marge leichter erhöhen

Die Tiefzinsen haben Liborhypotheken allerdings nicht nur historisch billig gemacht. Kunden profitieren auch von einer höheren Transparenz. Mit einem Libor unter Null kann man sagen: Alles über Null ist die Marge der Bank oder des Hypothekenfinanzierers.
Früher war dies anders. Als der Liborzinssatz noch über Null war, gab es Diskrepanzen bei den Angeboten: Banken verwendeten entweder den Libor oder einen internen Refinanzierungssatz als Basis. Die Kunden konnten von Quartal zu Quartal die Zinsveränderung dadurch nicht nachvollziehen.
Eine solche Situation droht nun zurückzukehren. Wenn zum einen der Libor als Grundlage für Geldmarkthypotheken wegfällt, und zum andern mit der Zeit auch die Negativzinsen verschwinden, werden die Margen der Banken für den Kunden erneut weniger nachvollziehbar. Damit können die Hypothekenfinanzierer mit der Umstellung auf einen neuen Referenzzinssatz die Marge leichter erhöhen.

Wettbewerb hilft Kunden

Die Frage, ob Banken an Libor- oder Festhypotheken mehr verdienen, ist nicht ganz einfach zu beantworten – somit auch nicht die Frage, ob sie Kunden bewusst zu den Festhypotheken drängen. Jedenfalls hört man vom Markt unterschiedliche Ansichten. Die Festhypothek ist für die Anbieter grundsätzlich ein lukratives Geschäft, auch wegen der Planbarkeit aufgrund langer Laufzeiten. Im Gegenzug müssen sich Anbieter bei längeren Laufzeiten auch selber absichern, was ihnen Kosten verursacht.
Tatsache ist aber: Libor- bzw. Geldmarkthypotheken weisen nach wie vor nur einen Marktanteil zwischen 10 und 15 Prozent auf. Das mag damit zusammenhängen, dass Kunden einem variablen Zins grundsätzlich eher misstrauen, aber auch damit, dass Banken eher Festhypotheken in den Vordergrund stellen. Wer nichtsdestotrotz an einer Libor- beziehungsweise Geldmarkthypothek interessiert ist, sollte auf dem Angebot bestehen. Und sollten Hypothekenfinanzierer versuchen, die Marge zu erhöhen, bleibt den Kunden immer noch die Möglichkeit, zu vergleichen.
Ihnen kommt dabei das grosse Angebot zugute. Der Wettbewerb um die kurzlaufende Hypothek wird bleiben. Es wird nicht davon ausgegangen, dass die künftige Geldmarkthypothek generell teurer wird.
Dass die Finanzbranche generell auf Geldmarkthypotheken verzichten wird, ist eher unwahrscheinlich. Würden die Banken nur noch Hypotheken ab zwei Jahren Laufzeit anbieten, hätte dies wohl Folgen. Es würde sich dann ein Sekundärmarkt bilden, der kreativer sein dürfte als die etablierten Anbieter.

Wird der vielzitierte Saron der neue Libor?

Noch ist nicht entschieden, dass der Schweizer Einlagensatz Saron (Swiss Average Rate Overnight) der SIX Group den Libor am 1. Januar 2022 als Basis für Schweizer Hypothekarzinsen ersetzen wird. Aber es spricht einiges dafür.
Wie vom Libor muss sich auch vom Saron eine Referenzgrösse für Hypothekargeschäfte ableiten lassen. Grundlage dafür bieten Termingeschäfte. Seit vergangenem Jahr können an der Terminbörse Eurex Termingeschäfte, so genannte Futures, auf den Saron gehandelt werden. Diese könnten später eine Basis bilden, mit denen künftig Saron-Referenzsätze auch für Schweizer Hypotheken erstellt werden. Allerdings braucht es ein gewisses Handelsvolumen.
Wie auch immer: Die Umstellung Libor auf Saron ist schon verglichen worden mit einem Haus, dessen Fundamente austauscht werden, während die Stockwerke darüber weiter normal bewohnt und genutzt werden. Banken und Finanzdienstleister müssen Prozesse anpassen. Vor allem die Informatik wird davon betroffen sein. Für diese kostenträchtigen Umstellungen bleiben noch knapp drei Jahre Zeit.

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